x

Max Grundig Klinik

Gegenwind für Windkraft in Baden-Baden


Einen prominenten Mitstreiter haben die Gegner von möglichen Windkraftanlagen vor allem am Standort Wettersberg zwischen Bühlerhöhe und Geroldsau in Baden-Baden gefunden, den die Bürgerinitiative Windkraftfreies Grobbachtal auf der Bühlerhöhe vorstellte. „Mit dem möglichen Bau von Windkraftanlagen ist die einzigartige Lage der Klinik inmitten unberührter Natur und somit auch die Zukunft der Max Grundig Klinik durch ein wirtschaftliches sinnloses Projekt zerstört“, machte Klinik-Geschäftsführer Andreas Spaetgens unmissverständlich klar, dass bei einer Realisierung von Windkraftanlagen auf den dafür ausgewiesenen Flächen 150 Arbeitsplätze in der Klinik und bei diversen Zulieferbetrieben auf dem Spiel stünden.

So sieht laut Visualisierung der Blick von Geroldsau auf den Wettersberg aus. | Foto: pr

Einzigartige Lage zerstört

Neben der Zerstörung durch breite Zufahrtswege und durch die optische wie akustische Beeinträchtigung werde die einzigartige Lage der Max Grundig Klinik zerstört und „ein wichtiger Wettbewerbsvorteil wird für dieses Haus für immer verloren sein“. Mittlerweile sei es gelungen, durch betriebswirtschaftliche Weichenstellungen die bundesweit bekannte Erholungseinrichtung „betriebswirtschaftlich auf einen gesunden Weg zu bringen“, legte Andreas Spaetgens dar. Nach Jahren sei es nun geschafft, die Qualität der Einrichtung in betriebswirtschaftlicher Hinsicht deutlich zu stärken. „Trotz Max Grundig Stiftung schwimmen wir hier entgegen landläufiger Meinung nicht im Geld. Und mit Blick auf die Windkrafträder würde unser Alleinstellungsmerkmal inmitten einer unberührten Natur ohne Lärm und Umwelt-Stress wegfallen“, betonte er. Mit Blick auf die zunehmende Anzahl von hoch sensiblen Patienten mit psychosomatischem Krankheitsbild befürchtet der Klinik-Geschäftsführer mittelfristig deutliche Einbußen. „Wenn pro Jahr nur drei bis vier Patienten abspringen, haben wir es hier schnell mit einem Defizit von bis zu 600 000 Euro zu tun“, rechnete Spaetgens vor.

Kontrollverlust für Gemeinderat

Größten Handlungsbedarf sieht Ansgar Gernsbeck, CDU-Stadtrat in Baden-Baden und Mitbegründer der Bürgerinitiative: „Der Antrag auf Teilaufhebung der Landschaftsschutzgebiete und folgende Verabschiedung eines Teilflächennutzungsplanes führen zu einem Kontrollverlust der betroffenen Gemeinderäte in Baden-Baden und Bühl“, riet er zur Vorsicht. Der Haken sei, dass bei einer Ausweisung eines Teilflächennutzungsplanes sich Investoren, abgesehen von den eigentlichen Besitzverhältnissen der Kommunen, in diese Flächen hineinklagen können“, gab Ansgar Gernsbeck zu bedenken.

Eine falsche Entscheidung im aktuellen Verfahren machten die Folgen unumkehrbar. „Die Planfeststellung für die erste Anlage ist die schwierigste. Aber dann sind diese Flächen als vorbelastet ausgewiesen und wegen der hohen Kosten für Zufahrtswege und Stromtrasse werden weitere folgen“, entwickelt er ein Szenario, bei dem dann auch wegen des geringen Windaufkommens durch die umliegenden hohen Gebirgsketten Windräder mit einer Höhe von rund 200 Meter für eine ausreichende Rendite vonnöten seien.