Seinen Qualitätsanspruch an die Polizeiarbeit betont Alexander Seifert
Seinen Qualitätsanspruch an die Polizeiarbeit betont Alexander Seifert | Foto: Rainer Obert

Neuer Ettlinger Revierleiter

Polizeirat Alexander Seifert setzt klare Ziele

„Ich bin zielorientiert und habe einen hohen Qualitätsanspruch“, stellt der neue Ettlinger Polizeirevierleiter Alexander Seifert direkt heraus, der vor wenigen Tagen den Dienst antrat. Der 42-jährige will entsprechend Ergebnisse sehen und denkt in Schwerpunkten. Dazu gehöre das Thema Wohnungseinbruch im Revierbereich. „Da ist Ettlingen sehr belastet, aber Rheinstetten etwa steht in nichts nach.“ Die prosperierende Region sei schlichtweg attraktiv für Kriminelle. Dass auch der Bürger Freund und Helfer der Polizei sein soll, betont Seifert. „Wir sind auf schnelle Hinweise der Bürger angewiesen“, gerade weil die Täter vielfach aus dem osteuropäischen Raum stammten und sich im offenen Europa dorthin schnell auch wieder zurückziehen können. „Insgesamt ist die Täterschaft breit gefächert.“ Kommt einem etwas komisch vor in der Nachbarschaft, solle niemand zögern zum Hörer zu greifen.

Mindestdienststärke können wir jederzeit gewährleisten

Dass man die Polizeireform personell „in den Revieren nicht wirklich spürt“, damit müsse und könne man laut Seifert leben – auch wenn „eine Streife mehr schön wäre“. Klar sei mit Blick auf 95 Kollegen: „Die Mindestdienststärke können wir jederzeit gewährleisten.“ Er wolle Personal auf die Straße bringen – „die Polizei soll Ansprechpartner sein“. Die Überstunden der Kollegen lägen „im normalen Maß“. Wert lege er auch aufs Äußere. „Einen schlampigen Kollegen werde ich immer ansprechen“. Schlampig sei ebenso bei der konkreten Arbeit schlecht; schon bei der Erfassung von Vorgängen müsse alles Hand und Fuß haben.  Zuletzt war Seifert kommissarischer Leiter des Revier Karlsruhe-West. Er wurde in Waibstadt im Rhein-Neckar-Kreis geboren, seine Jugend verbrachte Seifert in Ubstadt-Weiher.

Flache Hierarchie geht nicht

Sein Führungsstil sei in der Polizeistruktur begründet: „Flache Hierarchie geht da nicht – aber ich werde immer ein offenes Ohr haben.“ Was haben die Bürger Neues vom neuen Revierleiter zu erwarten? „Kontrolldruck werden wir aufbauen müssen.“ Dabei sieht er etwa Handlungsbedarf bei der Gurtanlegepflicht. Auch die Gefahr Handy am Steuer will er angehen. Immer wieder geschehen schwere Unfälle, weil beim Nachrichten schreiben der Wagen etwa in den Gegenverkehr fährt. Man werde verstärkt Zivilstreifen einsetzen und die Fahrer rauswinken. Bei Kontrollen, ob Alkohol, Drogen oder Geschwindigkeit seien indes heutzutage schnelle Standortwechsel nötig. „Über soziale Medien wird vor Kontrollstellen schnell gewarnt.“ Laut Seifert „muss die Verkehrssicherheitsarbeit belebt werden“, letztlich durch mehr Kontrollen. „Manchmal nehmen es sich die Leute nur zu Herzen, wenn es an den Geldbeutel geht“, dann müsse es eben so sein. Oft wirke aber auch schon das notwendige belehrende Gespräch.