Fussballtrainer sind Mangelware: Dies wurde  jetzt beim Aktionstag bei FV Linkenheim von  (von links ) Rüdiger Guthier, Peter Straetemans, Daniel Schutsch und Uwe Heumöller diskutiert.
Fussballtrainer sind Mangelware: Dies wurde jetzt beim Aktionstag bei FV Linkenheim von (von links ) Rüdiger Guthier, Peter Straetemans, Daniel Schutsch und Uwe Heumöller diskutiert. | Foto: Alexander Werner

Bei Mädchen fehlt Nachwuchs

Kreis Karlsruhe: Mangelware Fussballtrainer

Von Alexander Werner

Schnuppertraining anstelle von Turnieren für schon Aktive: So richtig sprang der Funke beim neu ausgerichteten „Tag des Mädchenfußballs“ noch nicht über. Nur ein kleines Grüppchen kam zu diesem Anlass auf dem Vereinsgelände des TV Linkenheim zusammen. Dieser hatte  mit dem SV Blankenloch zu dem vom Fußballkreis Karlsruhe präsentierten und vom DFB  initiierten Aktionstag eingeladen. Zentrales Ziel dabei ist, neue, aktiv spielende Mädchen für die Vereine zu gewinnen. Und vor allem engagierte Trainer zu finden.

Keine Fußballtrainer für B-Jugend

Die beiden im Mädchenfußball besonders engagierten Vereine haben es über ihre Spielgemeinschaft erstmals geschafft, eine Frauenmannschaft fürs Großfeld auf die Beine zu stellen. Trotz aller Bemühungen aber sieht es beim Nachwuchs schlecht aus. Interessenten für die B-Jugend gebe es genug für eine Mannschaft, berichtete Daniel Schutsch, Jugendkoordinator und Abteilungsleiter Damenfußball in Linkenheim. Aber dafür bräuchte es  Trainer. Und daran herrscht Mangel. Daran sei es gescheitert, beklagte auch Peter Straetemans, Damen-Ko-Trainer beim SV Blankenloch.

Wenn sich niemand explizit darum kümmert, tut sich nicht viel.

Diesen Ausdruck eines durchweg massiven Trainer-Problems beklagt Kreisjugendleiter Bernd Bastian. Wenige fühlten sich dafür berufen bei einer für Damenfußball weithin noch bescheiden aufgeschlossen Vereinslandschaft. „Wenn sich niemand explizit darum kümmert, tut sich nicht viel“, resümierte Bastian.

Damenfußball nur bei zehn von 100 Vereinen

Gerade einmal zehn Prozent der 100 Vereine im Kreis würden Damenfußball betreiben, erklärte er mit Lob für die sehr engagierten Vereine in Linkenheim und Blankenloch. Dass der von Erfolgen der Nationalmannschaft vor einigen Jahren ausgelöste Boom abgeebbt ist, manifestiert sich im Kreis an rückläufigen Mannschaftszahlen und weniger Interesse speziell in der E- und D-Jugend. Bis zur C-Jugend können Mädchen wie in Linkenheim und Blankenloch bei im Ganzen rund 30 in der Jugend Aktiven immerhin noch mit Jungs zusammenspielen.

Perspektiven für die Entwicklung

Welchen Spaß die zehnjährige Johanna am Fußball hat, ließ sie beim Schnuppertraining mit E-Jugend Betreuer Uwe Heumöller spüren. Mit ihren Eltern Katrin und Dieter Wickert kam sie aus Eggenstein. Sozusagen auf Perspektivsuche für die weitere Entwicklung, weil sie dort als einziges Mädchen in der Mannschaft spiele, erzählten die Eltern. Etwas überrascht waren Tanja und Marco Abberger aus Linkenheim, als ihre siebenjährige Tochter Ida die Werbung entdeckte und kundtat, Fußball einfach mal ausprobieren zu wollen. Mehr Mädchen für den Sport wünschte sich auch Rüdiger Guthier, Kreisbeauftragter für Mädchen- und Damenfußball. Wenngleich es bei den Jungs besser aussieht, bräuchte es auch dort mehr Nachwuchs.