Treffen in Berlin (von links): BiSa-Gründerin Lilli Gros unterhält sich mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Ingrid Haas und Elfriede Boyken-Henze begleiten sie bei der Verleihung des Wilhelm-Dröscher-Preises.
Ehrung in Berlin (von links): Die Pforzheimer BiSa-Gründerin Lilli Gros unterhält sich mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Ingrid Haas und Elfriede Boyken-Henze begleiten sie bei der Verleihung des Wilhelm-Dröscher-Preises. | Foto: konkret.berlin

Wer engagiert sich?

Soziale Einrichtungen in Pforzheim

Für den Pforzheimer Kurier hat mit dem Umzug in die Fußgängerzone eine neue Ära begonnen. Grund genug, die Redaktion einmal genauer vorzustellen. Ihre Geschichte, ihr Themenspektrum, ihre Leseraktionen – all das gibt es in den nächsten Tagen hier zu lesen.

Viele soziale Einrichtungen in Pforzheim engagieren sich tagtäglich für Benachteiligte. Wir stellen einige davon vor.

Kreisseniorenrat

Unterstützung für Ältere
Ältere und behinderte Menschen bei einem selbstbestimmten Leben zu unterstützen – das ist das Ziel des Kreisseniorenrats, der für den Enzkreis und die Stadt Pforzheim zuständig ist. Seit über 30 Jahre gibt es die Einrichtung, erklärt der Vorsitzende Dieter Müller. Rund 70 Mitglieder habe man derzeit. „Aber das, was wir tun, erreicht natürlich viel mehr Menschen.“ So werden regelmäßig Computer- und Smartphone-Kurse angeboten. Eine Fachabteilung Wohnberatung hilft Senioren, kranken und behinderten Menschen dabei, möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung bleiben zu können. Der Seniorenrat organisiert unter anderem einmal pro Monat das Seniorenkino im Rex Kinocenter, ab und an Rollatoren-Trainings und die jährliche Kunsthandwerk-Ausstellung im Volksbankhaus, die bis 2015 „Senioren schaffen Schönes“ hieß und nun „creativactiv“ genannt wird.

Was Senioren schaffen zeigt der Kreisseniorenrat alljährlich bei einer Ausstellung im Volksbankhaus, die mittlerweile den Titel „creativactiv“ trägt.
Was Senioren schaffen zeigt der Kreisseniorenrat alljährlich bei einer Ausstellung im Volksbankhaus, die mittlerweile den Titel „creativactiv“ trägt. | Foto: Ehmann

BiSa (Bürger in der Schule aktiv)

Preisgekrönte Ehrenamtsarbeit
Kinder zu unterstützen und zu fördern, hatte sich die langjährige Pforzheimer Ausländerbeauftragte Lilli Gros zur Aufgabe gemacht. Deshalb gründete sie vor sieben Jahren BiSa (Bürger in der Schule) aktiv, eine Initiative mit anfangs 13 Ehrenamtlichen, die Pforzheimer Schüler gezielt unterstützt durch Hausaufgabenbetreuung und bei anderen Problemen des Schulalltags. Aus der Initiative wurde ein Verein mit mittlerweile 155 Ehrenamtlichen. Die Gruppe ist bunt gemischt. Rentner engagieren sich ebenso, wie Auszubildende und Studenten. Die besondere Stärke von „BiSa liegt in der individuellen Förderung der Kinder durch die Schulpaten, die ihrerseits immer wieder davon berichten, wie bereichernd sie die Arbeit mit ihren Schützlingen erleben. Der Verein BiSa wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet: Unter anderem mit dem Ehrenamtspreis des Landes Baden-Württemberg und dem Wilhelm-Dröscher-Preis der SPD. Jüngst wurde Lilli Gros mit weiteren BiSa-Vorstandsmitgliedern sogar von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen.

Uwe Hück (links) hat für junge Leute wie den aus Afghanistan geflüchteten Bashir Ghassemi viel übrig. Der 19-Jährige strengt sich nicht nur im Kampf am Boxsack an.
Uwe Hück (links) hat für junge Leute wie den aus Afghanistan geflüchteten Bashir Ghassemi viel übrig. Der 19-Jährige strengt sich nicht nur im Kampf am Boxsack an. | Foto: Wacker

Lernstiftung Hück

Hilfe für Jugendliche
Siegen hat viele Aspekte für Uwe Hück. Mit seiner 2013 gegründeten Lernstiftung führte er alle zusammen. Mit der Hilfe für Jugendliche, die nahezu chancenlos sind, löste er ein Versprechen ein, das er gab, als er im Remchinger Kinderheim Sperlingshof selbst noch als eher hoffnungsloser Fall galt. Erfolg braucht „Disziplin, Respekt, Hilfsbereitschaft und Toleranz“, lernen sie jetzt in dem größtenteils ehrenamtliche geführten Bildungszentrum, das die Stiftung 2015 in Pforzheim eröffnete, – wenn es sein muss „auch mal mit klarer Ansage“. Es sind die Werte, mit denen Hück selbst Europa- und Weltmeistertitel holte, als er noch auf Thai-Boxen setzte. Die Gürtel hängen jetzt im Bildungszentrum. Denn Hück zog es weiter, er machte Karriere bei Porsche, wo er einst als Malerlehrling begann.