Das Quartett "Wellbappn" um den Ex-Biermösel Hans Well tritt am 21. Oktober in der Gaggenauer Kleinkunstbühne auf.
Das Quartett "Wellbappn" um den Ex-Biermösel Hans Well tritt am 21. Oktober in der Gaggenauer Kleinkunstbühne auf. | Foto: pr

Kleinkunst in Gaggenau

„Die Mischung ist nicht auf Kommerz ausgelegt“

Vom „kulturellen Wiedererwachen nach den sommerlichen Outdoor-Tätigkeiten“ spricht die Gaggenauer Kulturamtsleiterin Heidrun Haendle. Zusammen mit Jens Dietrich, Betreiber der Rantastic-Bühne in Haueneberstein wie auch der klag-Bühne Gaggenau, hat sie jetzt das Herbst- und Winterprogramm 2016/17 („Kulturrausch“) für die Kleinkunstbühne in Gaggenau vorgestellt. 37 Veranstaltungen im Zeitraum Ende September bis Ende Januar sollen die unterschiedlichsten Geschmäcker in den Sparten Kabarett, Comedy, Musik und Theater bedienen.

Die Stadt Gaggenau unterstützt das Kulturangebot im klag mit einer jährlichen Subvention, die an den privaten Betreiber ausgezahlt wird. Dies soll auch in Zukunft so bleiben, Oberbürgermeister Christof Florus („Die Kleinkunstbühne hat einen Namen in der Region“) spricht anlässlich der Programmvorstellung von einer „kommunalen Aufgabe, den Betreiber zu unterstützen, um ein solches Kleinkunstangebot vorhalten zu können“. Das Gaggenauer Kulturamt und der Rantastic-Betreiber Jens Dietrich stellen gemeinsam die Halbjahresprogramme zusammen. Dietrich betont: „Die Mischung ist nicht auf Kommerz ausgelegt.“

„Die Frau ist der Megahammer“

Viele neue Gesichter sind dabei, aufstrebende Künstler, aber auch Kleinkunststars, die immer wieder gerne nach Gaggenau kommen und die besondere Atmosphäre der Kleinkunstbühne in der Luisenstraße genießen. Die Musiker unter ihnen schätzen besonders die bemerkenswerte „Club“-Akustik. Die Künstler kommen aus der gesamten Bundesrepublik, aber auch aus der Schweiz (wie Hazel Brugger mit ihrem schwarzen Humor, 29. Oktober), aus Italien und Österreich. Jens Dietrich über Hazel Brugger: „Die Frau ist der absolute Megahammer; sie gilt als die böseste Frau der Schweiz und dabei ist sie absolut liebenswert.“

Den Auftakt macht C. Heiland mit seinem Musikkabarett und seinen schrägen Liedern, ehe Annette Postel, die badische „Scheherazade des deutschen Musikkabaretts“, wie sie schon genannt wurde, mit Stimme, Witz, Glitzerkram und Jazzpianist am 30. September die Bühne betritt. Landesgrenzen sprengen Bernd Kohlhepp mit schwäbischer Lachkost im Badischen (15. Oktober), „Maddin“ Schneider mit hessischer Chakrenlehre (30. Oktober) und der Italo-Schwabe Heinrich del Core, bei dem Mentalitätsunterschiede im ganz normalen Alltag kollidieren (15. Dezember).

Vater und Sohn Dauner kommen

Ein „Gipfeltreffen der anderen Art“ wird für die (größere) Jahnhalle angekündigt, in der zwei der insgesamt 37 Veranstaltungen stattfinden: Mit Vater Wolfgang Dauner am Piano und Sohn Florian am Schlagzeug treffen deutsche Jazzgeschichte und die neue deutsche Jazzgeneration aufeinander (11. November). Ähnlich – Vater und Kinder gemeinsam auf der Bühne – verhält es sich bei den drei „Wellbappn“, dem multiinstrumentalen Blosn-Nachwuchs von Ex-Biermösl Hans Well (21. Oktober).

Die lokalen Größen sind  mehrfach im klag anzutreffen: Zuerst als versierte Begleitband des heimischen Schlagzeugnachwuchses im „Trommelfieber“ (28. Oktober). Dann lassen die Musiker von „Broken Heart“ die Erinnerung an die Berliner Konzerte des Willy DeVille Acoustic Trios 2002 und damit an den „großen Schmerzensmann der amerikanischen Soulmusik“ wieder aufleben (12. November). Ihre klag-Premiere feiern Gerald Sänger & Cream of Clapton mit einer vielschichtigen Hommage an eine lebende Gitarrenlegende (3. Dezember).

Es geht auch um Integration

Mit dem Duo „Lumpenpack“ sind frischgebackene baden-württembergische Kleinkunstpreisträger am Start (16. November). Auch das sehr aktuelle Themenfeld Integration bis hin zum Rassismus wird nicht ausgespart: Es steht bei den Auftritten von Simon Pearce („Allein unter Schwarzen“, 22. Oktober), Idil Baydar (11. November) und Özcan Cosar (14. Dezember) ganz vorne.

Die klag-Bühne ist zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn geöffnet – zur Nutzung des gastronomischen Angebots und zur Sicherung eines guten Sitzplatzes (freie Platzwahl). Veranstaltungsbeginn ist montags bis samstags um 20 Uhr, Einlass ab 18 Uhr (sonntags Beginn um 19 Uhr, Einlass 17.30 Uhr). Gutscheine gibt es im Kulturamt Gaggenau sowie im Rantastic; sie können für Veranstaltungen in beiden Bühnen eingelöst werden.

Internet: www.klag-kleinkunst.de