Ort eines Familiendramas: Der 64-Jährige, der in Illingen Schüsse auf seine Frau und Tochter abgegeben hatte, muss sich vor Gericht verantworten.
Ort eines Familiendramas: Der 64-Jährige, der in Illingen Schüsse auf seine Frau und Tochter abgegeben hatte, muss sich vor Gericht verantworten. | Foto: Fix/Archiv

Ehekonflikt eskalierte im Juli

Illinger Schütze wird wegen versuchten Mordes angeklagt

Gegen den 64-Jährigen, der am 24. Juli in der Illinger Dillmannstraße auf seine Tochter geschossen und seine in Trennung lebende Ehefrau mit der Schusswaffe geschlagen hatte (die BNN berichteten), hat die Staatsanwaltschaft Pforzheim jetzt Anklage erhoben, das bestätigt Pressesprecher Bernhard Ebinger auf BNN-Nachfrage. Angeklagt wird der Beschuldigte wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen. Der Mann räume die Vorwürfe im Wesentlichen ein, so Ebinger.

Einer der Schüsse traf die Tochter

Hintergrund der Tat ist ein Konflikt zwischen dem Angeklagten und seiner Noch-Ehefrau. Diese wollte sich wohl von ihm trennen. Der Pforzheimer suchte daraufhin das Haus in Illingen auf, in dem die Frau und die Tochter waren. Nach einem Streit schafften es die beiden Frauen, den Mann vor die Tür zu setzen. Von außen gab der 64-Jährige dann mehrere Schüsse ab. Einer der Schüsse traf die Tochter am Bein. Anschließend flüchtete der Schütze. Nach einer Großfahndung, bei dem auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war, stellte sich der Mann schließlich am frühen Morgen des  25. Juli der Polizei in der Nähe eines Einkaufsmarkts in Niefern.

Prozess beginnt wohl erst 2017

Kommt es zu einer Verurteilung wegen versuchten Mordes erwartet den in Untersuchungshaft sitzenden Mann eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren. Bei gefährlicher Körperverletzung reicht das Strafmaß von sechs Monaten bis zehn Jahren Gefängnis, erklärt Staatsanwalt Ebinger.
Der Fall wird am Landgericht Karlsruhe verhandelt. Der Prozess beginnt wohl erst Anfang des kommenden Jahres, schätzt Gerichtssprecher Jochen Herkle.