Tramtrasse
Nach dem Brückenschluss über den Rhein, hier ein Bild aus dem Frühjahr, soll die Tramlinie D künftig bis ans Kehler Rathaus führen. | Foto: Laurent Rothan

Bau der Tramtrasse in Kehl

Freie Bahn für letztes Teilstück

Die Sitzung des Kehler Gemeinderats hielt am Mittwochabend eine Überraschung bereit: Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war aus Freiburg angereist, um den lang ersehnten Beschluss zu überreichen, der das Planfeststellungsverfahren für die Tramtrasse in Kehl abschließt. Damit hat das Regierungspräsidium (RP) Freiburg nach eigenen Angaben den Bau des letzten der drei Streckenabschnitte des Gesamtprojekts zur Verlängerung der Straßburger Straßenbahnlinie D bis zur geplanten Endhaltestelle vor dem Kehler Rathaus genehmigt.

Nachbarn wachsen zusammen

„Die nunmehr vollständig festgestellte Planung der Straßenbahnlinie zwischen Kehl und Straßburg ist ein gelungenes Beispiel für die engen und guten Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Frankreich“, betonte Schäfer vor dem Kehler Gemeinderat. Die Bürger in Straßburg und Kehl lebten „nicht nur nebeneinander, sondern miteinander“. Hier wüchsen Deutschland und Frankreich buchstäblich zusammen, führte Schäfer aus, und schafften mit der Straßenbahnverbindung eine „neue Identität des Eurodistrikts“.

Endhaltestelle am Rathaus

In Fortführung der bereits im Bau befindlichen Tramtrasse aus Richtung Straßburg über den Rhein soll die Straßenbahn am Kehler Bahnhof und der Hochschule vorbei über die B 28 die Großherzog-Friedrich-Straße bis zur geplanten Endhaltestelle „Kehl-Rathaus“ in der Hauptstraße weitergeführt werden. Ein entsprechender Antrag wurde am 28. November 2014 beim Regierungspräsidium Freiburg gestellt, nachdem der Kehler Gemeinderat hierzu im Dezember 2013 den notwendigen Beschluss gefasst hatte.
Nachdem die Öffentlichkeit bereits seit dem Jahr 2009 fortlaufend über Gegenstand und Fortschritt des Vorhabens informiert wurde, erfolgte zu dem nun planfestgestellten Bauabschnitt im Februar und November 2015 die Offenlage der Planunterlagen. Ein Erörterungstermin fand am 25. Februar in der Stadthalle Kehl statt.

Schwierige Planung zur Tramtrasse

Noch mehr als die vorhergehenden Streckenabschnitte stellte der nun genehmigte für die Stadt Kehl wie auch für das Regierungspräsidium Freiburg eine besondere Herausforderung dar. Die Tramtrasse sollte auf der einen Seite mitten durch die Kehler Innenstadt geführt werden, um die dringend benötigte zusätzliche Verkehrsanbindung zu schaffen. Andererseits, teilt das RP mit, war eine Planung zu finden, die unzumutbare Beeinträchtigungen ausschließt.
Wenig überraschend waren deshalb die große Anzahl der zum Vorhaben vorgebrachten Stellungnahmen, Einwendungen und Anmerkungen. Insofern war laut RP eine besonders intensive Prüfung der betroffenen öffentlichen und privaten Belange erforderlich. Dabei wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten zur Straßenbahntechnik, zur Spur- und Streckenführung, sowie zur Platzierung der Haltestellen in Betracht gezogen. Übrig blieb die von der Stadt Kehl geplante Tramtrasse, die sich – wie nun auch das Regierungspräsidium Freiburg bestätigte – gut in den bestehenden Straßenraum einfüge.
Der Planfeststellungsbeschluss wird mit den genehmigten Planunterlagen in Kürze bei der Stadt Kehl zur Einsichtnahme ausliegen. Über die Termine will das RP in einer gesonderten Mitteilung informieren. Den privaten Einwendern sowie den am Verfahren beteiligten Stellen werde der Planfeststellungsbeschluss übersandt.