Die Volksbank Pforzheim fusioniert möglicherweise mit der Volksbank Karlsruhe.
Die Volksbank Pforzheim fusioniert möglicherweise mit der Volksbank Karlsruhe. | Foto: BNN

Fusion der Volksbanken?

Pforzheim und Karlsruhe kommen sich näher

Die Volksbanken Pforzheim und Karlsruhe stehen nach BNN-Informationen vor einem Zusammenschluss. Die Vorstände beider Geldhäuser bestätigten, dass in naher Zukunft offiziell über eine Fusion gesprochen werden soll. Aktuell befinde man sich jedoch in einem frühen Stadium der Sondierungsgespräche. Eine Zusammenschluss sei vor allem deshalb sinnvoll, um den Kunden weiterhin ein großes Filialnetz anbieten zu können, indem man andere Strukturen, wie etwa die Verwaltung, verschlankt. Zudem ist laut Andreas Lorenz, Vorstandschef der Volksbank Karlsruhe, nur eine Bank mit einer Bilanzsumme von mehr als fünf Milliarden Euro auf lange Sicht zukunftsfähig.

Die Volksbank Pforzheim ist insgesamt etwas größer als die Voba Karlsruhe. Das beginnt mit der Bilanzsumme (2,9 gegenüber 2,5 Milliarden Euro) und reicht bis zur Mitarbeiterzahl (531/390). Bei den Karlsruhern ist indes die Summe der Kundenkredite deutlich höher. Ein Zusammenschluss beider Häuser würde deren Wettbewerbsfähigkeit in einem für die Banken anhaltend schwierigen Umfeld stärken.

Ihr neues Domizil hat die Volksbank Karlsruhe 2008 bezogen.
Ihr neues Domizil hat die Volksbank Karlsruhe 2008 bezogen. | Foto: BNN

Der Konzentrationsprozess bei den genossenschaftlichen Banken hat nun auch führende Volksbanken der Region erreicht. Wie die BNN erfuhren, sind die Volksbanken Pforzheim und Karlsruhe in intensiven Gesprächen über einen Zusammenschluss. Die beiden Häuser schreiben eine Bilanzsumme von 2,9 Milliarden Euro (Pforzheim) und 2,5 Milliarden (Karlsruhe). Zum Vergleich: Die bundesweit tätige BBBank meldet in 2015 9,3 Milliarden Bilanzsumme, die Volksbank Stuttgart berichtet von 5,5.
Der angedachte Zusammenschluss, so die Information, ist kein Schnellschuss. Von der Volksbank Karlsruhe heißt es, dass sie auch schon Gespräche in Richtung Süden geführt habe. Die aktuellen Verhandlungen seien nicht etwa einer Schwäche geschuldet, sondern vor allem den Marktbedingungen. Mit Blick auf sich ständig verschärfende Vorschriften und Regulierungen im Kreditwesen sowie die anhaltende Niedrigzinsphase seien größere Einheiten gefragt, um im Wettbewerb bestehen zu können. Für Finanzexperten macht eine Fusion aus den genannten Gründen zweifelsfrei Sinn, andererseits ist ein Zusammenschluss von Häusern, deren Einzugsbereich nicht direkt aneinander grenzt, eher ungewöhnlich.

Weiterer Zusammenschluss

So haben vor wenigen Wochen vier genossenschaftliche Banken im westlichen Enzkreis – also zwischen Karlsruhe und Pforzheim – unter Federführung der Volksbank Wilferdingen-Keltern ihrerseits eine Fusion angekündigt. Dieser Verbund käme nach den aufaddierten Zahlen auf eine Bilanzsumme von etwa 1,3 Milliarden Euro. Eine Fusion ohne unmittelbaren „Gebietskontakt“ hat freilich die Sparkasse Karlsruhe schon 1993 vollzogen, als sie mit der Sparkasse Malsch zusammenging – das dazwischen liegende Gebiet der Sparkasse Ettlingen kam erst 2010 dazu. Überlegungen zu einer Fusion Pforzheim-Karlsruhe müssen in den Gremien noch behandelt und beschlossen werden.