KSC-Fanprojekt
In unmittelbarer Nähe zum KSC-Fanprojekt brennt am Donnerstagabend ein Reifenlager | Foto: jodo

Feuer in Reifenlager vor Derby

Brandanschlag beim KSC-Fanprojekt in der Karlsruher Nordstadt?

War der Brand in einem mit über 3000 Reifen bestückten Lager in der Karlsruher Nordstadt am Donnerstagabend ein Anschlag auf das direkt benachbarte KSC-Fanprojekt? Dieser Frage geht die Kripo nach, wie der Einsatzleiter der Polizei, Fritz Rüffel, bestätigt.

Polizei sieht Nähe zum KSC-Fanprojekt

Es würden Zeugen befragt. Konkrete Hinweise, dass VfB-Fans vor dem Derby am Sonntag (13.30 Uhr) im Wildpark das Feuer legten, gebe es jedoch nicht. Allerdings sehe man sehr wohl die räumliche Nähe zu dem Fanprojekt.

Feuer brach gegen 20.25 Uhr aus

Gegen 20.25 Uhr brach in dem Reifenlager ein Feuer aus, bei dem es zu starker Rauchentwicklung kam. Im gesamten Stadtgebiet nahm die Feuerwehr, die mit 140 Kräften vor Ort war, in der Folge Schadstoffmessungen in der Luft vor. Die Ergebnisse bestätigten, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestand, heißt es am Abend. Die Polizei war mit 40 Beamten vor Ort und sperrte das Gelände weiträumig ab. Der Sachschaden wird auf 800000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand.

Anwohner spekulieren

Zahlreiche KSC-Fans verfolgten die Löscharbeiten vor Ort. Zu den Spekulationen jedoch, der Brand habe etwas mit dem Derby des KSC gegen den VfB Stuttgart am kommenden Sonntag zu tun, wollte sich von den Fans gegenüber den BNN niemand äußern. Als Beamte der Kripo schließlich begannen, in der Menge nach Zeugen zu fragen, zogen sich die Fans zurück. Unter den Anwohnern jedoch wurde aufgeregt diskutiert: „Das kann doch kaum Zufall sein“, vermutete ein Karlsruher und zuckte mit den Schultern. Die Stimmung in beiden Fanlagern gilt als extrem angespannt, die Begnung als Hochrisikospiel.

Fanbosse appellieren an Fans

Indessen appellieren die Clubbosse an die Fans: In Gastbeiträgen werben Ingo Wellenreuther und Wolfgang Dietrich in den BNN für ein friedliches Fußball-Fest. „Wir wollen eine sportlich faire Begegnung, die keinen Platz lässt für Hass, Gewalt und Pyrotechnik“, erklärt KSC-Präsident Wellenreuther. Der neue VfB-Präsident sagt: „Unsere gemeinsame Sache, der Fußball, ist höher zu bewerten als die Rivalität einzelner Vereine.“ Die Favoritenrolle gesteht Wellenreuther den Gästen aus Stuttgart „als Erstliga-Absteiger und einer der Anwärter auf die Aufstiegsplätze“ zu.

Weitere Infos zum Derby am Sonntag