Ein schwarz geflecktes Shetlandpony lebt nun als "Kleiner Onkel" im Karlsruher Zoo. Die Pippi-Langstrumpf-Familie ist damit komplett.
Ein schwarz geflecktes Shetlandpony lebt nun als "Kleiner Onkel" im Karlsruher Zoo. Die Pippi-Langstrumpf-Familie ist damit komplett. | Foto: Jock

Pippis Familie ist komplett

Ein „Kleiner Onkel“ für den Karlsruher Zoo

„Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd….“, singt Pippi Langstrumpf in den Verfilmungen ihrer Abenteuer. In denen spielt bekanntlich auch ein Neu-Karlsruher mit: Ara Douglas, der seit Mai im Zoo wohnt, unterstützt vor der Kamera als „Rosalinda“ die goldgierigen Piraten, die Pippis Papa entführten. Von Pippis Totenkopfäffchen Herrn Nilsson leben im Exotenhaus des Zoos 13 Artgenossen – wenn auch eigentlich allesamt Frau Nilssons. Und nun gibt es im Zoo auch ein Pendant zu Pippis Pferd „Kleiner Onkel“: Ein weißes Shetlandpony mit schwarzen Punkten stellte Zoochef Matthias Reinschmidt gestern als „neues Mitglied unserer Pippi-Langstrumpf-Familie“ vor.

Auch eine Pippi Langstrumpf begrüßte den Kleinen Onkel

Klar, da durfte auch eine kleine Pippilotta nicht fehlen: Die sechsjährige Kassandra Markwordt schlüpfte ins Kostüm der kleinen Heldin, ließ sich Zöpfe flechten und Sommersprossen auf die Nase malen. Und ihre Schwester Samira durfte als Pippis Gefährtin Annika mit aufs Foto.

 


In die Kamera lächeln und winken, das meisterten die kleinen Pippi-Fans souverän. Ara Douglas alias „Rosalinda“ ist ohnehin Medienprofi – wenn auch nicht mehr so attraktiv wie zu seiner Zeit als Filmstar: Runzlige Haut und fehlende Brustfedern sind deutliche Alterserscheinungen des mit 49 Jahren schon sehr betagten Vogels, erklärte Reinschmidt. Rampenlicht gewöhnt ist eigentlich auch der neue „Kleine Onkel“, da der Neunjährige in einem Zirkus groß wurde. Und doch musste er erst einmal ein paar Runden auf der Wiese drehen, ehe er bereit war, sich ablichten zu lassen. Und hier ist er nun:

„Seit er unsere drei Stuten gerochen hat, macht er sich wichtig und benimmt sich wie ein richtiger kleiner Hengst“, erklärt Revierleiter Robert Scholz schmunzelnd. Er hatte sich gezielt auf die Suche nach einem „Kleinen Onkel“ für Karlsruhe gemacht und wurden schließlich in einem Zirkus bei Hamburg fündig.

Ein kleiner Hengst mit richtigen Punkten

Richtige dunkel Flecken sollte das Tier schließlich haben. Was eher selten ist: Selbst dem Schimmel, der Pippis Pferd vor der Kamera mimte, malte damals der Regieassistent die Punkte mit Haarfärbemittel ins Fell.
Dass Zirkuspony Rufus nun als „Kleiner Onkel“ nach Karlsruhe kam, ermöglichten die Zoofreunde. Anders als Wildtiere, die innerhalb der Zoogemeinschaft unentgeltlich abgegeben werden, müssen Nutztiere schließlich bezahlt werden. „Wir könnten aber noch mehr Mitglieder und Paten brauchen – auch für den  Kleinen Onkel“, warb Gisela Fischer, die Vorsitzende der Zoofreunde.

Uns fehlt noch eine Villa Kunterbunt

Zoochef Reinschmidt hofft ebenfalls auf weitere Unterstützer. „Jetzt fehlt uns nur noch eine Villa Kunterbunt“, winkte er möglichen Sponsoren mit dem Zaunpfahl. Douglas und die Totenkopfäffchen könnten dort einziehen, der Kleine Onkel die Wiese davor nutzen, so Reinschmidts Vorstellung. „Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus…“, singt Pippi schließlich. Schon fest steht, dass die rothaarige Göre im nächsten Jahr „alle Groß und Klein“ in den Zoo einlädt – wenn „Rosalinda“ 50 wird.