Schulungsräume und Labore der Papiermacherschule Gernsbach befinden sich vor allem im Haus Metsko.
Schulungsräume und Labore der Papiermacherschule Gernsbach befinden sich vor allem im Haus Metsko. | Foto: pr

Papiermacherschule Gernsbach

Neue Fachklasse bringt den Lückenschluss

Nach zwei langen Jahren der Vorbereitung und einiger Kompromisse hat die Papiermacherschule ihr Ziel erreicht: Nach anfänglichen Protesten der Johannes-Gutenberg-Schule in Stuttgart kann die Gernsbacher Einrichtung eine neue Fachklasse Packmitteltechnologie einrichten. Sie soll 2017/2018 starten. Bereits mehr als 30 Firmen haben Interesse signalisiert, ihre Auszubildenden in die Klassen zu schicken, betonte der Landrat Jürgen Bäuerle beim jüngsten BNN-Besuch. Damit wäre die Voraussetzung für 16 Schüler zur Bildung einer solchen Klasse deutlich überschritten.

Mehr Einsatzmöglichkeiten auf dem Markt

Das Angebot richtet sich an die Ausbildung zum Maschinen- und Anlageführer, die bislang nur zwei Jahre dauerte und durch die Fachklasse Packmitteltechnologie um ein drittes Jahr erweitert wird. Für die Schüler entstehen dadurch klare Vorteile: „Sie haben nun die Möglichkeit, einen höherwertigen Berufsabschluss zu erlangen und haben damit deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten auf dem Markt“, erklärt Schulleiter Jürgen Gerstner. Nicht zuletzt führe der Abschluss zu höherer Bezahlung, fügt er hinzu. Neue Lehrer braucht die Schule für die neue Klasse nicht. „Unsere bestehenden Deputate reichen aus“, sagt Gerstner. Mit dem neuen dritten Ausbildungsjahr sei auch der Weg für weiterführende Schulen und höheren Abschlüssen frei. „Der Lückenschluss ist endlich erfolgt“, betont Ingo Eble von der Schulverwaltung im Landratsamt Rastatt. Der Ausschuss für Schulen und Kultur (ASK) hatte bereits am 24. März 2015 die Einrichtung der Fachklasse Packmitteltechnologe/in an der Papiermacherschule ab dem Schuljahr 2015/2016 beschlossen. Sie konnte jedoch auch im aktuellen Schuljahr noch nicht eingerichtet werden, da die Zustimmung der obersten Schulaufsichtsbehörde fehlte. Aus diesem Grund hatte sich Landrat Jürgen Bäuerle Anfang August nochmals ausdrücklich in dieser Sache an Kultusministerin Susanne Eisenmann gewandt und um Entscheidung gebeten. Die Regionalkonferenz der beruflichen Schulen im Regierungsbezirk Karlsruhe hatte der Maßnahme bereits in der Sitzung am 10. November 2014 zugestimmt.

Kompromiss mit Stuttgarter Schule

Einwände wurden jedoch von der Stadt Stuttgart als Schulträger der Johannes-Gutenberg-Schule geltend gemacht, die bisher landesweit als einzige Schule den Ausbildungsberuf Packmitteltechnologe anbietet. Man fand schließlich den Kompromiss, dass sich das Angebot in Gernsbach nur an die Schüler richtet, die dort die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer absolviert haben; es also keine Konkurrenz für die Stuttgarter Schule geben wird.
Die Zustimmung der obersten Schulaufsichtsbehörde ist am 21. September beim Landratsamt Rastatt eingegangen. Die vierstufige energetische Sanierung, die 2015 begonnen wurde, wird sich in den Jahren 2017, 2018 und 2019 mit Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro fortsetzen, informierte Bäuerle.