Nichts geht mehr: Autos stauten sich am Montagnachmittag auf dem Häckselplatz in Stein. Das abgeladene Material ragte in den Fahrweg hinein (links). 	Foto: Roller
Nichts geht mehr: Autos stauten sich am Montagnachmittag auf dem Häckselplatz in Stein. Das abgeladene Material ragte in den Fahrweg hinein (links). Foto: Roller

Autoschlange auf der Zufahrt

Stau auf Steiner Häckselplatz

Von Nico Roller

Der Häckselplatz in Königsbach-Stein erfreut sich bei den Einwohnern großer Beliebtheit. Hier kann man kurz die Gartenabfälle wegbringen und dann schnell wieder zurück nach Hause fahren. Meistens funktioniert das hervorragend. Aber eben nur meistens. Denn am Montagnachmittag wurde daraus nichts. An diesem Tag wollten so viele Menschen gleichzeitig zum Häckselplatz, dass es auf der Zufahrt gegen 16 Uhr weder vor noch zurück ging. In der Spitze stauten sich mehr als 20 Fahrzeuge hintereinander auf der schmalen Straße, die zu dem Häckselplatz führt. Sie standen Stoßstange an Stoßstange und hatten keine Möglichkeit, umzudrehen.

Schmales Sträßchen ist das Problem

Der Platz liegt hinter Bäumen am Ortsausgang von Stein in Richtung Wössingen. Ein schmales Sträßchen führt von der Kreisstraße 4533 sowie über den Berg von Königsbach aus dorthin. Und genau da liegt das Problem: Die Straße ist so schmal, dass zwei sich entgegenkommende Autos kaum aneinander vorbeipassen – und bei Transportern oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen wird der Platz erst recht knapp. Es gibt zwar einige Haltebuchten, um Entgegenkommende vorbeizulassen, aber die reichen in manchen Fällen nicht aus. So auch am Montagnachmittag: Trotz Haltebuchten standen sich die Autos frontal gegenüber. Auf der einen Seite des Sträßchens eine Autoschlange in Richtung Stein und auf der anderen Seite dasselbe Bild in Richtung Wössingen. Um den Stau aufzulösen, legte ein Autofahrer den Rückwärtsgang ein und versuchte, in einer Wiese umzudrehen. Dabei blieb er jedoch mit seinem Fahrzeug stecken und konnte auch nicht weiterfahren, nachdem einige herbeigeeilte Helfer angeschoben hatten. Letztlich war es einer hilfsbereiten Fahrerin zu verdanken, dass er aus dieser Lage befreit werden konnte. Sie zog das Fahrzeug mit ihrem eigenen Wagen aus der Wiese.

Einbahnstraße gewünscht

Genauso wie die anderen Menschen war sie gekommen, um ihre Gartenabfälle auf dem Häckselplatz zu entsorgen und brauchte dafür wesentlich länger als geplant. Aufgrund der beengten Verhältnisse forderten einige der Anwesenden spontan, man müsse die Zufahrt zum Häckselplatz besser regeln. Zum Beispiel durch die Schaffung einer Einbahnstraße. Kritisiert wurde zudem, dass abgesägte Bäume und andere Gartenabfälle weit in den ohnehin schon schmalen Fahrweg ragten und den vorhandenen Platz dadurch noch weiter reduzierten. Außerdem, so der Vorwurf einer älteren Dame aus Stein, würden auch Ortsfremde ihre Gartenabfälle auf dem Häckselplatz abladen, obwohl dieser eigentlich nur für Bürger der Gemeinde Königsbach-Stein vorgesehen ist. Bei der Gemeindeverwaltung Königsbach-Stein kennt man die Problematik zwar, kann aber nur bedingt eingreifen. Denn für Häckselplätze ist der Enzkreis und damit das Landratsamt zuständig.

Arbeit des Bauhofs gelobt

Der gemeindeeigene Bauhof schiebe mit dem Radlader das abgeladene Material regelmäßig zusammen, um neuen Platz zu schaffen, erklärt Volker Völkle, Bauamtsleiter in Königsbach-Stein,auf Nachfrage des Pforzheimer Kuriers. Außerdem melde der Bauhof regelmäßig an das Landratsamt, wenn der Platz voll ist und das Material abgeholt werden muss. Beim Landratsamt lobt man gegenüber dem Kurier die Arbeit des Bauhofs. „Der unterstützt uns vorbildlich“, sagt der Leiter des Amts für Abfallwirtschaft, Ewald Buck. Er bestätigt, dass der Häckselplatz grundsätzlich nur für Einwohner der Gemeinde Königsbach-Stein gedacht sei. Schließlich verfüge jede Enzkreis-Gemeinde um Königsbach-Stein über ihren eigenen Häckselplatz. Das Landratsamt kümmere sich darum, dass das abgeladene Material regelmäßig abgeholt wird. Dabei setzt man auf die Unterstützung eines ehrenamtlichen Häckselplatz-Paten und des Königsbach-Steiner Bauhofs. Diese melden nämlich, wenn der Platz voll ist. Um die Zufahrt auf der beengten Straße zu verbessern, gebe es indes kaum praktikable Möglichkeiten. Die Schaffung einer Einbahnstraße wäre zwar theoretisch denkbar, so der Experte. Allerdings müsste man erst klären, ob das verkehrsrechtlich überhaupt zulässig ist. Und ob die Landwirte damit einverstanden wären, sei auch alles andere als sicher.

„Montag war eine Ausnahme“

Der Platz in Stein existiere schon seit rund zehn Jahren und bisher habe es auf der Zufahrtstraße mit gegenseitiger Rücksichtnahme immer geklappt. Auch ohne Einbahnstraße. Außerdem betont Buck, wie wichtig es sei, die eigenen Gartenabfälle auf dem Häckselplatz vorschriftsmäßig und platzsparend abzuladen. Leider würden sich nicht alle Bürger immer daran halten. Dabei könnte man schon allein dadurch viel Platz schaffen, dass sich jeder nach den Vorgaben richte. Es sei zwar unschön, wenn es zu Situationen wie am Montag komme, so Buck. Aber es sei eben auch schwer, im Voraus zu ahnen, wann der Andrang am größten ist. Das sieht auch der Königsbach-Steiner Bauamtsleiter so. „Das am Montag war eine Ausnahme“, sagt Völkle.