Zu Wasser und zu Land wollen Ute Jansen und Markus Frommlet Baden-Württemberg umrunden.
Zu Wasser und zu Land wollen Ute Jansen und Markus Frommlet Baden-Württemberg umrunden. | Foto: privat

Hobbysportler umrunden Baden-Württemberg

Mit Muskelkraft in 22 Tagen um die Heimat

Einmal rund um Baden-Württemberg heißt das Ziel, 1 500 Kilometer in 22 Tagen, immer an der Grenze der Heimat entlang – und das wollen sie mit möglichst vielen muskelbetriebenen Fortbewegungsmitteln schaffen. Im August starten Ute Jansen und Markus Frommlet in dieses sportliche Abenteuer.

Start mit der Draisine

Beginn ist am 13. August in Karlsruhe – und zwar mit der Draisine. Immerhin wurde dieses Gefährt einst in der Fächerstadt erfunden, erklärt Ute Jansen. Dann führt der Weg im Uhrzeigersinn um das Bundesland herum: durch den Odenwald, das Tauberland und die Ostalb, durch Oberschwaben und über den Bodensee, und nach einem Abstecher auf den Feldberg auf dem Rhein und auch am Fluss entlang wieder zurück nach Karlsruhe.
Dabei steigt das Paar möglichst oft um: Neben Mountainbike, Tandem und Skateboard kommen unter anderem auch Tretboot und Kajak zum Einsatz, die Sponsoren zur Verfügung stellen. Zwischendurch schüren Jansen und Frommlet außerdem die Wanderschuhe. Am 2. September führt die Route wieder ins BNN-Verbreitungsgebiet: Mit Inlineskates und Floß fahren sie dann von Kehl nach Iffezheim. Einen Tag später werden Kanadier und Fahrradrikscha genutzt, um die Fächerstadt und damit das Ziel der Tour zu erreichen. Eine besondere Herausforderung ist für die Abenteurer das Wetter: „Wenn am Bodensee mittags Gewitter angesagt sind, müssen wir sehr früh am Morgen aufbrechen“, sagt Ute Jansen. „Die Tretboote haben wir schon getestet, aber spannend wird das, wenn es mal richtig hohe Wellen gibt.“ Am meisten freut sie sich auf die Begegnungen unterwegs, sagt Jansen. Aber auch schon in der Vorbereitung knüpften beide Kontakte zu Menschen vor Ort, die zum Beispiel bei der Planung halfen, oder Tipps gaben, wo die beiden ihr Zelt aufstellen können. Teilweise begleiten Freunde und ortskundige Menschen die 46-Jährige aus Grafenau bei Sindelfingen und den 54 Jahre alten Frommlet, der in Weinstadt bei Stuttgart wohnt.

Zu den Fortbewegungsmitteln gehört auch ein Tandem.
Zu den Fortbewegungsmitteln gehört auch ein Tandem. | Foto: privat

Die  Vorbereitungen dauerten mehrere Monate

„Wir haben im Februar angefangen, uns den genauen Grenzverlauf anzuschauen, auch mit der Hilfe von Satellitenbildern“, erzählt Jansen. Je nachdem, wo welche Wege verlaufen, mussten sie die Fortbewegungsmittel immer wieder anpassen – schließlich sind Inlineskates auf Waldboden nicht besonders hilfreich. Bis es dann tatsächlich losgeht, üben die Hobbysportler vor allem die Fortbewegungsmittel, die ihnen noch schwer fallen, unter anderem die Fahrt mit dem Liegerad. „Wir haben auch einen Seekajakkurs mit Kenterübungen gemacht“, berichtet Jansen. „Eine gute Grundkondition haben wir“, sagt sie, denn beide sind im Sommer wie im Winter ständig sportlich aktiv – vom Skilanglauf bis zum Felsklettern. Größere Touren zur Vorbereitung seien in den vergangenen Wochen wegen des schlechten Wetters aber buchstäblich ins Wasser gefallen.
„Wir beobachten gerne, was es Neues in der Outdoorszene in der ganzen Welt gibt“, erzählt die Mutter von drei Kindern. Dabei hätten sie festgestellt, dass viele Menschen Experten in einer bestimmten Sportart seien und immer spektakulärere Aktionen in immer extremeren Gebieten unternehmen. Sie hätten sich dagegen gefragt, was man vor der eigenen Haustür erleben und dabei möglichst viele Sportarten verbinden kann. „Unsere erste Idee war, Deutschland zu umrunden, aber dafür fehlt uns als Berufstätige die Zeit“, erzählt die Lehrerin – Frommlet ist Arzt und Bewegungspädagoge. Bei der Recherche stellten beide dann auch fest, dass vor ihnen wohl noch niemand Baden-Württemberg umrundet hat – zumindest nicht mit eigener Muskelkraft.
Wer neugierig geworden ist, kann die Sportler über ihren Blog auf der Tour begleiten.