Kellermeister, Winzer
Gerade noch die Kurve gekriegt hat das Wetter in diesem Jahr aus Sicht der Weinerzeuger. Hier der Mösbacher Winzer Daniel Baumann im Rebberg mit Blick nach Waldulm, wo die Mösbacher ihre Trauben in der WG abliefern. | Foto: Roland Spether

Der Herbst rettet den Jahrgang

Kellermeister in der Ortenau mit Herbst zufrieden

Von Roland Spether
„Ich bin glücklich und zufrieden“. Michael Huber, Kellermeister der „Alde Gott“ Winzer eG in Sasbachwalden, ist bei der Bilanz der Weinlese bester Stimmung. Auch aus den Kellern der „Hex vom Dasenstein“ Kappelrodeck und der WG Waldulm gibt es positive Rückmeldungen zu einem Weinjahr, das keineswegs hoffnungsfroh begonnen hatte, wurde viel Erfreuliches berichtet. „Das Wetter hat zum richtigen Zeitpunkt die Kurve bekommen“, sagt Michael Huber mit Blick auf das durchwachsene Frühjahr und den verregneten Juni. Die Reben holten in Wachstum und Reife im Spätsommer und Herbst enorm auf und die Weinberge wurden von Unwetter und Hagel verschont.

Die Ernte ist fast vorüber

Der größte Teil der Trauben hätten die Winzer geerntet und die meisten seien auch fertig, nächste Woche würden es noch ein oder zwei Lesetage geben, so Michael Huber von der Alde Gott Winzer Schwarzwald EG. „Es ist ein Herbst, wie man ihn sich wünscht“. Dies bedeute, dass die „ideale Menge“ von 1,7 bis 1,8 Millionen Liter eingelagert werde, was ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr bedeute. Traditionell liege der Anteil des Spätburgunders bei 60 Prozent, hier wurden durchschnittlich Werte von 97 Grad Oechsle erzielt, was Spätlese-Qualität bedeute.

Fruchtig-frische Weißweine

„Darüber können die Winzer sehr zufrieden sein“, meinte der Kellermeister, der auch bei den zu erwartenden „fruchtig-frischen Weißweinen“ ins Schwärmen kam. Denn im Durchschnitt gab es 85 Oechsle beim Riesling und 82 beim Müller-Thurgau, nachdem sich im Herbst kühle Nächte und sonnige Tage einstellten und ideale Bedingungen für die Reifung waren.

Spätburgunder ist im Keller

Auch die „Hex vom Dasenstein“ sorgte für strahlende Gesichter, denn auch in den Weinbergen im Herzen des Achertals gab es beim Spätburgunder Werte von 95 Oechsle, so Geschäftsführer Marco Köninger. „Das wird ein sehr filigraner Wein mit viel Rückgrat“, meinte er mit Blick auf ein Ergebnis, das im Vergleich der letzten 20 Jahre ganz oben angesiedelt sei. Insgesamt erwarte man eine Menge von 1,3 bis 1,4 Millionen Liter erwarten, was etwas mehr als 2015 sei. Der Spätburgunder sei komplett im Keller, beim Riesling hänge noch etwa die Hälfte in Toplagen.  Nach 2008 soll es erstmals wieder einen Eiswein geben.

„Genau die richige Menge“

Einen „guten Jahrgang mit genau der richtigen Menge“ ernteten die Winzer der WG Waldulm, wie Kellermeister Christian Danner „sehr zufrieden“ feststellte. Mit 94 Grad Oechsle im Durchschnitt beim Spätburgunder, die mit 85 Prozent den Hauptanteil der Winzergenossenschaft ausmacht, konnten die 200 Winzer aus Waldulm und Mösbach aus 130 Hektar Rebfläche ebenfalls einen „Goldenen Oktober“ in die Keller einfahren. Zusammen mit den Weißweinen würde eine Menge von 880 000 Liter erwartet, der erste neue Weißwein würde im März 2017 auf den Markt kommen.