Falsche Fuffziger sind in den vergangenen Monaten in Lahr gestreut worden. Jetzt hat die Polizei dem Treiben ein Ende gesetzt. Zwei Männer sitzen in Haft. | Foto: Sven Hoppe

Zwei Männer sitzen in Haft

Falschgeld in Lahr: Eine Spur führt nach Italien

Recht unverfroren haben insgesamt acht Verdächtige in Lahr Falschgeld in Umlauf gebracht. Die Polizei beendete nach umfangreichen Ermittlungen jetzt das Treiben der Gruppe, die sich aus Jugendlichen und Erwachsenen zusammensetzte. Wie die Tatverdächtigen an die 50-Euro-„Blüten“ im Wert von rund 45000 Euro gekommen sind, ist nach Polizeiangaben noch nicht klar. Eine Spur führt nach Italien. Zwei Verdächtige, 16 und 21 Jahre alt, sitzen in Untersuchungshaft.

„Blüten“ fielen im Sommer auf

Seit Juli dieses Jahres registrierte die Polizei insbesondere im Raum Lahr immer mehr falsche 50-Euro-Scheine. Bereits am 30. Juli nahmen Beamte des Polizeireviers Lahr zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren vorläufig fest, nachdem die beiden in einer Bäckereifiliale versucht hatten, mit einem falschen 50-Euro-Schein zu bezahlen. Die Kriminalpolizei Offenburg reagierte darauf mit der Errichtung einer Ermittlungsgruppe, so Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die akribischen Bemühungen der Beamten zahlten sich schließlich aus, mittlerweile sind die Ermittlungen weitgehend abgeschlossen.

Acht Verdächtige ermittelt

Gegen acht Beschuldigte, drei Minderjährige und fünf Erwachsene, wurden insgesamt 19 Strafanzeigen wegen gewerbs- und bandenmäßigen Inverkehrbringens von Falschgeld sowie Warenkreditbetruges und wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgelegt. Gegen zwei Brüder im Alter von 16 und 21 Jahren erließ das Amtsgericht Offenburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl, sie sitzen in Untersuchungshaft. Die Fahnder scheinen auf der richtigen Spur zu sein: die Zahl falscher Geldscheine sei in Lahr mittlerweile wieder stark zurückgegangen, heißt es weiter.

Das Falschgeld stammte vom Bruder

Die beiden Jugendlichen räumten in ihren Vernehmungen ein, bereits 14 Mal mit falschen Fünfzigern bezahlt zu haben. Die Blüten hatten sie zuvor von dem 21-jährigen Bruder des 16-Jährigen erhalten. Die weiteren Ermittlungen deckten auf, dass dieser selbst meist eher billige  Waren erwarb und diese mit 50-Euro-„Blüten“ bezahlten, um möglichst viel „echtes“ Wechselgeld zu erhalten.

Polizei überwachte Telefone

Nach und nach konnten dann nach   Telefonüberwachungen und Observationen weitere Verdächtige ermittelt werden, die von dem 21-Jährigen Falschgeld erhalten hatten, um dieses möglichst unauffällig in  Umlauf zu bringen. In seiner Vernehmung räumte einer der Beschuldigten ein, dass sie im Besitz von insgesamt 45000 Euro Falschgeld gewesen seien.

Scheine von guter Qualität

Woher der 21-Jährige das Falschgeld  hatte, das konnten die Beamten der Kriminalpolizei noch nicht zweifelsfrei klären. Die im Offsetdruckverfahren hergestellten Blüten seien von guter Qualität und dürften in Italien hergestellt worden sein, heißt es. Doch zu dieser Frage dauern die weiteren Ermittlungen noch an.