Voll konzentriert ist Konrektor Marc Rudolf am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium, wenn er das neue Schuljahr organisatorisch vorbereitet.
Voll konzentriert ist Konrektor Marc Rudolf am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium, wenn er das neue Schuljahr organisatorisch vorbereitet. | Foto: Roller

Herr über 1133 Schulstunden

Marc Rudolf bereitet am Königsbacher Gymnasium Stundenpläne vor

Von Nico Roller

Hochkonzentriert sitzt Marc Rudolf vor seinem Computer, wälzt Unterlagen und studiert Pläne. Nur noch drei Tage, bis seine Schüler wieder kommen. „Es ist gerade viel los“, meint er und grinst. Rudolf ist der stellvertretende Direktor des Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasiums. Wie viele seiner Kollegen hat er kurz vor Schulbeginn alle Hände voll zu tun. Schon am Montag geht der Unterricht weiter. Dann kommen Hunderte von Kindern und Jugendlichen aus ihren Sommerferien zurück und starten in ein neues Schuljahr.

Lehrern werden Klassen und Fächer zugeordnet

Die wenigsten von ihnen dürften wissen, wie viel Arbeit getan werden muss, damit am ersten Schultag nach den großen Ferien alles halbwegs rund läuft. Schon am Ende des zurückliegenden Schuljahres haben Rudolf und seine Kollegen mit den Planungen begonnen. „Da machen wir die Lehrauftragsverteilung“, sagt er. Dabei werden den Lehrern schon einmal die Klassen und Fächer zugeordnet, die sie im kommenden Schuljahr unterrichten sollen.

Am Ende der Ferien wird der Plan optimiert

Bis zum Ende der zweiten Ferienwoche erstellen Rudolf und seine Kollegen aus diesen Informationen dann einen vorläufigen Stundenplan. „Diesen Plan könnte man so aber auf keinen Fall rausgeben“, meint Rudolf. In dem Plan seien zwar alle formalen Anforderungen erfüllt. „Aber hübsch ist das nicht.“ Dazu muss der Plan erst noch optimiert werden. Das passiert in den letzten beiden Wochen der Sommerferien. Dann sorgen Rudolf und seine Kollegen zum Beispiel dafür, dass die Schüler nicht zu viele Freistunden nacheinander haben, dass der Nachmittagsunterricht nicht allzu üppig ausfällt und dass jede Klasse den besten Raum für ihren Unterricht bekommt. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass Fächer wie Chemie, Biologie oder Physik nur in entsprechenden Räumen vernünftig unterrichtet werden können. Die Sporthalle muss sich das Gymnasium mit der Realschule und einer Förderschule teilen.

Es geht um ein Verzahnen vieler Anforderungen

Und dann sind da auch noch die Lehrer: Weil manche von ihnen zusätzlich noch am Seminar in Karlsruhe, beim Regierungspräsidium oder an anderen Schulen arbeiten, stehen sie nicht immer für den Unterricht in Königsbach zur Verfügung. „Es geht um ein Verzahnen vieler Anforderungen“, meint Rudolf. Insgesamt hat er 1133 Schulstunden für rund 80 Lehrer sowie 33 Klassen und Kurse zu verteilen.

14 Tage braucht es für den neuen Stundenplan

Obwohl er dabei ein modernes Computerprogramm nutzen kann, braucht er insgesamt 14 Arbeitstage, bis der Stundenplan optimal ausgearbeitet ist. Seit zehn Tagen sind die Pläne fertig und stehen den Lehrern des Gymnasiums zur Verfügung. Sie schauen sich die Pläne an und prüfen, ob alles stimmt. Gegebenenfalls wird nochmal nachgebessert. „Weil wir so früh dran sind, geht das meistens ohne Probleme“, meint Rudolf. Neben den Stundenplänen kümmern sich Rudolf und seine Kollegen auch um die Pläne für die Aufsichten in den beiden morgendlichen Hofpausen und zur Mittagszeit in der Mensa. Das hört sich leicht an, ist aber ganz schön kompliziert. Denn das Schulgelände ist in elf verschiedene Bereiche unterteilt. „Für jeden Bereich muss ich sicherheitshalber zwei Aufsichten einplanen“, erklärt Rudolf. Schließlich könnte eine von beiden überraschend krank werden.

Auch Einschulung der Fünftklässler wird vorbereitet

Außerdem kümmern er und Direktor Hartmut Westje-Bachmann sich um die sechs Lehrer und eine Schulsozialarbeiterin, die in diesem Schuljahr neu an das Königsbacher Gymnasium kommen. Sie bereiten die Einschulung der neuen Fünftklässler vor, die am kommenden Dienstag über die Bühne geht. Und sie planen schon jetzt für Konferenzen. Die erste steht zum Beispiel schon am Morgen des ersten Schultags an – noch vor Unterrichtsbeginn. Bereits seit sieben Jahren kümmert sich Rudolf akribisch um das Vorbereiten Stundenpläne. „Das ist zwar eine Menge Arbeit“, meint der studierte Naturwissenschaftler: „Aber es macht mir tatsächlich großen Spaß.“