Ein Verkauf der evangelischen Kirche Weisenbach und die Umwidmung in ein Einfamilienhaus dürfte wegen des Rechtsstreits noch auf sich warten lassen.
Ein Verkauf der evangelischen Kirche Weisenbach und die Umwidmung in ein Einfamilienhaus dürfte wegen des Rechtsstreits noch auf sich warten lassen. | Foto: Götz

Streit in Weisenbach

Hat Nachbar Kirchengrundstück überbaut?

In den Bemühungen der evangelischen Kirchengemeinde Forbach-Weisenbach, die Kirche in Weisenbach zu verkaufen, wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Kirchengemeinde hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet und lässt nunmehr juristisch abklären, ob ein Nachbar in der Vergangenheit einen Teil des Kirchengrundstücks überbaut und damit für eigene Zwecke genutzt hat. Entsprechende BNN-Informationen bestätigte jetzt Pfarrerin Margarete Eger: „Ja, wir lassen das klären.“ Mehr wolle sie zu diesem Sachverhalt derzeit aber nicht sagen. Nur soviel noch: Das Landratsamt Rastatt habe in der Zwischenzeit seine Zusage zur Nutzungsänderung des Kirchengebäudes in ein Einfamilienhaus erteilt, so Pfarrerin Eger. Damit liegt die behördliche Genehmigung zur Umwidmung der Kirche vor.

 Nachbar bedauert: „Keine Gesprächsbereitschaft“

Der Nachbar weist gegenüber dieser Zeitung den Vorwurf zurück und hat inzwischen ebenfalls einen Anwalt beauftragt. Er sagt: „Mir gehört das Grundstück. Ich habe nicht überbaut, trage aber die Verantwortung.“ Er betont, dass er bereits zu einem frühen Zeitpunkt versucht habe, mit der Kirchengemeinde zu reden. „Aber es wurde keine Gesprächsbereitschaft signalisiert.“ Bedeutet unter dem Strich: Der Sachverhalt liegt bei den Anwälten und geht mit gewisser Wahrscheinlichkeit vor Gericht; ein Verkauf des Kirchengrundstücks und seine Umwidmung zu Wohnzwecken dürfte wegen des laufenden Verfahrens also noch gewisse Zeit auf sich warten lassen.

Die Grundstückszufahrt ist das Problem

Der eventuell durch einen Nachbarn überbaute Grundstücksteil ist deshalb von besonderem Interesse, weil dieser eine mögliche neue Zufahrt zum Kirchengebäude tangieren könnte: Bislang gibt es nur einen Zugang von unten – ein Weg, der eher nicht für eine Zufahrt mit einem Pkw in Frage kommt. Insofern fällt der Blick auf die mögliche Alternative, das wäre eine Zufahrt von oben an das Gebäude heran: Nach BNN-Informationen wäre wegen der eventuell vorhandenen „grenzüberschreitenden“ Überbauung eine neue Zufahrt von oben aber nur eingeschränkt möglich.
Was die Kirche geklärt und auch ausgeräumt haben will, um das Grundstück veräußern zu können.

Bekanntlich ist der erste Verkaufsversuch, obwohl weit vorangeschritten, gescheitert; der Kaufinteressent aus Forbach war wie berichtet im Juni abgesprungen, das Problem der Zufahrt soll eine große Rolle gespielt haben. Die Kirchengemeinde will das Grundstück aus finanziellen Gründen verkaufen. Mit nur rund 1 000 Kirchenmitgliedern in Forbach und Weisenbach könne man keine zwei Kirchen unterhalten, wurde mehrfach betont.