Blaue Mülltüten sorgen für den Datenschutz: Die Kameras am Acherner Polizeirevier wurden nun, drei Monate nach  Kritik des Datenschutzbeauftragten, provisorisch abgedeckt.
Blaue Mülltüten sorgen für den Datenschutz: Die Kameras am Acherner Polizeirevier wurden nun, drei Monate nach Kritik des Datenschutzbeauftragten, provisorisch abgedeckt. | Foto: Roland Spether

Kameras in Achern abgeklebt

Mülltüten für den Datenschutz bei der Polizei

Die beiden zu neugierigen Videokameras am Acherner Polizeirevier bereiten dem Polizeipräsidium in Offenburg weiter Kopfzerbrechen. Offenbar gibt es keine schnelle Lösung für das Problem. Deshalb haben die Beamten jetzt zu Mülltüte und Klebeband gegriffen: Damit wurden die beiden Weitwinkellinsen an Fassade und Eingangsstele des neuen Acherner Polizeireviers weithin sichtbar abgeklebt.

Kameras sind abgeschaltet

Die Kameras seien abgeschaltet, die „Vermummungsaktion“ dient nach Angaben eines Polizeisprechers vor allem dazu, dies auch für den Bürger  – und wohl auch dem Datenschutzbeauftragten des Landes – zu dokumentieren. Der hatte nach dem Hinweis eines Bühler Bürgers bereits in diesem Sommer Blickwinkel und Betriebszeit der Kameras kritisiert. Diese dürfen nur nachts und an den Wochenenden laufen.

Bauliche Eingriffe notwendig

Das Problem lasse sich nicht ohne bauliche Eingriffe lösen, sagt Siegfried Keppner von der Pressestelle der Polizei auf Anfrage dieser Zeitung. Dies aber dauere „zu lang um diesen Missstand zu lassen“. Gewisse  Einbußen bei der Eigensicherung der Beamten müsse man daher hinnehmen – die Kollegen hätten dies auch schon kritisiert.

Alle Gebäude werden überprüft

Der Acherner Fall hatte dazu geführt, dass wie berichtet alle Kameras an den Gebäuden der Polizei im Präsidium überprüft werden. Derzeit gebe es aber keine Hinweise auf weitere Probleme, hieß es.