Nicht befahrbar ist derzeit die Landesstraße zwischen Engelsbrand und der B 294 (Enztal/Neuenbürg). Das Forstamt des Enzkreises fällt Bäume an Hängen.
Nicht befahrbar ist derzeit die Landesstraße zwischen Engelsbrand und der B 294 (Enztal/Neuenbürg). Das Forstamt des Enzkreises fällt Bäume an Hängen. | Foto: Richter

Forstarbeiten im Grösseltal

Schweres Gerät auf engen Wegen

Von Heinz Richter

„Es ist wie im Hochgebirge“, sagt einer der Forstarbeiter, der an den Steilhängen im Grösseltal Bäume fällt, die dann mit Spezialmaschinen nach oben gezogen werden. Noch voraussichtlich bis 16. Dezember ist diese Straßenverbindung ins Enztal gesperrt. Die „Grösseltal-Gaststätte“ kann allerdings angefahren werden, jetzt von oben, im zweiten Bauabschnitt vom Tal aus. Etwa 5 000 Bäume, vor allem Tannen und Buchen, aber auch einzelne Douglasien und Eschen werden gefällt. Insgesamt sind das 7 000 Festmeter. Schon Wochen zuvor hat Revierförster Patrick Linse die Bäume mit einem roten Strich markiert, die gefällt werden.

Auch vier 80 Jahre alte Kastanien werden gefällt

Darunter sind auch vier um die 80 Jahre alten Kastanien direkt an der Landesstraße im Grösseltal. „Die Fällung dient der Verkehrssicherheit“, sagt Patrick Linse. Damit die tonnenschweren Seilkräne arbeiten können, mussten zuvor Gassen in die Steilhänge gehauen werden. Revierförster Linse hat genau bestimmt, wo diese Gassen, so eng wie möglich, angelegt werden sollen. Ständig wechselnd mit insgesamt 50 Standorten am Hang werden zwischen den Berghängen 20 Millimeter starke Stahlseile in einer Länge von etwa 600 Metern über das Tal gespannt.

Kosten: 350 000 Euro

Die Seilkräne, befestigt an Kettenbaggern oder mehrachsigen Lkw, stehen oben am Hang und benötigen für ihren Standplatz fast den gesamten schmalen Waldweg. Die Kräne sind zusätzlich mit Stahlseilen über Kreuz an darüber wachsenden Bäumen befestigt. Auf dem Seil läuft ähnlich wie eine Seilbahn ein tonnenschwerer Wagen. An dem werden die am Hang gefällten Bäume aufgehängt und ins Tal oder auf die Höhe befördert. „Wir liegen im Zeitplan“, verspricht Andreas Roth, stellvertretender Forstamtsleiter des Enzkreises. Die jetzt beauftragte Firma ist vor allem im Voralpenraum tätig und hat Erfahrung mit den Arbeiten an Steilhängen. Sie ist mit 20 Forstwirten vor Ort. Die Kosten für diese Arbeiten liegen bei etwa 350 000 Euro.

Millimeterarbeit ist mit dem tonnenschweren Gerät gefordert.
Millimeterarbeit ist mit dem tonnenschweren Gerät gefordert. | Foto: Richter

7 000 Festmeter Holz werden geschlagen

Nach dem Verkauf des Holzes bleibt bei dem derzeitigen Holzpreis ein Gewinn übrig. „Mit 7 000 Festmetern wird nahezu der ganze Jahreseinschlag in diesem Gebiet in zehn Wochen erledigt“, beschreibt Andreas Roth die Arbeiten. Damit wird auch der Hang stabilisiert. Die gefällten Bäume werden zerkleinert, ausgemessen und klassifiziert. Die Bäume mit dem qualitativ besten Holz liegen in der Klasse A. Mit diesen Arbeiten wird auch gleich das Grösseltal „geöffnet“ und Weideflächen werden freigelegt. Das Tal ist von Büschen zugewachsen.

Autofahrer müssen sich auf Sperrungen einstellen

Für die Autofahrer bedeutet die Sperrung der Landesstraße 338 Umleitungen. Die sind aber sowohl über Büchenbronn direkt nach Engelsbrand wie auch über Waldrennach und Langenbrand. Für Autofahrer aus der weiteren Umgebung ergeben sich aber in diesem Bereich mehrere Umleitungen. Noch bis Ende November ist die Bundesstraße 294 zwischen Höfen und Neuenbürg gesperrt. Die Umleitung führt vom Abzweig Richtung Dobel für Personenwagen über die „Schwanner Warte“ und für Lkw über Dennach.
Wer sich auskennt, kann auch gleich von Höfen über Langenbrand und Waldrennach fahren. Die L 343 von Höfen nach Langenbrand wird in den Herbstferien vom 2. bis 5. November voll gesperrt. Wenn die Straße wieder offen ist, wird – allerdings nur für einen Tag – am Mittwoch, 16. November, die Kreisstraße 4378 zwischen Langenbrand und Waldrennach von 8 bis 16.30 Uhr wegen einer landkreisübergreifenden Treibjagd voll gesperrt.