Für seine Verdienste um die Integration in der Stadt Gaggenau ist Slobodan Mandic (Mitte) gestern auch im Beisein von Sparkassenchef Stefan Siebert (hinten links), OB Christof Florus (dritter von rechts), und des Vorsitzenden des Seniorenrats, Gerrit Große (links), mit dem Deutschen Bürgerpreis ausgezeichnet worden.
Für seine Verdienste um die Integration in der Stadt Gaggenau ist Slobodan Mandic (Mitte) gestern auch im Beisein von Sparkassenchef Stefan Siebert (hinten links), OB Christof Florus (dritter von rechts), und des Vorsitzenden des Seniorenrats, Gerrit Große (links), mit dem Deutschen Bürgerpreis ausgezeichnet worden. | Foto: Kocher

Preis für Slobodan Mandic

Integration ist seine Mission

Von Joachim Kocher

Der Vorstand der Sparkassenstiftung Baden-Baden/Gaggenau, Stefan Siebert, hat Slobodan Mandic mit dem Deutschen Bürgerpreis ausgezeichnet. Der Deutsche Bürgerpreis wird von einem Bündnis der Sparkassen mit engagierten Bundestagsabgeordneten, den Städten und Landkreisen sowie Gemeinden bundesweit vergeben. In diesem Jahr stand er unter dem Motto: „Deutschland 2016 – Integration gemeinsam leben“. Den Preis in Höhe von 2 000 Euro stellte Mandic dem Seniorenrat zur Verfügung. Es hätte für ihn keinen prädestinierteren für den Deutschen Bürgerpreis gegeben, betonte Stefan Siebert zu Beginn seiner Laudatio. Der Sparkassenchef bezeichnete Slobodan Mandic als einen idealen Mittler zwischen den Welten.
Siebert betonte auch, dass der 70-jährige bundesweit unter den 220 Preisträgern zu den Top-zehn Finalisten in der Kategorie „Lebenswerk“ zählte. „Dies gehört schon in die Champions League“, so Siebert.
Siebert ging in einigen Sätzen auf den Lebensweg von Slobodan Mandic ein, der 1969 nach Deutschland kam. 1988 wurde er in den Betriebsrat von Daimler in Gaggenau gewählt. Drei Jahre später wurde er zum Vorsitzenden des Ausländerausschuss der IG-Metall berufen. In dieser Position war er für die Integration von Beschäftigten aus rund 20 unterschiedlichen Nationen verantwortlich. Nicht unerwähnt ließ Siebert die Rolle von Mandic als Vermittler, als die Konflikte zwischen den Volksgruppen in Jugoslawien Anfang der 1990er Jahre auch in Gaggenau für Unruhe sorgten. Stefan Siebert sprach auch die Arbeit von Mandic als Schwerbehindertenvertreter an. Der Sparkassenchef hob sein Engagement innerhalb des Seniorenrates sowie des Fotoclubs hervor. Das Murgtal könne stolz sein, eine solche Persönlichkeit in seinen Reihen zu haben.

„Deutsche und Ausländer müssen von einander lernen“

„Slobodan Mandic ist eine Integrationsperson pur“, sagte Oberbürgermeister Christof Florus. Auch der Vorsitzende des Seniorenrates, Gerrit Große, freute sich über die Preisverleihung an Slobodan Mandic. Ohne den Preisträger sei das Internetcafé nicht das, was es heute ist, betonte Große. Es sei für ihn eine große Ehre, den Deutschen Ehrenpreis entgegennehmen zu dürfen, sagte Slobodan Mandic. Den Preis teile er mit vielen Menschen, die sich jeden Tag mit Fleiß und Leidenschaft für anderen ehrenamtlich engagierten. Unter den Ehrenamtlichen seien auch die Familien, die das mitttragen. In diesem Zusammenhang dankte er seiner Frau Dragica.
„Ich empfinde mich längst als Deutscher, der anderen helfen kann, sich zu integrieren“, sagte Mandic. Der Preisträger betonte auch, dass die Ausländer den hiesigen Lebensverhältnissen und Lebensweisen aufgeschlossen und lernbereit begegnen sollten. Die Deutschen wiederum sollten sich für die Umstände des Umzuges oder der Flucht, aber auch für die Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen der hier lebenden Ausländer interessieren. „Integration kann nur gelingen, wenn Ausländer und Deutsche vertrauensvoll aufeinander zugehen, einander achten und bereit sind voneinander zu lernen“, so Mandic.