Die Firma Ettkus hat den Standort Ettlingenweier aufgegeben. Ist dort in ein paar Jahren Wohnbau möglich?
Die Firma Ettkus hat den Standort Ettlingenweier aufgegeben. Ist dort in ein paar Jahren Wohnbau möglich? | Foto: Bentz

Flächennutzungsplan 2030

Neue Wohnbauflächen in Ettlingen

Neue Wohnbauflächen sollen in Ettlingen und seinen Stadtteilen im Flächennutzungsplan 2030  ausgewiesen werden. Wo genau und in welchem Zeitraum dann  wie viel gebaut wird , ist offen. Der Gemeinderat beschäftigte sich jetzt nur damit, welche Flächen  hier  in Frage kommen könnten („Suchkulisse“). Die Stellungnahme des  Gremiums  geht an den Nachbarschaftsverband Karlsruhe. Festgezurrt ist damit noch gar nichts.

Grüne scheitern mit Antrag auf weniger Flächen

Die Grünen scheiterten in der Sitzung mit ihrem Antrag, 15 Flächen aus dem Prüfszenario herauszunehmen. In der Konsequenz lehnte sie die Verwaltungsvorlage ab. Ihre Argumente: der Flächenverbrauch mit 6,7 Hektar pro Tag im Land Baden-Württemberg sei viel zu hoch, zudem wolle man, wenn Wohnungsbau, dann Schwerpunkt sozialer Wohnungsbau. Der sei aber nicht erkennbar. Insgesamt geht es laut Ettlingens  Planungsamtsleiter Wassili Meyer-Buck um gut 80 Hektar Fläche für den Wohnungsbau, die aber nicht zusätzlich ausgewiesen würden, sondern als Potenzial schon im FNP 2010 aufgenommen waren. Thema seien vielmehr „Umschichtungen und Veränderungen“.

Ortsteile haben zusätzliche Wünsche

Zu den Flächen, die die Verwaltung zur Prüfung vorschlägt gehören: nördlicher Vogelsangweg,  Karlsruher Straße und Schleifweg, Neuwiesen, Neuwiesen-Nord und Neuwiesen-Erweiterung (alle in der  Kernstadt), Grübgewann I und II und Kreuzgewann (Spessart), Ufgaustraße, Heiligwiesen und Hinterwiesen (Oberweier), Zwäräcker und Dorfwiesen (Schluttenbach), Loh-Erweiterung, Loh und Hinter den Gärten (Schöllbronn), Rohrackerfeld (Bruchhausen), Lehen, Kernrain I, II und IV (Ettlingenweier). Hinzu kommt zur städtischen Liste das, was die Ortschaftsräte ergänzend aufgenommen wissen wollten: Auf‘s Weilig, Dürre Wiesen und Lehen-Erweiterung (Ettlingenweier), Hartgarten (Schluttenbach), Lohfeld und Tannenfeld-Erweiterung in Spessart.

Gebiete mit Konfliktpotenzial

Das Gebiet „Auf der Steig“ (am Vogelsang) ist mit Zustimmung des Gemeinderats aus Prüfliste schon gestrichen, denn dort befindet sich ein Biotop. Mithin ist ein „erhebliches Konfliktpotenzial“ zu erwarten. Meyer-Buck zufolge werden von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Karlsruhe auch andere zu prüfende Gebiete als problematisch eingestuft; hier müsse dann innerhalb einer Variantendiskussion abgewogen werden. Was Horbach I und Horbach Süd anbelangt – und damit die zwei größten Flächen in der Verwaltungsliste – so machte OB Johannes Arnold deutlich, dass „niemand daran denkt, den Horbach zu bebauen“. Vielmehr könnten die Flächen als Manövrier- und Tauschmasse dienen. Auch Meyer-Buck betonte, es gehe im neuen FNP im wesentlichen um Arrondierung bestehender Siedlungsbereiche und schon im FNP 2010 geplanter Wohnbauflächen, ferner um Konversion von Gewerbeflächen in Wohnbauflächen. Beispielhaft nannte er hier das Gelände von Ettkus in Ettlingenweier, das als  Firmenstandort vor einiger Zeit aufgegeben wurde.