Lukas Cibulka will mit dem SC Pforzheim in der Bundesliga etwas reißen.
Lukas Cibulka will mit dem SC Pforzheim in der Bundesliga etwas reißen. | Foto: Waidelich

Bundesliga Gewichtheben

Goldstadt Löwen mit vereinten Kräften

Von Jürgen Autenrieth
Beim SC Pforzheim blickt man der Premierensaison in der Bundesliga entspannt und gelassen entgegen. Dafür sorgte der Bundesverband der Deutschen Gewichtheber (BVDG) mit seinem Beschluss, beide Erstligagruppen jeweils um zwei Clubs aufzustocken. Deshalb muss nach dieser Runde kein Verein absteigen. Das Abenteuer in der höchsten nationalen Klasse wird damit für die Goldstadt Löwen nicht nur zu einem einjährigen Gastspiel. Ein Umstand, den der Aufsteiger nutzen will, um sich zum einen den Sponsoren und Fans von der besten Seite zu zeigen. Zum anderen gilt es gegen die Besten wie den deutschen Meister AV Speyer, der nach 2015 und 2016 das Triple anstrebt, oder die starke Truppe aus Obrigheim Erfahrungen zu sammeln.

Premierensaison ist abgesichert

„Wir gehen alle mit Freude an diese Sache heran“, sagt Thomas Hartmann vor dem ersten Kampf am heutigen Samstag (19 Uhr) beim KSV Durlach. Der Abteilungsleiter des SC musste keine großen Kraftakte absolvieren, um die Erste Liga zu stemmen. „Die Bundesliga ist für alle Athleten genug Motivation und überwiegt die finanziellen Aspekte“, begründet der 52-Jährige, der 2015 seinen Vater Winfried nach 40 Jahren in diesem Amt beerbte. Um den Etat, der zwischen 10 000 und 20 000 Euro liegt, zu sichern, durfte der Lagerleiter eines Stahlgroßhandels wieder mit dem langjährigen Hauptsponsor Heimerle+Meule rechnen. Allerdings zeigt sich laut Hartmann auch der Hauptverein sehr großzügig. „Für die erste Saison in der Bundesliga ist somit alles abgesichert“, erklärt der SC-Verantwortliche, der damit leben kann, dass der Debütant zuerst in Durlach antreten muss: „Das ist uns ganz recht.“

SC Pforzheim will 600-Punkte-Marke knacken

Die Aussicht, die Bestleistung aus dem Vorjahr von 579,0 Relativpunkten gleich zu verbessern, scheint gegeben zu sein. „Wir wollen bereits gegen Durlach die 600-Punkte-Marke knacken und uns im Laufe der Saison noch deutlich steigern“, betont Gerald Eberle. Der Sportliche Leiter sieht auch gute Chancen beim Heimdebüt gegen TB Roding zu bestehen: „Laut Statistik könnten wir die beiden Clubs schlagen.“
Eberle, der der Schwager von Abteilungsleiter Hartmann ist, rechnet dabei vor allem auf Kamil Kucera, die tschechische Nummer zwei im Superschwergewicht, und Philipp Wehrle, den es aus beruflichen Gründen von Donaueschingen nach Mannheim verschlagen hat. Während Kucera seinen Landsmann Tomas Matykiewicz, der wegen der weiten Anreise und zuletzt wegen einer Schulterverletzung dem SC Pforzheim für diese Saison abgesagt hat, ersetzen soll, tritt Wehrle für Elijah Watson an. Ansonsten vertraut Eberle der Mannschaft, die zuletzt die Zweite Liga dominierte. Lukas Cibulka, Stefan Aßmann, Johannes Popel und Florian Bernhardt sollen auch den Lohn für ihre harte Arbeit ernten.

Bestleistungen sollen Fans überzeugen

„Wichtig ist natürlich, dass sich keiner verletzt“, wünscht sich Eberle. Die einzige Sorge des Großhandelskaufmanns ist, dass bei zu vielen Niederlagen die Moral der Truppe leiden könnte. Daran denkt aber noch keiner beim SC. Mit sukzessiven Bestleistungen sollen die Sponsoren sowie Fans überzeugt und der eine oder andere Punkt ergattert werden. „Drei wären für mich eine Überraschung“, sagt Eberle, der um die Schwere der Aufgabe in der nationalen Eliteliga weiß. Neben Speyer, Obrigheim, Durlach und Roding warten noch der AC Mutterstadt sowie AC St. Ilgen als Gegner auf den abenteuerlustigen Aufsteiger.