Im Jahr 1989 feierten FC-Trainer Slobodan Jovanic (links) und Reinhold Güldenpenning denkwürdige DFB-Pokalsiege.
Im Jahr 1989 feierten FC-Trainer Slobodan Jovanic (links) und Reinhold Güldenpenning denkwürdige DFB-Pokalsiege. | Foto: Archiv Pforzheimer Kurier

Pforzheimer Meistertrainer

„Bobby“ Jovanic feiert seinen 70. Geburtstag

Innerhalb der regionalen Fußballhistorie tauchen als Trainer der ehedem führenden Vereine 1. FC und VfR Pforzheim manch bekannte Experten auf. Während der „Club“ nach seinem Oberliga-Aufstieg 1985 mit Coach Karl Schöttle auf das Geschick von ehemaligen Profis wie Bernd Hoffmann, Slobodan Jovanic, Manfred Krafft, Thomas Remark und – interimsmäßig – auf Uwe Reinders baute, beschäftigten die „Rassler“ von 1992 bis 1995 bekannte Coaches wie Rudi Wimmer, Harry Griesbeck und Rainer Adrion. Aus dieser Garde feierte am Donnerstag, 6. Oktober, mit Slobodan Jovanic eine der schillerndsten Trainerfiguren ihren 70. Geburtstag.

Der Aufstieg bleibt ihm verwehrt

In Mannheim hatte der in Belgrad geborene Serbe seine zweite Heimat gefunden und startete zunächst bei FC Jadran und VfR Mannheim sowie später 1974/75 und 1975/76 bei Zweitbundesligist SV Chio Waldhof in eine erfolgreiche aktive Epoche. Der Abwehrrecke stieg denn zu Beginn der 1980er Jahre ins Trainermetier ein, wo er 1984/85 und 1986/87 mit SV Sandhausen sowie 1990/91 mit dem 1. FC Pforzheim als Oberliga-Champion jeweils den Gipfel erklomm. Ein Aufstieg in die Zweitklassigkeit blieb dem vom Fußballvolk geschätzten und beliebten „Bobby“ indes sowohl im Sandhäuser Hardtwald als auch im Brötzinger Tal verwehrt. Der Titel des deutschen Amateurmeisters mit SV Sandhausen im Jahre 1993 baumelt jedoch als größter Skalp am Gürtel des Serben, der beim heutigen Zweitbundesligisten auf die zeitlich längste Verweildauer als Verantwortlicher an der Seitenlinie verweisen kann.

Der FC sorgt für Furore im DFB-Pokal

Beim „Club“ löste „Bobby“ Jovanic im April 1989 vorzeitig den glücklosen Bernd Hoffmann ab – nach einer Pforzheimer Niederlage gegen Reutlingen, vom damaligen FCP-Präsidenten Rudi Winkler als „bester Oberligatrainer“ gepriesen. Die Sehnsucht des Fußballvolkes nach einem Titel erfüllte Jovanics Truppe im Pforzheimer Westen dann mit dem Oberliga-Championat 1991, nachdem der „Club“ bereits 1989 im DFB-Pokal mit Husarenstücken wie dem 4:1-Sieg über Zweitligist Spvgg Bayreuth oder dem 1:0-Triumph über Bundesligist VfL Bochum für Furore gesorgt hatte.

Überraschender Abgang

Bevor der 1. FC Pforzheim 1991 in die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga einstieg, kam für Jovanic überraschend das Aus in der Goldstadt: Der Serbe hatte bereits einen Vertrag in Sandhausen unterschrieben und wurde an der Enz vorzeitig seines Amtes enthoben.
Der Beliebtheit und Popularität von „Bobby“ Jovanic in der Goldstadt-Region tat das gleichwohl keinen Abbruch. Und auch nach Ende seiner Trainertätigkeit verdingte sich der fußballverrückte Jovanic von 1999 bis 2006 noch als Scout für SV Waldhof Mannheim und TSG Hoffenheim. „Ich habe dabei etwa 400 000 Kilometer zurückgelegt“, so seine Bilanz.

„Hie und da schaue ich mir ein Spiel an“

An Fußball-Pforzheim denkt der in Mannheim wohnhafte Pensionär sehr gerne zurück – vor allem an einstige „Club“-Leistungsträger wie Roger Essig, Gerhard „Keule“ Woltersdorf, Jürgen Pfirrmann und Peter Steck. Vor einiger Zeit traf „Bobby“ Jovanic ein harter Schicksalsschlag, als ihn ein heimtückischer Darmkrebs heimsuchte. Nach mehreren Chemo-Behandlungen, die gut verlaufen sind, geht vom 70-Jährigen nun wieder ein deutliches Zeichen von Optimismus aus.

Begabter Enkel

Der Fußball spielt freilich nicht mehr allererste Geige für den Jubilar, der derzeit in Bad Kreuzbach eine Kur hinter sich bringt. „Hie und da schaue ich mir ein Spiel an, völlig ungezwungen“, sagt „Bobby“ Jovanic, der bei seinem Enkel Adrian – einem der Leistungsträger bei Mannheims Landesligist VfB Gartenstadt – fußballerische Eigenschaften erblickt, die jenem nach Wertung von „Bobby“ Jovanic gar zum Sprung in die Bundesliga befähigen könnten.