Gemütliches Einkaufen, dafür steht der beliebte Wochenmarkt Ettlingen, der länger öffnen soll
Gemütliches Einkaufen, dafür steht der beliebte Wochenmarkt Ettlingen, der länger öffnen soll | Foto: Rainer Obert

Marktleute wehren sich

Diskussion um Wochenmarktzeiten in Ettlingen

Soll der beliebte Ettlinger Wochenmarkt statt bis 13 Uhr künftig bis 14 Uhr öffnen? Diese Frage wird äußerst heiß diskutiert – bereits als bekannt wurde, dass die Änderung der Marktsatzung im Verwaltungsausschuss besprochen und auch gleich abgestimmt werden soll, gingen die Marktbeschicker auf die Barrikaden. OB Johannes Arnold verteidigte in der Sitzung am Dienstagabend den Vorstoß und erklärte angesichts des Gegenwinds aus dem Lager der Marktleute: „Muss der Hund sich vom Schwanz wackeln lassen?“

Muss der Hund sich vom Schwanz wackeln lassen?

Man müsse doch als Stadt einen Rahmen vorgeben können, so Arnold, er wolle sich nicht von anderen sagen lassen, was man zu tun habe. Der Gemeinderat habe die Wahl. Der Markt ist ein Magnet und füllt die Innenstadt, und soll diese über 13 Uhr hinaus beleben. Die Marktleute hatten vor der Sitzung bereits den Fraktionen ihre klare Ablehnung schriftlich zukommen lassen. Probleme mit der Qualität, gerade bei verderblicher Ware und im Sommer sowie Überschreitungen der gesetzlich zulässigen Arbeitszeit wurden angeführt. „Den Markt schlechter machen, damit der Einzelhandel Vorteile hat?“, das sieht Marktbeschicker-Sprecher Michael Kammerer nicht ein, wie er im Nachgang zur Sitzung betonte.
CDU-Sprecher Florian Adolf stellte ebenfalls den Markt als Magneten heraus, doch brauche es für Marktbeschicker, Einzelhandel und Gastronomie „ein einheitliches Konzept.“ Man schlage einen sechsmonatigen Versuch mit längerer Marktzeit ab Februar vor. Gegen die Konkurrenz in Karlsruhe zu bestehen, verlange auch Opfer, so Helma Hofmeister (SPD).  „Die Atmosphäre des Gegeneinanders bringt nichts“, meinte Uwe Künzel (Für Ettlingen) und plädierte für Gespräche mit den Marktleuten. Gerhard Ecker (FW) sagte, es gehe an sich nur im Einvernehmen mit den Marktbeschickern. Mehrfach war in der Diskussion der Ruf nach einem Gesamtkonzept zu hören, wie auch von Roman Link, FDP. Bürgermeister Fedrow verwies darauf, dass in der Vergangenheit Gespräche mit dem Einzelhandel über einheitliche Öffnungszeiten bis 14 Uhr geführt wurden. „Das war leider nicht so erfolgreich.“ In Sachen Marktzeit erklärte er, dass der Trend bei 13 Uhr liege, jedoch hätten etwa Märkte in Karlsruhe bis 14 Uhr offen.

Stadt setzt nun doch auf runden Tisch zum Wochenmarkt

Ob Eile geboten ist, wurde aus dem Gremium gefragt. Der OB informierte über die anstehende Neu-Ausschreibung des Wochenmarkts, in der Vergangenheit sei es ja auch so gewesen, dass man mehr Bewerber als Standplätze habe. „Es wird ausgeschrieben mit halbjähriger Probezeit und man kann sich bewerben oder nicht“, meinte Albrecht Ditzinger (CDU) lapidar. „Ich kann nur dafür werben“, unterstrich Arnold seine Einstellung nochmals. Und letztlich gab der Ausschuss eine Empfehlung an den Gemeinderat bei 13 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen: Ausweitung der Marktzeit von 7 bis 14 statt bisher 13 Uhr, das Ganze in einer Probezeit von Februar bis Juli 2017. Marktbeschicker-Sprecher Kammerer drohte im BNN-Gespräch mit einer Unterschriftenaktion – gestern Nachmittag teilte Arnold mit, dass das Thema nun doch nicht wie geplant am 27. Juli, sondern erst am 5. Oktober vor den Gemeinderat soll. Man wolle zuvor Vertreter der Marktbeschicker und der Einzelhändler zu Gesprächen am runden Tisch bitten.