KINDERBETREUUNG soll in Baden-Baden ausgebaut werden.
KINDERBETREUUNG soll in Baden-Baden ausgebaut werden. | Foto: Sebastian Kahnert

In Baden-Baden großer Bedarf

Kinderbetreuung teurer

„Es ist erfreulich, dass die Zahlen der zu betreuenden Kinder weiter steigen. Wir wollen eine familienfreundliche Stadt sein. Dazu gehört auch, dass wir eine verlässliche Betreuung auch in den Ferien haben“, sagte Bürgermeister Michael Geggus bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Dieser sprach sich für eine Erhöhung der Elternbeiträge für den Kindergarten und die Kindertagespflege aus.
„Wenn wir Qualität haben wollen in einem Mangelberuf, dann müssen wir diese Betreuungskräfte auch dementsprechend bezahlen“, argumentierte Michael Geggus für eine einheitliche Erhöhung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in den Baden-Badener Einrichtungen. Dieser Schritt sei aufgrund der Tarifabschlüsse notwendig geworden, betonte Michael Geggus.
In Gesprächen mit den kommunalen Kindergartenträgern in Baden-Baden wurde vereinbart, die Beiträge zum Kindergartenjahr 2016/2017 um nochmals fünf Prozent zu erhöhen und darüber hinaus aber erst die Empfehlungen der kirchlichen und kommunalen Spitzenverbände für das Kinderjahr 2017/2018 abzuwarten. Die Tariferhöhungen betrugen in den Jahren 2014/2015 rund 5,4 Prozent, die Tarifeinigung vom 30. September 2015 brachten weitere Steigerungen von 2,8 und 4,2 Prozent.
„Wir wollen auch die Schere bei den Betreuungskosten nicht weiter auseinandergehen lassen“, argumentierte Steffen Miller vom Fachbereich Bildung und Soziales. Der landesweit angestrebte Anteil von 20 Prozent der Betriebsausgaben wird in vielen Angebotsformen in der Kurstadt schon längst nicht mehr erreicht. „Im Kindergarten Ebersteinburg wird gerade einmal ein Deckungsgrad von zehn Prozent und im Scherer Kinder- und Familienzentrum von 14,2 Prozent erreicht“, setzte Miller auseinander.
Bei den Elternbeiträgen wird im Sinne der Entlastung von Familien auch die vom Gesetzgeber verlangte Sozialstaffelung über eine Reduzierung der Gebühren für das Zweitkind und einer Beitragsfreiheit für das dritte Kind im Kindergarten umgesetzt. „Wir schauen bei den Elternbeiträgen schon genau hin. Es gibt auch Fälle in Baden-Baden, welche die Beiträge nicht leisten können. Diese werden durch die Stadt als Sozialhilfeträger unterstützt“, führte Steffen Miller aus. Für sozial schwache Eltern gibt es die Möglichkeit eine Übernahme der Gebühren beim Jobcenter, beziehungsweise beim Fachbereich Bildung und Soziales zu beantragen.
„Im Stadtkreis Baden-Baden werden einheitliche Elternbeiträge angestrebt, deshalb schließt sich die Verwaltung der Stadt den Wünschen der nicht kommunalen Kindergartenträger in Baden-Baden an und empfiehlt dem Gemeinderat eine Erhöhung der Elternbeiträge für den Kindergarten Ebersteinburg sowie für die Kindertageseinrichtung im Scherer Kinder- und Familienzentrum zum 1. September“, führte Michael Geggus aus. Dem stimmte der Jugendhilfeausschuss einstimmig zu.
„Die Kindertagespflege ist ein ganz wichtiger Baustein für die Dynamik dieser Stadt und Wirtschaftsförderung, weil Familie und Beruf vereinbart werden können“, betonte Geggus. Auch in der Kindertagespflege werden von den Eltern Kostenbeiträge erhoben, die denen von Kindertageseinrichtungen angeglichen sind. Der Kostenbeitrag der Kindertagespflege soll zum 1. September um elf Prozent gesteigert werden. Beim ersten Kind von 1,35 Euro auf 1,50 Euro, beim zweiten Kind um neun Prozent von 1,15 auf 1,25 Euro, was der Jugendhilfeausschuss auch einstimmig beschloss.