Brückentag in Kehl
Einen besonderen Brückentag begingen am Wochenende Kehl und Straßburg: Die Oberbürgermeister Toni Vetrano (links) und Roland Ries feierten zwei neue Rheinbrücken. | Foto: Stadt Kehl

Die Tram kommt im Jahr 2017

Kehl und Straßburg feiern Brückentag

Die erstmals für die Öffentlichkeit zugänglichen Trambrücken in Kehl und Straßburg haben am Wochenende Zehntausende mobilisiert: Sowohl auf der Brücke über den Rhein als auch auf der Citadelle-Brücke über das Vauban-Becken in Straßburg rissen am Sonntag die Menschenströme bei diesem besonderen Brückentag kaum ab. Auch das Baustellen-Picknick am Kehler Rheinufer war von Kehlern und Straßburgern so gut besucht, dass sich an den Verkaufsständen lange Schlangen bildeten. Die Städte feiern die Fertigstellung der beiden Brücken, mit denen die Straßburger Tram 2017 nach Kehl kommt. Mehr über die Tram gibt es bei der Stadt Kehl.

Schlange stehen war angesagt

Schlange stehen war auch im Straßburger Coop-Gelände angesagt, wo allein am Samstag mehr als 20000 Besucher gezählt wurden. Beim Street-Food-Festival mussten die Hungrigen auch am späteren Samstagabend noch lange warten, bis sie ihre Bestellungen aufgegeben konnten.

Symbolische Umarmung zum Brückentag

Die Oberbürgermeister von Straßburg und Kehl haben sich gestern um 12.30 Uhr zu einer symbolischen Umarmung auf der Trambrücke getroffen. Roland Ries und Toni Vetrano näherten sich gemeinsam mit Gruppen von Bürgern von beiden Rheinseiten der Brückenmitte, wo sich alle Beteiligten nach dem Vorbild der „Free Hugs“ umarmten. Anschließend nahmen sie am deutsch-französischen Picknick am Kehler Rheinufer teil und bedankten sich bei den Trambotschaftern, die beim Brückenfest erstmals mit ihrem Gesicht und eigenen Slogans für die Tram Werbung machten. Beide Oberbürgermeister gingen dabei darauf ein, wie wichtig dieser neue Brückenschlag zwischen Kehl und Straßburg in einer Zeit sei, in der in Europa wieder Grenzen geschlossen und mit Zäunen gesichert würden. Den Bau der Rheinbrücke dokumentiert ein Video:

Mit Draisinen über die Grenze

Roland Ries und Toni Vetrano hatten sich bereits am Samstagnachmittag gemeinsam mit ihren ersten Beigeordneten Alain Fontanel und Harald Krapp getroffen, um die Draisinen, mit denen man die künftige Tramstrecke befahren kann, zu testen. Sie überließen die mit Muskelkraft und durch einen Elektromotor angetriebenen Schienenfahrzeuge dann den wartenden Bürgerinnen und Bürgern und fuhren mit Fahrrädern über die Citadelle-Brücke vorbei an der künftigen Haltestelle Villa Rhein-Fischer zum Coop-Gelände.

Coop-Gelände bietet Chancen

Auf dem seit der Insolvenz der Coop seit 2012 brachliegenden Gelände besichtigten sie auf dem rund acht Hektar großen Areal die Gebäude, die Potenzial auch für grenzüberschreitende Kulturprojekte bergen könnten und trafen bei ihrem Rundgang auch mit Künstlern zusammen, die im Coop-Gelände bereits ihre Ateliers haben und sich mit unterschiedlichen Kunstprojekten am Brückenfest beteiligten.