Die Strecken, die nun freigegeben werden, sollen Entlastung für die B 36 bringen.
Die Strecken, die nun freigegeben werden, sollen Entlastung für die B 36 bringen. | Foto: Stieb

Parteien positionieren sich

Kommt der B-36-Ausbau bald?

Die Stausituation auf der B 36 beschäftigt mittlerweile auch die Jugendorganisationen der Parteien. Die Kreisvorsitzenden der Jungen Union (JU) Karlsruhe-Land und Rhein-Neckar, André Jackwerth und Nils Melkus, plädieren für einen schnellen Ausbau der Bundesstraße. Nach Abschluss der Bauarbeiten auf der A 5 müsste das Projekt begonnen werden. „Die B 36 ist eine enorm wichtige Verkehrsachse, die täglich von vielen Pendlern genutzt wird“, sagen sie. Die zahlreichen Staus auf der Strecke, die zu langen Wartezeiten und Verzögerungen führten, seien zur Belastung für die Pendler geworden.
Auch Dettenheims Bürgermeisterin Ute Göbelbecker sprach von einer ungünstigen Konstellation der Baustellen auf Autobahn, Landes- und Kreisstraßen, die zur Überlastung der Bundesstraßen führe. Die JU-Vorsitzenden betonen, sie wollten die Forderung der Kommunen nach einem vierspurigen Ausbau der Bundesstraße unterstützen. Diese Alternative hatte auch schon der Leiter des Referates Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe, Joachim Zwirner, vergangene Woche ins Spiel gebracht.

Vier Spuren oder gleich ein flächendeckendes Projekt?

Die vierspurige B 36-Variante und ein flächendeckendes Infrastrukturprojekt wollen die Liberalen. „Damit es nicht permanent wegen Baustellen und Unfällen und aufgrund desohnehin steigenden Verkehrsaufkommens zu einem Chaos kommt, brauchen wir eine große Lösung und gemeinsame Konzepte in der gesamten Region“, erklärt Bundestagskandidat Christian Jung von der FDP in Bruchsal. Ebenso fordert Jung einen achtspurigen Ausbau der A 5 zwischen Walldorf und Karlsruhe, wie er im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen sei. Bisher hat die Strecke sechs Spuren. Entlastung für den Landkreis verspricht sich Jung von der zweiten Rheinbrücke, die zügig realisiert werden sollte.

Grüne: Kritik an geplanter zweiter Rheinbrücke

Dem entgegen stehen die Forderungen der Grünen Jugend Karlsruhe. Als Lösung für die stark frequentierte B 36 setzt sich die Jugendorganisation der Grünen für eine bessere Anbindung durch Bahnen und eine bessere Fahrradführung ein. Eine Alternative seien Radschnellwege, so Lars Franke, Sprecher der Grünen Jugend Karlsruhe. Zur Lösung des Stauproblems spricht er sich dafür aus, dass Pendler auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen sollten. Auch ohne die derzeitigen Baustellen sei die B 36 erheblich belastet. Stimmen aus dem Landkreis hätten daher gefordert, dass die Straße vierspurig ausgebaut werden müsse, bevor die zweite Rheinbrücke fertig sei, so die Grünen weiter. Laut Franke funktioniert das Konzept der geplanten Brücke und die Weiterführung zur B 36 aber nicht. „Richtung Karlsruhe kann kein zusätzlicher Verkehr aufgenommen werden, und die Richtung stadteinwärts käme an ihre Grenzen“, sagt Franke. Neben mehr Lärm und Abgasbelastungen für die Bevölkerung befürchtet er, dass die Karlsruher Innenstadt den Mehrverkehr nicht verkrafte.

B-36-Ausbau mit drei Spuren im Blick: Lange Staus und fehlende Ausweichstrecken nerven allmorgendlich die Pendler. Allerdings gibt es für die gestressten Autofahrer eine gute Nachricht:
„Wir beabsichtigen, die Bundesstraße 36 am Ende des vierspurigen Ausbaus bei Leopoldshafen weiter auszubauen“, so Uwe Herzel, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Erste Vermessungsarbeiten hätten schon stattgefunden. So soll die stark befahrene Straße dreispurig bis zum Abzweig Dettenheim ausgebaut werden. Der Plan des Regierungspräsidiums sieht folgendermaßen aus: Der Verkehr wird mittels Telematiksystem gesteuert. Im morgendlichen Berufsverkehr würden auf der neuen Strecke zwei Spuren in Richtung Karlsruhe geschaltet, und in der abendlichen Rush-Hour würden zwei Spuren in Richtung Mannheim hinausführen. Wann kommt der Ausbau der Strecke?
Bis es soweit ist, könnten laut Herzel noch Jahre ins Land gehen, da das Baurecht noch ein Planfeststellungsverfahren fordere. Auf der A 5 herrsche ein enormes Verkehrsaufkommen, sagt Herzel. Das  Regierungspräsidium hat dort zwei Baustellen: Bei Karlsruhe-Nord und bei Bruchsal. „Trotz aller Anstrengungen lassen sich Verkehrsbehinderungen dort nicht vermeiden“, sagt Herzel. Wegen der Baustellen müssten Fahrspuren verengt, oder ganz gesperrt werden. Bis zum Dezember wird auf der A 5 noch gebaut. Ende Oktober soll die L 560 wieder freigegeben werden – Herzel ist optimistisch, dass dies auch eine Entlastung für die Bundesstraße 36 sein wird.