Koehler Werk Oberkirch
Stammsitz der Firma Koehler in Oberkirch: Jetzt will das Unternehmen in Willstätt eine weitere Produktionsstätte errichten. | Foto: red

Drei Standorte im Ortenaukreis

Papierfabrik Koehler baut weiteres Werk in Wilstätt

Von Robert Ullmann
Die Papierfabrik Koehler will in Willstätt ein Veredelungszentrum für Spezialpapiere errichten. Für das Unternehmen wäre es nach Oberkirch und Kehl der dritte Standort in der Ortenau. Jetzt behandelt der Willstätter Gemeinderat das Anliegen. Koehlers Pressesprechen Stephan Schwietzke bestätigt die Pläne. Die Firma mit Hauptsitz in Oberkirch will sich im Baugebiet Lossenfeld III in Willstätt auf 19 000 Quadratmeter ansiedeln. Zunächst soll eine 5 000 Quadratmeter große Produktionshalle errichtet werden. Schwietzke zufolge liegt die Investitionssumme bei sechs Millionen Euro.

Erster Schritt für Koehler in Willstätt

Die Investition sei ein „ersten Schritt“ am künftigen Standort Willstätt. Koehler geht davon aus, dass sich das Vorhaben als erfolgreich erweist, weshalb man Erweiterungsflächen mit eingeplant hat. Mittelfristig sollen 20 Arbeitsplätze entstehen, langfristig könnte die Zahl der Willstätter Koehler-Belegschaft weiter steigen. Das Unternehmer drückt beim Zeitplan auf die Tube. Mit den Arbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Ideale Verkehrsverbindungen

Die Wahl fiel auf Willstätt wegen der günstigen Anbindung zur Autobahn sowie zum Stammsitz Oberkirch und zum Kehler Hafen. Am Standort Kehl vorhandene Optionsflächen sind anderweitig verplant. Koehler überlegt, auch dort in absehbarer Zeit die Produktion auszuweiten. Am Standort Oberkirch wurde 2014 nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit das neue Logistikzentrum eingeweiht, mit einem 34 Meter hohen Hochregallager als Kernstück. Eine Investition von rund 40 Millionen Euro, die sich Schwietzke zufolge bewährt hat. Größere Flächen, wie sie Willstätt nun zur Verfügung stellt, habe man weder am Stammsitz noch in Kehl, so Schwietzke. Was konkret in Willstätt produziert werden will, darüber hält sich das Unternehmen aus Marktgründen bedeckt.

Auch Kirsch zieht um

In Willstätt wird Koehler einer der Nachbarn der Philipp Kirsch GmbH. Der Hersteller von Spezialkühlgeraten für Medikamente und Labore gibt seinen Firmensitz in Offenburg auf und zieht mit 80 Mitarbeitern nach Willstätt um.

Willstätt als Jobmotor im Hanauerland

„Aktuell haben wir in Willstätt bei knapp 9600 Einwohnern 3600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze“, erklärt Bürgermeister Marco Steffens, „und wir steuern stark auf die 4000 zu.“ Die von Kirsch und Koehler kommen noch dazu. Darüber hinaus will das Feinkost-Unternehmen Lackmann, das 2011 nach Willstätt zog, die Zahl seiner Arbeitnehmer mehr als verdoppeln auf dann 300 Mitarbeiter. Das Loch, das 2004 nach dem Abzug der BASF entstand, sei lange schon aufgefüllt, sagt Steffens. Für Willstätt als Industriestandort spreche die Nähe zur Autobahn und zum Kehler Hafen. Allerdings engagiere sich die Gemeinde auch, um Gewerbeflächen bereitzustellen.