Das neue Stahlgeländer zwischen Rain und Hauptstraße fällt in der Bilfinger Ortsmitte auf. Das Bild zeigt Joachim und Reiner Brenk (rechts) beim Einbau des letzten Geländerabschnittes. 	Foto: Manfred Schott
Das neue Stahlgeländer zwischen Rain und Hauptstraße fällt in der Bilfinger Ortsmitte auf. Das Bild zeigt Joachim und Reiner Brenk (rechts) beim Einbau des letzten Geländerabschnittes. Foto: Manfred Schott

Kindergartenbeitrag diskutiert

Kämpfelbach erwägt Entlastung der Eltern

Von Manfred Schott

Die jüngste Sitzung des Kämpfelbacher Gemeinderates am Montagabend war trotz dreieinhalbstündiger Dauer keine entscheidungsfreudige Runde. „Kindergartenkuratorium“ oder „Klausurtagung“ waren die Zauberworte im Rat. Nach der Tagesordnung hätten Entscheidungen des Gremiums schon in der Luft gelegen. An die vorgenannten Gremien wurden aber einige Themen zur nun ganzheitlichen Vorberatung verwiesen, in dem dort auch weitere Beteiligte zu Wort kommen sollen.

Ziegel am Ersinger Rathaus marode

Der Tagesordnungspunkt „Konzept der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen“ wurde auf Antrag von CDU-Fraktionssprecher Lothar Hein ohne Aussprache gleich der kommenden Klausurtagung zugesprochen. Bei Sanierungsarbeiten am Ersinger Rathaus wurde außerdem festgestellt, dass die Biberschwanz-Ziegeleindeckung des denkmalgeschützten Gebäudes marode ist und erneuert werden sollte. Im diesjährigen Haushalt ist die Fassadensanierung mit 90 000 Euro veranschlagt. Bürgermeister Udo Kleiner empfahl, in Verbindung mit der Fassadensanierung zuvor auch das Dach zu erneuern.
Außerdem ging es um die Frage der Klimatisierung der im Sommer sehr warmen Büroräume und um ein stilgerechtes Vordach am Rathauseingang. Laut Kostenschätzung eines Architekturbüros würden alle Maßnahmen zusammen 240 000 Euro kosten. Am Ende der Diskussion einigte sich der Rat darauf, dass die eingeplante Fassadensanierung als Baumaßnahme ausgeschrieben werden kann. Alles andere wird in der Klausurtagung beraten.

Drittes Kindergartenjahr bald gebührenfrei?

Die CDU-Fraktion hatte beantragt, zu beraten, ob und wie es ermöglicht werden kann, ein beitragsfreies letztes Kindergartenjahr vor dem Übergang in die Grundschule einzuführen. Diese Prüfung soll unter Berücksichtigung der Räumlichkeiten, der Organisation und der Kosten geschehen. Dazu hat der Elternbeirat des Kindertagesstätte St. Michael geschrieben, dass die Elternschaft ein beitragsfreies drittes Kindergartenjahr begrüßen würde. Dies beträfe dort etwa 30 Kinder. Sie weisen darauf hin, dass in ihrem Kindergarten Außengeländearbeiten durch Spenden oder Eigenleistungen oder Flohmärkte finanziert wurden. Dadurch habe die Gemeinde im Vergleich zu den jetzt erforderlichen 30 000 Euro für die Spielgeräte des privaten IB-Kindertreffs viel Geld einsparen können.

Mehrkosten von 95 000 Euro

Hauptamtsleiter Thomas Huck legte die von den Kindergartenträgern mitgeteilten Kosten für ein beitragsfreies Kindergartenjahr und die Gegenfinanzierungsmöglichkeiten vor. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Mehrkosten für die Gemeinde jährlich rund 95 000 Euro betragen, mit steigender Tendenz wegen der Vergütungs- und Preissteigerungen. Einsparungen dafür an anderer Stelle führten zur Einschränkung des bisher erreichten Standards und bei den Investitionen. Eine andere Möglichkeit wäre die Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer. Gemeinderat Siegfried Böhm wies darauf hin, dass in die Betrachtung der Verwaltung die Punkte „Räumlichkeiten“ und „Organisation“ nicht einbezogen seien. Er beantragte, die Beitragsbefreiung zunächst in der nächsten Sitzung des Kindergartenkuratoriums zur Sprache zu bringen. Dem wurde auch mehrheitlich zugestimmt. Am Ende Sitzung beantragte Christine Fischer (LMuU) eine Klausurtagung, in der externe Redner die Gemeinderäte informieren sollen.

Bilfinger Ortsmitte aufgewertet

Die Bilfinger Ortsmitte gegenüber dem Kindergarten St. Josef ist deutlich aufgewertet. Auffallend ist das verkehrssichere Stahlgeländer auf der neuen Mauerkrone. An der Südwestseite der Hauptstraße verlaufen drei „Höhenwege“ zur Erschließung der höher gelegenen Wohngrundstücke, die sogenannten „Raine“, in drei bis vier Metern Höhe. Der mit 75 Metern längste dieser Raine wurde jetzt saniert. Die beiden anderen stehen im kommenden Jahr auf der Agenda. Bauamtsleiterin Carola Micol informierte den Gemeinderat über den Stand der Bauarbeiten. Seit Mitte Juli laufen die kurz vor dem Abschluss stehenden Maßnahmen. Im Untergrund hat man zur Sicherung der Wasserversorgung eine Ringleitung installiert. So kann bei einem Wasserrohrbruch von der anderen Leitungsseite her das Trinkwasser zu den Gebäuden geleitet werden. Auch die Kanalisation wurde optimiert. Anlass für die Bauarbeiten war das nicht mehr verkehrssichere einfache Stahlrohrgeländer. Es war beispielsweise bei Faschingsumzügen durch die Zuschauer stark belastet. Um ein den Sicherheitsbestimmungen entsprechendes Geländer mit engmaschigen Gitterstäben einbauen zu können, musste die Mauerkrone neu betoniert werden. Danach war einige Wochen bis zum Einbau des neuen Füllstabgeländers ein wuchtiges provisorisches Holzgeländer zu sehen. Derzeit bekommt die Mauerkrone eine Oberflächenbeschichtung gegen Streusalzeinwirkungen. Die Zwischenräume an der Sandsteinmauer darunter werden neu verfugt.

Baukosten von 130  000 Euro

Die Mauer selbst wird nicht mehr begrünt. Der Randstreifen entlang der Hauptstraße wird gepflastert mit dazwischen liegenden Pflanzinseln. Wie Micol weiter berichtet, liegen die Baukosten bei rund 130 000 Euro. Dazu gibt es einen Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm in Höhe von 60 Prozent.