Zum zweiten Mal  ist "Federspiel" Gast der Weingartner Musiktage. Das alpenländische Blasmusikensemble verbindet heimische Volksmusik und weltmusikalische  Elemente.
Zum zweiten Mal ist "Federspiel" Gast der Weingartner Musiktage. Das alpenländische Blasmusikensemble verbindet heimische Volksmusik und weltmusikalische Elemente. | Foto: Maria Frodl

Weingartner Musiktage

Talente, die dem Publikum Lust machen

„Wir können dieses Programm nicht mehr toppen. 2017 kann nur anders werden, nicht besser.“ Sprach Reinhold Friedrich, Begründer und Künstlerischer Leiter der Weingartner Musiktage Junger Künstler gestern Vormittag bei der Vorstellung des Festivalprogramms im Turmzimmer des Weingartener Rathauses. Bürgermeister Eric Bänziger freute sich bereits auf viele „Highlights“ vom 8. bis 23. Oktober.
Über 100 Bewerbungen von aufstrebenden Musikern trudeln im Jahr beim Vorstand der Musiktage ein, berichtet Thomas Jehle, mit Stefan Burkhardt Vorstandsvorsitzender des Vereins Weingartner Musiktage. Bei zehn bis 15 Veranstaltungen pro Festival gelte es genau zu prüfen, welche Bewerber in das Programm passen, ergänzt Reinhold Friedrich: Es gehe nicht nur darum, Nachwuchstalente zu finden, die noch auf dem Weg sind. Es gehe darum, Talente zu finden, die dem Publikum Lust machen, wiederzukommen. Und darum, sie im richtigen Moment zu finden.

Es kommt auf den richtigen Moment an

Als Beispiel nennt Stefan Burkhardt das junge Ensemble „Seba Kaapstad“, das sich während eines einjährigen Studienaufenthalts des Bassisten und Komponisten Sebastian Schuster 2013 in Kapstadt bildete: „Er hat neue Musik, neue Einflüsse kennengelernt, eine Aufnahme gemacht. Wir haben sie angehört und das Ensemble für dieses Jahr gebucht. Bis Jahresende gibt ,Seba Kaapstad’ noch 20 Konzerte in Deutschland, Europa und Südafrika. Nächstes Jahr hätten wir die nicht mehr bezahlen können.“
Das alpenländische Blasmusik-Ensemble „Federspiel“, tritt zum zweiten Mal bei den Musiktagen auf. „Die haben’s geschafft“, sagt Reinhold Friedrich. „Die haben die Wand durchbrochen. Das ist der Sinn und Zweck mit dem Forum, das wir den jungen Leuten bieten.“ Der Pianist Frank Dupree hatte seinen ersten Auftritt in Weingarten mit 13 Jahren. „Schweden, Norwegen – wo ich heute hingehe, ist Frank schon da. Genau das will ich.“ Die heute 17-jährige Trompeterin Lucienne Renaudin-Vary, am 21. Oktober in Weingarten, kam mit 16 Jahren in Frankreich groß raus: „Sie hat ein unglaubliches Talent“, schwärmt Friedrich. „Sie ist eine kleine Person, aber wenn sie auf die Bühne kommt, ist die Bühne voll. Klassik und Jazz – sie tanzt auf beiden Hochzeiten.“

Veränderungen im Festival

Viel war von Veränderung die Rede: Stefan Burkhardt und Thomas Jehle haben verstärkt Jazz nach Weingarten geholt. Wie bereits berichtet, wird es keinen Wettbewerb um den Sparda Classic Award geben. „Der Wettbewerb hat viele finanzielle Mittel gebunden, die besser in das Festival als Ganzes fließen sollten“, sagte Andreas Küchle, Bereichsleiter Marketing der Sparda-Bank Baden-Württemberg, dem langjährigen Hauptsponsor der Weingartner Musiktage. „Das Festival ist eine sehr gute Ergänzung zu unseren Aktionen zum Beispiel mit Musikhochschulen in Karlsruhe, Stuttgart und Freiburg.“ Die Triebfeder der Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank, dem Nachwuchs eine Bühne zu bieten, werde in Weingarten hervorragend umgesetzt. Die Zusammenarbeit soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

„Vater und Sohn“-Konzerte als künftige Marke

Als künftige „Marke“ für das Festival sieht Reinhold Friedrich „Vater & Sohn“- beziehungsweise „Mutter & Tochter“-Konzerte, die in diesem Jahr der Klarinettist Wolfgang Meyer und sein Sohn, der Cellist Mischa Meyer, eröffnen. Auch wenn die 31. Auflage für den Startrompeter das bisher „perfekteste“ Programm bietet, werden die Musiktage, da ist er sicher, in vier bis fünf Jahren gegenüber dem diesjährigen Festival „runderneuert“ sein.