Ein ruhiges Händchen ist das wichtigste bei der Verzierung ihrer süßen Kunstwerke. | Foto: Susanne Dürr

Gernsbacher Cookie-Designerin

Wow-Effekt an der Fest-Tafel

Von Susanne Dürr

Gernsbach. Stollen, Spekulatius, Butterkuchen, all dies wird man in der Weihnachtsbäckerei von Tanja Grebe vergeblich suchen. Bei der Cookie-Designerin sind es die kunstvollen Zuckergussverzierungen, die für den Wow-Effekt an der Festtafel sorgen. Derzeit arbeitet „Ms Berrybutton“, wie sich die Gernsbacherin in ihrem Blog nennt, unter Hochdruck an den letzten Bestellungen für die Festtage.
Besonders das aufwendig gestaltete Lebkuchenpaar mit marmorierter Kleidung und hauchzarten, detailreichen Verzierungen hat es den Internetkunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und England angetan. „Die Nachfrage nach den Cookies war so groß, dass ich derzeit meinen Blog geschlossen habe, denn ich kam einfach nicht mehr hinterher und stand bis nachts in der Küche.“ Tagsüber arbeitet die sympathische Blondine als Shop-Managerin in einem Kosmetikladen in Baden-Baden. Erst nach Feierabend um 19 Uhr bindet sich die 41-Jährige ihre rosa geblümte Schürze um und taucht in ihre bunte Zuckerwelt ein.

Lehrstunde von der englischen Meisterin

Dass die essbaren Kunstwerke bei der Internetkundschaft so einschlugen, damit hatte sie nicht gerechnet, als sie 2014 ihren Blog eröffnete, erzählt die Cookie-Designerin. Ihre Leidenschaft fürs Backen süßer Kekskunstwerke mit Eiweißspritzglasur begann, als eine Bestellung des georderten, kreativen Zuckerwerks nicht bei ihr ankam. „Dann mach ich es eben selbst“, sagte sich die Gernsbacherin. Unzufrieden mit den Resultaten ihrer ersten Versuche, meldete sich die Perfektionistin zu einem dreitägigen Kurs in der Stadt an der Themse bei der Londoner Star-Konditorin Peggy Porschen an. Es ist die Konsistenz des „Royal Icing“, dem Gemisch aus Puderzucker, Eiweiß und Wasser, der sogenannten Eiweißspritzglasur, die ausschlaggebend für das Gelingen der Verzierungen ist. Mit der leicht verlaufenden Mischung, die mit Lebensmittelfarbe eingefärbt werden kann, werden die Plätzchen grundiert. Auch das mehrfache übereinanderlegen verschiedener Farbschichten ist möglich, allerdings sollten hier immer Trocknungszeiten von drei bis vier Stunden beachtet werden, bevor ein weiterer Arbeitsschritt stattfinden kann. „Für meine Cookies bestelle ich steriles Trockeneiweiß aus der Patisserie, das ist dann bis zu sechs Wochen haltbar“, erklärt „Ms Berrybutton“, „während Kekse mit herkömmlicher Eiweißglasur innerhalb einer Woche genascht werden sollten“.

Geduld und Muße

Mit verschiedenen „Tüllen“, sprich Aufsätzen, für die Einwegspritzbeutel geht es dann an die Verzierungen, für die nicht nur eine ruhige Hand, sondern auch eine gehörige Portion Muße nötig sind. „Gerade jetzt höre ich am liebsten Weihnachtsmusik, wenn ich mich beim Verzieren der Plätzchen entspanne“, verrät die Shop-Managerin. Wer mit einem zuckersüßen „Platzgeschenk“ an den Festtagen seine Gäste überraschen will, dem rät Ms Berrybutton es einmal mit einem großen Stern oder einer Schneeflocke zu probieren.
Service

Der nächste Kurse bei Tanja Grebe findet am 18. Januar bei ihr Zuhause statt. Zur Anmeldung geht es hier lang.