Wie eine Betonschüssel sieht das Oberbecken (Bildmitte oben) des Pumpspeicherkraftwerks aus, das die EnBW auf dem Seekopf bei Forbach plant. Ob sich die Anlange so harmonisch in die Landschaft fügt, wie die Fotomontage des Unternehmens aus Blickrichtung Friedrichsturm darstellt, ist derweil ungewiss.
Wie eine Betonschüssel sieht das Oberbecken (Bildmitte oben) des Pumpspeicherkraftwerks aus, das die EnBW auf dem Seekopf bei Forbach plant. Ob sich die Anlange so harmonisch in die Landschaft fügt, wie die Fotomontage des Unternehmens aus Blickrichtung Friedrichsturm darstellt, ist derweil ungewiss. | Foto: EnBW

Pumpspeicherkraftwerk Forbach

Planungen dauern weitere Jahre

Wie geht es weiter mit dem geplanten Pumpspeicherkraftwerk der EnBW in Forbach? Seit Jahren liegt das 300-Millionen-Projekt, bei dem das alte Rudolf-Fettweis-Werk um eine Großanalage zwischen dem Seekopf und dem Forbacher Stauwehr erweitert werden soll, auf Eis. Die Frage wollen Vertreter des Energieriesen in einer Bürgerinformationsveranstaltung am 18. Oktober um 18 Uhr in der Murghalle beantworten. Details zum aktuellen Stand wollte das Unternehmen den BNN vorab nicht geben. Wie diese Zeitung erfuhr, soll es aber nach wie vor offene Fragen bei der Refinanzierung geben. Sogar eine Erhöhung der Netzgebühren ist im Gespräch. Das Planfeststellungsverfahren, das bereits 2013 anlief, wird wahrscheinlich nicht vor 2019 abgeschlossen sein. Ursprünglich war von Ende 2016 die Rede.

Oberbecken auf dem Seekopf

Der drittgrößte deutsche Energieversorger schrieb im ersten Halbjahr erneut rote Zahlen. Umsatz und Gewinn brachen aufgrund niedriger Strompreise ein. Gerade erst wurde bekannt, dass der Rückkauf der Energie Baden-Württemberg (EnBW) – dem berüchtigten Deal unter Federführung des damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) – für das Land einen Verlust von 123 Millionen Euro bedeutet (wir berichteten). So dürfte die Verzögerung des Forbacher Großprojekts auch mit der Finanzlage der EnBW zusammenhängen. Nach BNN-Informationen könnte das Wasserkraftwerk deshalb auch kleiner ausfallen als ursprünglich geplant. An dem großen Oberbecken auf dem Seekopf will man aber weiterhin festhalten. Das Unterbecken der zukünftigen Unterstufe (Schwarzenbachwerk) soll nach wie vor durch einen unterirdischen Wasserspeicher in Form einer Kaverne (Tunnelsystem) erweitert und das Schwarzenbachwerk selbst zu einem echten Pumpspeicherkraftwerk ausgebaut werden. Gleichzeitig ist oberhalb der Schwarzenbachtalsperre auf dem Seekopf die neue Oberstufe geplant.

Durch den Ausbau mit einem neuen Ober- und Unterbecken kann die Leistung in Forbach um rund 220 Megawatt gesteigert und damit vervierfacht werden, hieß es in der damaligen Projektbeschreibung. Für die Stromableitung aus dem Murgtal sei die bereits bestehende 110 Kilovolt-Leitung ausreichend. Um die Belastung für Natur und Bevölkerung gering zu halten, soll das Kraftwerk zum Großteil in den Berg gebaut werden. Der Nationalparkrat habe sich mit dem Thema bislang nicht beschäftigt, sagte die Forbacher Bürgermeisterin Katrin Buhrke als Mitglied. Die Zufahrt für die Bauarbeiten könnten durch denangrenzenden Nationalpark führen. Die Gemeinde Forbach stehe nach wie vor hinter dem Projekt.

Fisch-Aufzüge

Scheinbar will die EnBW ferner zwei „Fisch-Aufzüge“ in Kirschbaumwasen und beim Stauwehr einrichten, um die Durchgängigkeit der Murg zu gewährleisten. Die überarbeitete Wasserrahmenrichtlinie der EU sieht diese Maßnahme vor, die eigentlich schon 2015 realisiert werden sollte.