Dieter Ludwig
Dieter Ludwig im Exklusiv-Interview bei den BNN. | Foto: ONUK

Ex-Nahverkehrschef verwundert

Karlsruher Kombilösung: Dieter Ludwig ohne Plan B

Angesichts der Kostensteigerungen auf fast eine Milliarde Euro und der Zeitverzögerungen bei der Kombilösung zeigt sich Dieter Ludwig in Teilen ratlos. Eine Kostensteigerung „in diesem Ausmaß“ könne er sich nicht erklären, sagte er im Interview mit den BNN. Der bis 2006 amtierende Nahverkehrschef sieht als eine Ursache die Bauverzögerungen.

Kombilösung in der Krise

Dafür trage auch sein unmittelbarer Nachfolger mit die Schuld, jener habe das Projekt verschleppt. Ludwig zeigte sich trotz Kritik des Rechnungshofs weiter von der Sinnhaftigkeit der Kombilösung überzeugt. „Bund und Land stehen weiter hinter uns.“ Jetzt aber einen „Plan B“ für die Kriegsstraße vorzulegen, bedeute die Selbstaufgabe.

Ludwig sagte: „Die Kombilösung ist nicht auflösbar, das eine geht nur mit dem anderen. Wir können auf die Schiene in der Kriegsstraße als citynaher Ergänzung für zwei Straßenbahnlinien zum U-Strab-Tunnel, der maximal sieben Linien aufnehmen kann, nicht verzichten. Sie ist ein elementarer Baustein. Und wir werden uns damit durchsetzen. Das Problem ist nur der enorme Zeitverlust wegen der Bedenken des Bundesrechnungshofs.“

Zuletzt kam die Kombilösung in Schwierigkeiten, als der Bundesrechnungshof trotz Förderzusagen von Bund und Land die Zuschussfähigkeit des geplanten Autotunnels in der Kriegsstraße bezweifelte. Hier wird es in den kommenden Wochen ein neues und entscheidendes Votum des Bundesrechnungshofes geben. Außerdem gab es Schwierigkeiten mit Bauverzögerungen und Streitigkeiten mit der ausführenden Baufirma. Das ausführliche Interview mit Dieter Ludwig gibt es am Donnerstag in den Badischen Neuesten Nachrichten.