Baggersee Maiwald
Auf einem Teil des Baggersees Maiwald, der bereits ausgekiest ist, soll eine 1,25 Hektar große Fotovoltaikanlage entstehen. | Foto: Peter Meier

Gemeinderat Renchen

Fotovoltaikanlage schwimmt bald auf dem Baggersee

Von Peter Meier

Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat Renchen der wasserrechtlichen Genehmigung für eine schwimmende Fotovoltaikanlage auf dem Baggersee Maiwald zugestimmt. Die einzige Gegenstimme in der jüngsten Sitzung kam von Patrick Berger (FWV). Bereits vor gut einem Jahr hatte der Gemeinderat dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt, eine schwimmende Fotovoltaikanlage zu betreiben. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, mit dem Betreiber weitere Details zur maximalen Nutzungsfläche sowie mögliche Verpachtungsbedingungen abzuklären. In der jüngsten Sitzung ging es um die Zustimmung zur wasserrechtlichen Erlaubnis einer mit 1,25 Hektar großen Fläche und einer Leistung von 1,2 MWpeak deutlich abgespeckten Anlage. Ursprünglich war aus wirtschaftlichen Erwägungen eine Anlage von bis zu acht Hektar Fläche und 6,4 MWpeak Leistung zur Einspeisung in das Stromnetz vorgesehen. Die jetzt beantragte Anlage entspricht drei Prozent der Seefläche, sie soll lediglich den Eigenbedarf des Kieswerks decken und auf dem bereits ausgekiesten östlichen Teil des Baggersees entstehen.

Angelsportverein akzeptiert kleinere Anlage auf dem Baggersee

Laut Vorlage wurde zwischenzeitlich geklärt, dass durch das Projekt keine erheblichen Beeinträchtigungen für ökologische und fischereiliche Belange zu erwarten seien. Das Vorhaben liege außerhalb des FFH-Schutzgebietes (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet), sodass auch dort keine Beeinträchtigungen zu befürchten seien. Der Angelsportverein Renchen, der den Maiwaldsee bewirtschaftet, habe zudem signalisiert, dass er eine 1,25 Hektar großen Anlage akzeptieren könnte, gegen eine größere Anlage habe der Verein massiven Widerstand angekündigt.

Schritt in die richtige Richtung

Wolfgang Bär, Sprecher der FWV-Fraktion, begrüßte das Projekt grundsätzlich als Schritt in die richtige Richtung, da es den Eigenbedarf an Strom der entsprechenden Firma decke. Von einer kontroversen Diskussion in der CDU-Fraktion berichtete Werner Bär: Es werde positiv gesehen, dass die Anlage reduziert wurde, Befürchtungen gebe es im Hinblick auf Sicherheitsrisiken und die Frage der Haftung. Gutachten bestätigen, dass es keine Sicherheitsrisiken gebe, betonten Wolfgang Bär und Dominik Feist. Es müsse vertraglich festgelegt werden, dass die Gemeinde keine Haftung übernimmt, so Heinz Schäfer (SPD). Auch müssen geänderte Pachtbedingungen verhandelt werden. Dies betreffe nicht die wasserrechtliche Genehmigung, müsse aber vertraglich geregelt werden. Schäfer sei grundsätzlich für regenerative Energien, es dürfe aber nicht nur der finanzielle Gewinn beachtet werden. Für ihn sei entscheidend, dass auf eine Anlage mit Einspeisung ins Stromnetz verzichtet wurde.