Die Fußballerinnen des FV Niefern
Die Fußballerinnen des FV Niefern | Foto: Rubner

Fußball-Oberliga Frauen

FV Niefern vor Auftakt zuversichtlich

Für eine gute Vorbereitung gibt es zwar keine Punkte. Aber im besten Fall führt sie bald zu welchen. Insofern kann der FV Niefern am Sonntag zuversichtlich in die neue Saison der Frauenfußball-Oberliga starten. „Wir sind stabil und verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen“, sagt Trainer Philipp Michalzick, der mit seinen Spielerinnen den fünften Platz anpeilt.

Auftaktgegner eigentlich abgestiegen

Im dritten Jahr nach dem FVN-Aufstieg hält Michalzick die Oberliga für unberechenbarer als vorher. Aus der Verbandsliga kommen mit der Amicitia Viernheim ein kampfstarkes Team und mit dem SV Hegnach eine gut zusammengestellte Truppe, die im Vorjahr das Achtelfinale im DFB-Pokal erreichte. Einen dritten Aufsteiger gibt es nicht. Der völlig überlegene südbadische Verbandsligameister SG Vimbuch/Lichtenau hätte in der Oberliga nicht als Spielgemeinschaft starten dürfen und verzichtete auf den Aufstieg. Ein südbadischer Nachrücker fand sich nicht.
Dafür durfte der TSV Tettnang in der Oberliga bleiben. Gegen genau diesen Verein eröffnet Niefern am Sonntag (13 Uhr) seine Spielzeit. Aus der Regionalliga kommt der TV Derendingen aus Tübingen herunter in die Liga, dafür war der SC Freiburg II aufgestiegen. Topfavorit ist in dieser Saison nicht nur für Michalzick der Vorjahreszweite Karlsruher SC. Der erste Absteiger 2016/17 steht übrigens schon fest: FV Faurndau zog sein Team nach Querelen zurück.

Zugänge finden sich inzwischen zurecht

Dagegen wirkt das Konstrukt in Niefern stabil. Der Kader blieb komplett zusammen, drei Transfers fanden inzwischen guten Zugang zum Team. Torfrau Anja Berger, die bereits in der Rückrunde zur Mannschaft gestoßen war, fordert mit ihrer Erfahrung und ihrem Spielvermögen die etablierte Nummer eins, Alisa Geiger, heraus. Luana Heinzl, die vom Ligarivalen ASV Hagsfeld eine defensive Viererkette gewöhnt war, fand sich laut Michalzick schnell auf der linken Seite der Nieferner Dreierabwehr zurecht. „Sie spielt gute Bälle und geht auch selbst mit nach vorne“, lobt der Trainer.
Die längste Eingewöhnungszeit brauchte Stürmerin Miriam del Brio. „Seit ihren drei Toren im Test gegen Mörsch ist bei ihr aber der Knoten geplatzt“, so Michalzick. Mit den Testeindrücken gegen SV Mörsch (7:0), FV Löchgau (3:3), TSV Münchingen (2:2), KIT SC (4:2) und den Vorjahresletzten der französischen Zweiten Liga, CS Mars Bischheim (1:1) ist der Coach zufrieden: „Formationstechnisch haben wir uns sehr gut gefunden.“ Wie in der Rückrunde 2015/16, als nach durchwachsenem Herbst wieder Stabilität einkehrte, will Michalzick im 3-5-2 agieren lassen.

Manko Torabschluss bleibt

„Mit Vanessa Jakob auf der Zehn strahlen wir gewaltige Torgefahr aus“, findet der Trainer. Dennoch beobachtete er wie schon in der Vorsaison die bekannten Defizite im Torabschluss. Beim Saisonauftakt gegen Tettnang  setzt Michalzick im Sturm auf die Kombination aus Neuzugang del Brio und Jeanette Martinez. Elena Obert und Alexandra Tsiotras haben laut dem Cheftrainer noch etwas Trainingsrückstand. Die dynamische Offensivkraft auf der rechten Seite, Anna-Lena Kunz, fehlt urlaubsbedingt ganz. „Das müssen wir kompensieren“, sagt Michalzick. Ein Auftaktsieg ist für den FV Niefern nicht nur wegen der drei Punkte wünschenswert. Einen kleinen persönlichen Fluch gilt es für den Trainer zu besiegen: „Ich habe noch nie am ersten Spieltag gewonnen“, sagt er. „Es lief immer unglücklich.“ Auch um gleich ein gutes Momentum zu bekommen, wäre ein „Dreier“ zum Auftakt wichtig. Wer gleich seine Form finde, der könne im ausgeglichenen Feld oben mitspielen, so Michalzick.