Nach der Landratswahl: Bärbel Schäfer (links) und Klaus Muttach (rechts), gehörten zu den ersten Gratulanten bei  Landrat Frank Scherer und seiner Ehefrau Evgeniya Scherer.
Nach der Landratswahl: Bärbel Schäfer (links) und Klaus Muttach (rechts), gehörten zu den ersten Gratulanten bei Landrat Frank Scherer und seiner Ehefrau Evgeniya Scherer. | Foto: Hockenjos

Frank Scherer in Amt bestätigt

Klare Sache bei Landratswahl in Offenburg

Frank Scherer bleibt für weitere acht Jahre Landrat des Ortenaukreises. Der Kreistag hat ihn mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen. 69 Kreisräte votierten für ihn. Bei einer Enthaltung und sechs Gegenstimmen weiß Scherer damit eine überzeugende Mehrheit der Kreisräte hinter sich und seiner Politik. Das wird in den kommenden Jahren auch wichtig sein: Scherer wie die zu seiner Verpflichtung angereiste Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer stimmten den Kreistag und zahleiche Zuhörer zur Landratswahl auf herausfordernde Zeiten ein.

Kostenexplosion im Sozialbereich

Vor allem im Sozialbereich, traditionell der größte Kostenfaktor im Kreishaushalt, sei eine Explosion der Ausgaben zu erwarten, so der 53 Jahre alte Verwaltungsjurist Frank Scherer in seiner Bewerbungsrede. Er kündigte gleichwohl an, weiter am Dreiklang auch „vernünftigen, nachhaltigen Investitionen“, einem konsequenten Schuldenabbau und der weitgehenden Entastung der Kommunen durch eine niedrige Kreisumlage festzuhalten. Dafür gab es, nach Auszählung der Stimmen, warmen und anhaltenden Befall für den wiedergewählten Landrat.

Ergebnis zur allseitigen Zufriedenheit

Die spannende Frage lautete nicht, ob Frank Scherer wiedergewählt werden würde, sondern wie groß die Mehrheit dabei sein würde. Das Ergebnis, das Sitzungsleiter Klaus Muttach verkündete, dürfte zur allseitigen Zufriedenheit ausgefallen sein. Mit 69 Stimmen kam Scherer in den Bereich dessen, was vor der Sitzung als optimistische Erwartung gelten durfte – dies um so mehr, als immerhin elf Kreisräte, die Mehrzahl von ihnen entschuldigt, durch Abwesenheit glänzten, so dass nur 76 Männer und Frauen zur Abstimmung schritten. Vertreter aller großen Fraktionen begrüßten die Wahl Scherers.

Raum für Selbstkritik

Der amtierende und zukünftige Landrat hatte zuvor die Herausforderungen der kommenden Jahre skizziert und auch selbstkritische Töne einfließen lassen: „Bestimmt habe ich den einen oder anderen Fehler gemacht, Ungerechtigkeiten nicht erkannt“. Er blicke auf eine Amtszeit mit durchaus wechselnden Rahmenbedingungen: Die ersten Jahren seien geprägt gewesen von den Auswirkungen der Finanzkrise, das letzte Jahr vor allem von der Herausforderungen durch den Zuzug von Flüchtlingen.

Verkehrswege bleiben Thema

Für die kommenden Jahre kündigte Scherer unter anderem eine Stärkung der staatlichen Verwaltung im Bereich von Baurecht und Umweltschutz an. Im kommunalen Bereich des Landratsamtes werde es insbesondere um Fragen der Infrastruktur gehen und dabei auch um die wichtigen Verkehrsachsen in Verantwortung des Bundes wie die Autobahn, die Bundesstraße 33 oder auch bei der Bahn die sogenannte Appenweirer Kurve von Kehl zur bestehenden Rheintalbahn. Ein zentreales Ziel sei auch der Ausbau des Glasfasernetzes.