Projekt "Alter Hafen": Von zentraler Stelle  arbeitet der Saugbagger. Über eine Rohrleitung werden die abzusaugenden Sedimente gezielt dorthin gepumpt, wo durch den Kiesabbau der Raum für ihre Ablagerung entstanden ist.
Projekt "Alter Hafen": Von zentraler Stelle arbeitet der Saugbagger. Über eine Rohrleitung werden die abzusaugenden Sedimente gezielt dorthin gepumpt, wo durch den Kiesabbau der Raum für ihre Ablagerung entstanden ist. | Foto: Wilfried Jahraus

"Alter Hafen" in Leopoldshafen

Der Schlamm wird aus der Zufahrt abgesaugt

Das Projekt „Alter Hafen“ in Leopoldshafen ist langfristig angelegt. Nach längerer Pause beginnt jetzt die Phase der Sedimentverlagerung, nachdem im Hafenbecken rund 100 000 Kubikmeter Kies auf einer Fläche von etwa 1,6 Hektar entnommen und verkauft worden sind. Im Frühjahr wurde die Auskiesung beendet. Mit dem Erlös, den der Kiesverkauf einbrachte, wird die Entschlammung teilweise finanziert. Über 400 000 Euro hat der Gemeinderat gebilligt, bei Gesamtkosten, die über eine Million Euro ausmachen. Etwa vier Monate werden diese Arbeiten wohl dauern, heißt es aus dem Rathaus der Doppelgemeinde.

400 000 Euro Gesamtkosten für das Projekt „Alter Hafen“

„Mit schweren Lkw sind die Teile des Saugbaggers und die Rohre angeliefert worden, mit denen der Schlamm aus dem Hafenareal in das durch die Auskiesung entstandene Loch eingelagert werden soll“, berichtet Wilfried Jahraus, Sprecher der Agendagruppe Ortsgeschichte, der das Projekt begleitet und dokumentiert. Sedimente, die sich im Lauf vieler Jahre dort gebildet haben, sollen über eine Rohrleitung, die auf Schwimmkörpern montiert ist, von der Hafenzufahrt vom Rhein her abgesaugt werden, so Jahraus.
Mit dem Einsetzen des Saugbaggers wird nach langjährigen Planungen, Genehmigungsverfahren, technischen und hochwasserbedingten Verzögerungen ein lang gehegter Wunsch der Gemeinde Wirklichkeit. Mit der Sedimentverlagerung wird der ökologisch relevanteste Teil der Sanierung des Alten Hafens begonnen, sagt Jürgen Ehrmann, der Hauptamtsleiter in Eggenstein-Leopoldshafen, dem dieses Vorhaben zur ökologischen Aufwertung des „Alten Hafens“ seit Jahren am Herzen liegt.
Als Ausgleich für die Dammsanierung habe sich das Land verpflichtet, die Anbindung des „Alten Hafens“ an den Rhein anzugehen. Auf Initiative der Gemeinde sei dieses Vorhaben deutlich erweitert worden. Ein großflächiger Sedimentrücken werde abgetragen und eine Niedrigwasserrinne geschaffen, um die Durchströmung nach Norden zu verbessern.

Großflächiger Sedimentrücken wird abgetragen

Der Alte Hafen werde dadurch mehr durchströmt und künftige Verlandung verhindert. So verbessere sich die Situation im Alten Hafen nachhaltig, um ein artenreich besiedeltes Auegewässer zu erhalten und entsprechend der Ziele des Pflege- und Entwicklungsplanes für das FFH-Gebiet „Rheinniederung zwischen Karlsruhe und Philippsburg“ zu entwickeln. Ziele seien die Förderung eines ausreichenden Wasseraustauschs mit dem Rhein und anderen Auengewässern – auch bei niedrigen Rheinwasserständen – und Förderung des Artenaustauschs zwischen den einzelnen Auegewässern und dem Rhein, erläutert Ehrmann.
„Der ,Alte Hafen’ ist ein besonders idyllischer Ort, manche sagen, der schönste Platz in unserer Gemeinde“, so Ehrmann. Mit der Sanierung würden langjährige Bestrebungen von Gemeinderat und Verwaltung erfolgreich umgesetzt, die Situation des Alten Hafens zu verbessern. Dieses Sanierungsprojekt sieht Jürgen Ehrmann in einer Reihe mit dem EU-Life-Projekt, der Altrheinentschlammung und der Albrenaturierung als Teil der Bemühungen der Gemeinde, die hochwertige Auelandschaft zu erhalten und zu verbessern.