Gemeinsam für mehr Sicherheit: Seit zehn Jahren gibt es die grenzüberschreitenden Polizeistreifen in den Zügen der Region.
Gemeinsam für mehr Sicherheit: Seit zehn Jahren gibt es die grenzüberschreitenden Polizeistreifen in den Zügen der Region. | Foto: Robert Ullmann

Das Aufgabengebiet wächst

Gemeinsam für mehr Sicherheit in Zügen

Von Robert Ullmann
Seit zehn Jahren gibt es gemeinsame Streifen deutscher und französischer Polizeibeamter in den Zügen, die zwischen Straßburg und Kehl die Rheingrenze überqueren. Seit Anfang Oktober werden neben den Regionalzügen nun auch die Schnellverbindungen von Paris nach Stuttgart von diesen gemeinsamen Zugstreifen begleitet. Bei der „Premiere“ wurden laut Dieter Hutt, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Offenburg, gleich zwei Personen aufgegriffen, beide auf der Strecke nach Paris.

470 Fahndungstreffer in fünf Jahren

Den Sinn der gemeinsamen Streifen sieht Hutt durch die bisherigen Erfolge bestätigt. So wurden bei den Kontrollen in den Zügen allein in den zurückliegenden fünf Jahren 470 Fahndungstreffer erzielt. Darüber hinaus wurden 125 per Haftbefehl gesuchte Personen festgenommen. Bislang, so Hutt, waren die Kontrollen in den Schnellzügen  auf die Strecke zwischen Straßburg und Karlsruhe beschränkt.  Jetzt wurden sie auf die Schnellverbindungen zwischen Paris und Stuttgart ausgeweitet.
Die „Dienstgruppe F“ – so die offizielle Bezeichnung – bestreift die Züge mit bilateralen Teams aus je zwei französischen und zwei deutschen Beamten pro Team. Dabei geht es um „bahnspezifische Kriminalitätsformen“: Handtaschen- und Gepäckdiebstahl, Vandalismus, Übergriffe auf das Zugpersonal.

Bekämpfung illegaler Migration

Derlei Delikte konnten Hutt zufolge durch den Einsatz der bilateralen Streifen effektiver als bisher verhindert werden. Mittlerweile stark im Vordergrund stehen die Bekämpfung der illegalen Migration und die Terrorismusgefahr. Dies wurde auch von hochrangigen Polizeivertretern beider Seiten im Rahmen einer Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der gemeinsamen Zugstreifen explizit angesprochen.

Terrorismusgefahr prägt Arbeit

Die Terrorismusgefahr präge die Arbeit in den Zügen und habe sie verändert, sagten Polizeihauptkommissar Albrecht Endres vom Gemeinsamen Polizei-Zentrum Kehl und sein französischer Kollege, Capitaine Romuald Colas von der Schienennetzbrigade Metz. Die beiden Beamten betonten zugleich die Bedeutung der Streifen für das subjektive Sicherheitsgefühl der Zugreisenden. Ihnen zufolge wurden in den zehn Jahren gemeinsamer Streifengänge 64 000 Mannstunden geleistet. Auf deutscher Seite ist die Bundespolizei an den Streifen beteiligt, auf der französischen Seite ist es die Police aux Frontiers, zu der die Schienennetzbrigade gehört.

Gesetz wegen Dienstwaffen

Dabei gab es durchaus Hürden zu überwinden: Das Tragen der Dienstwaffe im jeweils anderen Land zum Beispiel musste von beiden Seiten in einem speziellen Gesetz geregelt werden.