Ganz ohne Gegner ist der FV Niefern mit Miriam del Brio zwar nicht. Aber die Frauenfußball-Oberliga ist durch zwei Rückzüge doch überraschend geschrumpft.
Ganz ohne Gegner ist der FV Niefern mit Miriam del Brio zwar nicht. Aber die Frauenfußball-Oberliga ist durch zwei Rückzüge doch überraschend geschrumpft. | Foto: Rubner

Frauenfußball-Oberliga

Der Spielbetrieb holpert

Acht Oberligaspiele – und schon müssen die Fußballerinnen des FV Niefern in die Winterpause gehen. Das liegt auch daran, dass das Heimspiel gegen den VfL Sindelfingen II im zweiten Anlauf abermals wegen der widrigen Platzbedingungen ausfiel. Vor allem ist die Ursache aber, dass aus dem Zwölferfeld bereits zwei Teams zurückgezogen haben: Vorwärts Faurndau und FCA Walldorf. Auflösungserscheinungen gibt es seit Sommer zudem beim ehemaligen Zweitligisten ASV Hagsfeld, der sich von Trainer Martin Bieser trennte, daraufhin einen Exodus von Leistungsträgerinnen verzeichnete und vor der Winterpause zweimal wegen Spielermangels nicht zu Partien antrat. Zwei ehemalige Hagsfelderinnen heuerten im Sommer in Niefern an: Miriam del Brio und Luana Heinzl gehören hier zur Stammelf. Nun machten bereits Bedenken die Runde, nach der zweiten Mannschaft werde Hagsfeld womöglich auch die erste abmelden. Dem widersprach kürzlich der Vorsitzende Alessandro Di Risio.

„Wie auf unterster Ebene“

Beim Württembergischen Fußballverband (WFV), der für die Liga zuständig ist, beobachtet man gespannt, wie es weitergeht. „Hagsfeld hat sich äußerst schwer getan. Nun kamen von dort aber positive Signale“, sagt José Macias, der für den Frauen-Spielbetrieb zuständig ist. Zur Lage der Liga mit nur noch zehn Teams und den abgeschlagenen Hagsfelderinnen, die erst ein Tor erzielten, sagt Macias: „Für die Oberliga ist das eine ungewohnte Situation. Das hat es in den letzten zehn Jahren nicht gegeben, dass es sich so darstellt wie sonst eigentlich auf unterster Ebene.“

Bald kommt Druck von oben

Das sei aber ein Einzelfall und kein genereller Trend. Tatsächlich könnte die vierthöchste Spielklasse in der Saison 2018/19 – vorübergehend – sogar von zwölf auf dreizehn Teams anwachsen, deutet Macias an. Dann nämlich wird die Zweite Liga mit ihren Staffeln Süd und Nord eingleisig, und einige Teams drücken in tiefere Spielklassen. Der WFV-Spielleiter nennt das „qualitative Abwanderung nach unten“ und verbindet damit eine Hoffnung: „Dann bekommen wir in die Oberliga Teams hinein, die dort hingehören.“
Auch für den FV Niefern wäre das eine neue, aber attraktive Aufgabe. Die nächste steht aber erst mal Anfang März 2017 an. Dann soll das Spiel gegen Sindelfingens Reserve nachgeholt werden – vermutlich nach einem Heimrechttausch auf schwäbischem Kunstrasen.

Dopichay bleibt Cheftrainer in Niefern

Tim Dopichay ist dann auf jeden Fall noch Trainer der Niefernerinnen. Er bleibt mindestens bis zum Sommer. Das vereibarten Verein und Übungsleiter in dieser Woche. Nach dem Rücktritt von Philipp Michalzick im Oktober war Dopichay vom Co- zum Cheftrainer aufgerückt. Seither gewann der FVN seine beiden Spiele, aktuell ist das Team Sechster. Dopichay sagt: „In der Mannschaft steckt noch mehr als das, was wir bisher reingeholt haben.“ In der Restrunde soll es kräftigen Punktezuwachsen geben. Vorbereitungsstart ist am 15. Januar.