Niedrigere Gebühren will das Amt für Abfallwirtschaft ab November für den Hausmüll im Kreis erheben. Grund ist ein Überschuss in Höhe von 2,3 Millionen Euro in der Sparte Siedlungsabfall, die der Ortenaukreis mit der Senkung an die Bürger weitergeben will.
Niedrigere Gebühren will das Amt für Abfallwirtschaft ab November für den Hausmüll im Kreis erheben. Grund ist ein Überschuss in Höhe von 2,3 Millionen Euro in der Sparte Siedlungsabfall, die der Ortenaukreis mit der Senkung an die Bürger weitergeben will. | Foto: Peter Heck

Eigenbetrieb erwirtschaftet satten Überschuss

Ortenaukreis will Abfallgebühren senken

Von Christine Storck

Gute Nachrichten für Hauseigentümer: Der Ortenaukreis will voraussichtlich ab November die Gebühren für Hausmüll senken. Das kündigte Landrat Frank Scherer am Dienstag vor dem Ausschuss für Umwelt und Technik an. Um wie viel genau, stehe allerdings noch nicht fest. Grund sei ein Überschuss von rund 2,3 Millionen Euro des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft in der Sparte Siedlungsabfall. Das wolle man weitergeben.
„Die Gebührenzahler haben es verdient“, kommentierte Landrat Frank Scherer den in der Sitzung präsentierten Jahresabschluss des kreiseigenen Unternehmens für Abfallwirtschaft. Allerdings seien die hiesigen Gebühren landesweit auch jetzt schon „Spitze am unteren Bereich“. Großes Lob kam durchweg auch von allen Fraktionen angesichts des positiven Ergebnisses.

Entsorgungssicherheit zurückgegangen

Eine 60-Liter-Tonne zum Beispiel kostet aktuell 94 Euro, eine 80-Liter-Tonne 118 Euro und eine 120-Liter-Tonne 166 Euro pro Jahr, geleert werden sie alle 14 Tage. Wie stark die Gebühren zum Ende des Jahres fallen werden, muss allerdings noch abgewartet werden. Die letzte Erhöhung gab es 2009. Die Abfallwirtschaft des Ortenaukreises hat im vergangenen Jahr beim Siedlungsabfall rund 24,3 Millionen Euro an Gebühren eingenommen. Die Summe lag etwas über der des Vorjahres (23,9 Millionen Euro). Die Umsätze aus den Erdaushubdeponien sind hingegen leicht gesunken. 2014 waren es laut Geschäftsbericht 2,7 Millionen, 2015 nur noch 2,3 Millionen Euro.
„Die Entsorgungssicherheit ist auf fünf bis zehn Jahre zurückgegangen“, stellte Abfallwirtschafts-Geschäftsführer Martin Roll fest. Die gute Baukonjunktur habe die Erdaushubmengen auf hohem Niveau gehalten, auch wenn sie gegenüber dem Spitzenjahr 2014 um rund 15 Prozent auf 544 141 Tonnen zurück gegangen sind. Künftig müssten Mengen mehr als 2 000 Kubikmeter angemeldet werden.

Suche nach neuem Deponie-Standort

Für die demnächst vollen Deponien Kappel-Grafenhausen und Rust sei man auf der Suche nach neuen Standorten im Südwesten des Ortenaukreises, bisher jedoch noch ohne Erfolg. Der Ausbau der Deponien Lahr-Sulz und Schutterwald-Höfen sei abgeschlossen. Das Hausmüllvolumen im Kreis bewegen sich seit einigen Jahren auf in etwa gleichbleibendem Niveau, heißt es im Bericht weiter. 2015 kamen insgesamt 64 190 Tonnen zusammen, das sind im Schnitt 154 Kilogramm pro Einwohner. Beim Sperrmüll waren es rund 8852 Tonnen (2014: 8 877). Allerdings wurde nur etwa ein Drittel durch die jährliche Sammlung erfasst, zwei Drittel lieferten die Menschen auf den Wertstoffhöfen selbst an.
Den größten Anteil am gesamten Abfallaufkommens im Jahr 2015 hatte der Erdaushub mit 70,9 Prozent, der Haus- und Geschäftsmüll kam auf 9,8 Prozent, die Grüne Tonne, der Gelbe Sack und das Altglas auf 6,8 Prozent, die Grünabfälle auf 5,7 Prozent, die mineralischen Abfälle auf 2,2 Prozent, Altholz auf 1,7 und Sperrmüll auf 1,2 Prozent.