Für 2,1 Millionen Euro saniert: Seniorenwohnungen in Ettlingens Wilhelmstraße.
Für 2,1 Millionen Euro saniert: Seniorenwohnungen in Ettlingens Wilhelmstraße. | Foto: Baugemeinschaft

Baugemeinschaft Ettlingen

Mehr bezahlbare Mietwohnungen

Die Baugemeinschaft Ettlingen  geht davon aus, ab 2018 das Quartier Durlacher Straße/Steigenhohlstraße  in Ettlingen  neu bebauen zu können. Sie will dort  mehr Mietwohnungen schaffen; aus dem Altbestand sind inzwischen schon gut zwei Drittel der Mieter ausgezogen. Die Grundstücke, für die die Genossenschaft derzeit noch Erbpacht  an die Stadt zahlt, sollen „in den nächsten Tagen erworben werden“, so Geschäftsführer Thomas Müller bei der Vertreterversammlung in Ettlingen.

Wir sind kein üblicher Bauträger

Sowohl er als auch Aufsichtsratschef Josef Offele sprachen von „intensiven und zähen Verhandlungen mit der Stadt“ ; Offele kritisierte explizit Teile des Ettlinger Gemeinderats, die nicht verstanden hätten, das die Baugemeinschaft „kein üblicher Bauträger sei“, sondern sich dem Gedanken verpflichtet sehe, „Menschen mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen“.   Offele machte auch klar,  dass man sich zwar in der Anschlussunterbringung (AUB) von Asylbewerbern engagieren werde, um der dafür zuständigen Stadt zu helfen, das Ansinnen aber, Flüchtlinge in den Komplex Durlacher Straße zu setzen, habe man abgelehnt, „weil wir uns zunächst unseren Mietern verpflichtet fühlen“. Die Baugemeinschaft sei bereit, ein Mehrfamilienhaus, das zunächst für AUB genutzt würde,im Neubaugebiet „Gässeläcker“ in Oberweier zu realisieren, allerdings unter der Prämisse, hier keine Tiefgarage bauen zu müssen, wie dies im Bebauungsplan vorgesehen ist.
Im Rückblick auf 2015 erwähnte Vorstand Thomas Müller unter anderem die 1,8 Millionen Euro, die in „nachhaltige Modernisierung“  von Wohnbestand flossen.  Neubautätigkeit habe es keine gegeben. 2016 wurde ein Projekt in der Brettener Otto-Hahn-Straße begonnen, für eine Neubauplanung in  Karlsruhe Grötzingen liege die Baugenehmigung zwischenzeitlich vor. 50 Wohnungen und eine Sozialstation sollen dort geschaffen werden. 15 Millionen Euro werden investiert.

Sollmieten bei 6,75 Euro pro Quadratmeter

Ende vorigen Jahres hatte die Baugemeinschaft 967 Wohnungen im Bestand. Es gab knapp 120 Kündigungen beziehungsweise Wohnungswechsel, davon 30 innerhalb von Baugmeinschaftswohnungen. Die Sollmieten lagen im Durchschnitt bei 6,75 Euro pro Quadratmeter, das ist Müller zufolge ein „leichter Abstieg um vier Cent“. Betrachte man den gesamten Wohnungsmarkt in der Region, sei das „sehr moderat“,befand Müller 2015 erfuhr die Baugemeinschaft einen Mitgliederzuwachs um 120 auf nunmehr 2 757; sie beschäftigte 18 Mitarbeiter und damit einen weniger als 2014. Das Gesamtvermögen der Genossenschaft lag bei 51,1 Millionen Euro, das Eigenkapital betrug 15,8 Millionen Euro und die Verbindlichkeiten machten 35,6 Milionen Euro aus. Die Schulden gingen damit leicht um 700 000 Euro zurück. Gemäß Beschluss der Vertretervrsammlung wird der Bilanzgewinn von knapp 170 000 Euro dazu verwendet, eine Dividende von vier Prozent an die Mitglieder zu zahlen.