KURZ VORM UMZUG: Die Redakteure Tassilo Pfitzenmeier (vorn) und Torsten Ochs arbeiten noch an der aktuellen Ausgabe, während Cemayur Komac und Sarah Haas (rechts) bereits einen der zahllosen Kartons abtransportieren.
KURZ VORM UMZUG: Die Redakteure Tassilo Pfitzenmeier (vorn) und Torsten Ochs arbeiten noch an der aktuellen Ausgabe, während Cemayur Komac und Sarah Haas (rechts) bereits einen der zahllosen Kartons abtransportieren. | Foto: Bartel

Neuanfang nach 56 Jahren

Der Pforzheimer Kurier zieht um

Wenn die BNN-Abonennten in Pforzheim heute ihre Zeitung aus dem Briefkasten ziehen, halten sie die letzte Ausgabe des Pforzheimer Kurier in Händen, die noch an alter Stätte entstanden ist. Kaum war der letzte Satz geschrieben und das letzte Foto bearbeitet, da wurden gestern Abend auch schon die Stecker gezogen. Nach 56 Jahren an der Zerrennerstraße 3 bricht der Pforzheimer Kurier zu neuen Ufern auf.

Von der Peripherie der City geht es ins Herz der Stadt, mitten hinein in die Fußgängerzone. Geschäftsstelle, Anzeigenabteilung und Redaktion werden ab der kommenden Woche in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 24, gegenüber von Galeria Kaufhof, zu finden sein. Dort, wo früher Mode Hintz seine Mäntel verkaufte, wird jetzt auf drei Etagen des Jäger’schen Gebäudekomplexes Zeitung gemacht.

DER NEUE STANDORT: Ab kommender Woche befinden sich Geschäftsstelle und Redaktion des Pforzheimer Kurier in drei Stockwerken des Gebäudes Westliche 24 mitten in der Fußgängerzone. Gestern wurden die Schilder montiert.
DER NEUE STANDORT: Ab kommender Woche befinden sich Geschäftsstelle und Redaktion des Pforzheimer Kurier in drei Stockwerken des Gebäudes Westliche 24 mitten in der Fußgängerzone. Gestern wurden die Schilder montiert. | Foto: Bartel

Verborgene Schätze

In Abwandlung des geflügelten Wortes „Ist das Kunst oder kann das weg?“ fragten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kurier in den vergangenen Tagen quer durch alle Abteilungen: „Kann das weg oder ist das wichtig?“

Seit fast 70 Jahren ist der Pforzheimer Kurier eine feste Größe in der lokalen Zeitungslandschaft und seit 1960 wird im verlagseigenen Haus an der Zerrennerstraße gearbeitet. Bei den zwangsläufig mit einem Umzug verbundenen Aufräumaktionen gewannen einige den Eindruck, als sei in den vergangenen Jahrzehnten absolut nichts weggeworfen worden.

Doch wehe, man begann, in alten Ordnern zu blättern oder die leicht vergilbten Schwarz-Weiß-Fotos genauer zu betrachten. Stundenlang hätte man verweilen können. So vieles gab es zu entdecken. Angefangen von der ersten Ausgabe, die am 3. August 1948 unter dem Titel Pforzheimer Kurier erschien, über skurrile Dienstanweisungen, bis hin zu rätselhaften Bildern. Die Schränke gaben eine solche Vielzahl von Fundstücken frei, dass eine Rückkehr zum Tagesgeschäft rechtzeitig vor Redaktionsschluss oftmals nicht leicht fiel.

DIE ALTE HEIMAT: Seit dem Jahr 1960, aus dem dieses Bild stammt, war der Pforzheimer Kurier in der Zerrennerstraße 3 zu finden.
DIE ALTE HEIMAT: Seit dem Jahr 1960, aus dem dieses Bild stammt, war der Pforzheimer Kurier in der Zerrennerstraße 3 zu finden. | Foto: Archiv

Mit verstaubten Erinnerungen konnte sich die Kurier-Mannschaft aber allein schon deshalb nicht lange aufhalten, weil neben der Verarbeitung des tagesaktuellen Geschehen auch noch der Blick nach vorn zu richten war. Gut Ding will schließlich nicht nur Weile, sondern auch klare Planung haben. Bei den künftigen Arbeitsplätzen soll es an nichts fehlen. Auch der Servicebereich für Leser und Anzeigenkunden erfährt eine unübersehbare Aufwertung.

Eröffnungsfeier an neuer Stätte

Welch große Bedeutung die in Karlsruhe ansässigen Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) ihrer Lokalausgabe für Pforzheim und dem Enzkreis beimessen, verdeutlicht BNN-Verleger Klaus Michael Baur: „Wenn der Pforzheimer Kurier mitten im Herzen der Stadt eine neue Geschäftsstelle eröffnet, so signalisiert das einen Neuanfang, einen Aufbruch.“
Seit Wochen laufen die Vorbereitungen. Gleichwohl ist der Umzug binnen eines Wochenendes eine Mammutaktion, die noch einmal für höchste Anspannung sorgen wird. Am kommenden Dienstag gibt es dann das Pendant zu dieser Ausgabe: den ersten Pforzheimer Kurier, der – zwischen vielen unausgeräumten Umzugskartons – in der Westlichen 24 produziert wurde. Und am Samstag, 8. Oktober, wird von 10 bis 18 Uhr, offiziell Eröffnung gefeiert.
Was die Erreichbarkeit betrifft, ändert sich für Leser und Anzeigenkunden außer der Postadresse übrigens nichts. Telefondurchwahlen, Faxnummern und E-Mail-Adressen bleiben gleich.