Bewegende Worte  sprachen unter anderem die Gernsbacher Realschüler auf der Gedenkfeier zu Ehren der am 22. Oktober 1940 deportierten Juden. Der Arbeitskreis Stadtgeschichte hatte zu der alljährigen Feier am Memorialstein eingeladen.
Bewegende Worte sprachen unter anderem die Gernsbacher Realschüler auf der Gedenkfeier zu Ehren der am 22. Oktober 1940 deportierten Juden. Der Arbeitskreis Stadtgeschichte hatte zu der alljährigen Feier am Memorialstein eingeladen. | Foto: Dürr

Gedenkfeier in Gernsbach

„Todesstoß für jüdisches Leben“

Von Susanne Dürr

Vor 76 Jahren wurden die letzten Gernsbacher Bürger jüdischen Glaubens unvermittelt aus ihrem Leben gerissen und in das südfranzösische Lager Gurs transportiert. Alljährlich organisiert der Arbeitskreis Stadtgeschichte am 22. Oktober, dem Tag der Deportation, eine Gedenkfeier an den zwei Gedenksteinen an der Stadtbrücke unweit der Wohnstätte der Deportierten.
Eugen und Heinz Lorsch, Bertha Marx, Arthur, Erna, Liselotte und Margit Kahn, Hilde Dreyfuß und Hermann Nachmann wohnten auf der gegenüber liegenden Seite der Bleichstraße. „Sie könnten uns von dort aus sehen“, erinnerte Regina Meier vom Arbeitskreis Stadtgeschichte an die verbrecherische Aktion, die der “Todesstoß für das letzte verbleibende jüdische Leben in Gernsbach war“.

Feier macht Kontakte zu Verwandten möglich

Mit bewegenden Wortbeiträgen, Gebeten und Liedern gestalteten die Mitglieder des Arbeitskreises Stadtgeschichte, Schüler der Realschule und die beiden Pfarrer Ulrich Eger und Daniel Storek die Gedenkfeier, die musikalisch gefühlvoll von Dagmar Freundel und Karin Haaf umrahmt wurde. „Das Gedenken sei keineswegs nur ein rückwärtsgewandter Akt. So konnten Kontakte zu Verwandten der Ermordeten und auch zu den überlebenden drei Kindern Heinz Lorsch, Liselotte und Margit Kahn nach Pforzheim, Israel und Kanada hergestellt werden“, betonte Meier.
Während Bürgermeisterstellvertreter Friedebert Keck die Namen der 1940 deportierten Mitbürger verlas, entzündeten die Realschüler die Kerzen in den selbst gestalteten Windlichtern und platzierten sie am Memorialstein.