Im Forbacher Krankenhaus ist jüngst ein Patient verstorben, dessen Witwe schwere Vorwürfe gegen medizinisches Personal erhoben hat.
Im Forbacher Krankenhaus ist jüngst ein Patient verstorben, dessen Witwe schwere Vorwürfe gegen medizinisches Personal erhoben hat. | Foto: Bauer

Klinik bestreitet Vorwürfe

„Keine medizinischen Patzer“

Hinsichtlich des relativ überraschenden Todes eines 76-jährigen Mannes aus Elchesheim-Illingen im Forbacher Krankenhaus und den schweren Vorwürfen der Witwe gegen medizinisches Personal der Klinik Mittelbaden haben die Verantwortlichen medizinische Versäumnis gestern zurückgewiesen. In einer Pressekonferenz erklärten der Chefarzt des Forbacher Klinikums Hans-Martin Wahl und Thorsten Reinhardt von der Geschäftsleitung, dass der 76-Jährige an akutem Herzversagen gestorben sei.
Sämtliche notwendigen medizinischen Leistungen seien sachgerecht erbracht worden. Probleme räumten die Mitarbeiter des Klinikums Mittelbaden mit der Kommunikation zwischen der Ehefrau des Verstorbenen und medizinischem Personal in Forbach ein – insbesondere was einen dort beschäftigten ausländischen Mediziner beträfe, der möglicherweise der deutschen Sprache nicht komplett mächtig sei.
Im sozialen Netzwerk Facebook war der Teufel los. Eine Bekannte der Witwe hatte Ende September eine umfangreiche Beschwerde der Frau gepostet mit dem zwischen den Zeilen zu lesenden Inhalt, dass ihr Mann bei qualifizierter Behandlung möglicherweise noch leben könnte. In Facebook waren kurz darauf um die 800 Kommentare zu lesen und über 3 500 „Teiler“, also Wiedergaben des recht umfangreichen Textes.

Nicht an Blutvergiftung gestorben

Dass der inzwischen Verstorbene als Notfall in das Krankenhaus Rastatt eingeliefert wurde, sei üblich, sagten die Verantwortlichen des Klinikums Mittelbaden gestern, denn: Notfälle seien in das nächstgelegene Krankenhaus zu bringen, also nicht etwa nach Karlsruhe.
Der später Verstorbene sei mit einer bereits schweren Erkrankung und körperlicher Schwäche eingeliefert worden. So schwach, dass der Schleim einer akuten Bronchitis habe abgesaugt werden müssen. Dabei wurde eine Körpertemperatur von etwas über 38 Grad festgestellt. Darüber hinaus habe der Mann vor nicht allzu langer Zeit einen Schlaganfall erlitten. Da es sich dabei nicht um einen dramatischen Zustand gehandelt habe, sei der Patient nach Forbach verlegt worden. Darauf hätte man verzichten können, es sei aus medizinischen Gründen aber nicht fehlerhaft gewesen. Wie der dortige Chefarzt Hans-Martin Wahl gestern erklärte, sei die Behandlung nach allen Regeln der Medizin weitergeführt worden.
Wahl verwies auf die Labordaten des Patienten, aus denen hervorginge, dass die Entzündungswerte nach der Gabe von Antibiotika deutlich gesunken seien. Zu keinem Zeitpunkt habe es Hinweise auf eine Blutvergiftung (Sepsis) gegeben. Zum Vorwurf der Witwe, es habe in dem Forbacher Krankenhaus keine Urinbeutel für ihren Mann gegeben, erklärten Wahl und Reinhardt, es habe sich um spezielle Behältnisse für Patienten gehandelt, die über keine körpereigene Blase mehr verfügten. Diese Beutel hätten aber nicht notwendigerweise ausgetauscht werden müssen, hieß es gestern.

Probleme mit der Kommunikation

Probleme bei der Kommunikation habe es indessen gegeben. So sei der von der Beschwerdeführerin beklagte 30-Stunden-Dienst für den behandelnden Arzt in Forbach kein ununterbrochener Zeitraum gewesen. Darin seien 24 Stunden Freizeit – womöglich mit Bereitschaft – zu verzeichnen.
„Dumm gelaufen“ sind indessen die falschen Eintragungen auf dem sogenannten Arztbrief, auf dem der falsche Todestag und das falsche Alter des Verstorbenen eingetragen waren. Der erheblich wichtigere „Totenschein“ sei allerdings korrekt ausgefüllt worden, so die Vertreter des Klinikums.