Weit fortgeschritten sind die Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte in Achern. Jetzt wurden weitere Details einer möglichen künftigen Nutzung bekannt:  Hier gibt es einen  „Platzhalter“ für eine mögliche Stadthalle.
Weit fortgeschritten sind die Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte in Achern. Jetzt wurden weitere Details einer möglichen künftigen Nutzung bekannt: Hier gibt es einen „Platzhalter“ für eine mögliche Stadthalle. | Foto: ug

Ehemalige Glashütte in Achern

Ein „Platzhalter“ für die Stadthalle

Von Michael Moos

Kulturschaffende beklagen den Zustand schon lange: In Achern fehlt es an einer repräsentativen Festhalle. Sie können nun auf Abhilfe hoffen: Es gibt erste Überlegungen für ein solches Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte.

Zum Neujahrsempfang bittet die Stadt Achern mangels geeigneter Räumlichkeiten in der Kernstadt in die Schloßfeldhalle im Stadtteil Großweier, sie ist auch Schauplatz größerer Kultur-Events im „gong“-Programm. Die in die Jahre gekommene Hornisgrindehalle, einst durchaus auch für Konzerte und Fastnachtsveranstaltungen genutzt, bietet zwar ausreichend Platz für ein größeres Publikum, entspricht jedoch schon von der Optik her nicht den Anforderungen an eine Stadthalle. So mancher Kommunalpolitiker träumt deshalb von einem Neubau – auch im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl 2015 kam dieses Thema zur Sprache.

Konversion bietet Chance

Die Chance bietet sich nun offenbar im Zusammenhang mit den Planungen zur Konversion des Glashüttengeländes: Die Stadtverwaltung bestätigte auf Anfrage des „Acher- und Bühler Boten“, dass im Konzept der Karl-Gruppe im nördlichen Teilbereich des rund elf Hektar großen Areals ein sogenannter „Platzhalter“ als Standort für einer eventuelle Stadthalle verzeichnet sei. Ergänzend sei hier auch Raum für die nötigen Parkplätze vorgesehen.

„Keine Konkretisierung dieser Überlegungen

Die fraglichen Flächen müsste die Stadt von aus dem Besitz der Karl-Gruppe erwerben – das Unternehmen mit Sitz im bayerischen Innernzell hatte das Gelände der 2012 stillgelegten Glasfabrik bekanntlich im Spätjahr 2015 von dem amerikanischen O-I-Konzern übernommen, nachdem der Acherner Gemeinderat auf das der Kommune zustehende Vorkaufsrecht verzichtete. Ob und wann eine Stadthalle auf dem Glashüttengelände gebaut wird, kann derzeit im Rathaus niemand sagen. Es gebe „keinerlei Konkretisierungen dieser Überlegungen“, ebenso wenige „kommunalpolitische Weichenstellungen“ zu der Frage, ob und inwieweit dieser „Platzhalter“ in den weiteren Entwicklungsstufen des Konzepts der Karl-Gruppe oder in einem künftigen Bebauungsplan weiterhin aufrecht erhalten werden soll. Keine Angaben könnten deshalb auch zur Frage nach Planungszeiträumen oder Realisierungsmöglichkeiten gemacht werden.

Lebensmitteldiscounter prüft Standortverlegung

Wie berichtet, hat die Karl-Gruppe ein Konzept vorlegt, das auf dem ehemaligen Glashüttengelände den Bau von bis zu 400 Wohnungen vorsieht und darüber hinaus Flächen für Einzelhandel und Gewerbe berücksichtigt. Und auch in dieser Hinsicht gibt es Neuigkeiten: Die Stadtverwaltung bestätigte Informationen des „Acher- und Bühler Boten“, nach denen ein bereits in Achern ansässiger Lebensmitteldiscounter seinen Standort auf das Glashüttengelände verlegen möchte. Nach Angaben der Stadtverwaltung kommt dafür der südliche Teilbereich des Glashüttenareals in Betracht – sprich: an der Fautenbacher Straße. „Ob und gegebenenfalls unter welchen Rahmenbedingungen dies möglich sein wird, kann derzeit noch nicht prognostiziert werden“, hieß es dazu im Rathaus. Dabei gehe es um „raumordnerische Gesichtspunkte“, aber auch um die Frage der Vereinbarkeit mit dem kommunalen Märktekonzept – bekanntlich hat der Gemeinderat bereits vor geraumer Zeit zum Schutz des Einzelhandels in der Innenstadt festgelegt, welche Sortimente außerhalb des eigentlichen Citybereichs zwischen dem Stadthaus „Wilder Mann“ und der „Lammbrücke“ erwünscht oder unerwünscht sind.