Das Duo André Leo auf kreisrunder Fahrt durch die Manege.
ZWEI MÄNNER IM RING: Das Duo André Leo auf kreisrunder Fahrt durch die Manege. | Foto: PR

Pforzheimer Winterträume

Spannung am Boden und in der Luft

Seit vielen Jahren gehören die „Winterträume“ zu den Veranstaltungs-Highlights des Pforzheimer Kulturhauses Osterfeld. Und dennoch bietet das Varietétheater zwischen den Jahren immer etwas Neues: Wenn die Künstler in diesem Winter die Bühne betreten, ist erstmals eine weibliche Magierin unter ihnen und ein Regisseur, der in ganz verschiedenen Sphären zu Hause ist.

Jan van Aubel ist Germanist und Philosoph, der an sein Studium eine Ausbildung als Pantomime und Clown dran gehängt hat. Nach Pforzheim führt den Tausendsassa aber ein anderes Talent: Als Regisseur der „Winterträume 2016/2017“ wird er im Kulturhaus Osterfeld den roten Faden auslegen, an dem die Varieténummern in der Luft und am Boden Perlen gleich aneinandergereiht sind. Aus glanzvollen Mosaiken will van Aubel ein Wintermärchen aus einem Guss formen: Der Clown mit besten Beziehungen zu Platon und Sokrates übernimmt damit die Aufgabe der langjährigen „Winterträume“- Regisseurin Katinka Rabenseifner. Diese hat wie üblich das Programm zusammengestellt, befindet sich derzeit aber in Mutterschaftsurlaub.

„First Lady“ der Zauberer

Das vom Pforzheimer Kurier präsentierte Varietétheater zwischen den Jahren kommt mit einer weiteren Novität daher: Amila nennt sich eine Meisterin der Magie. Kulturhaus-Geschäftsführerin Maria Ochs beschreibt die junge Frau als „First Lady“ unter den Zauberern, denn die Welt verblüffender Sinnestäuschungen und Illusionen ist aus unersichtlichen Gründen bislang eine Männerdomäne. Dass Amila es drauf hat, werden die Zuschauer vermutlich dann zu spüren bekommen, wenn sich die Magierin in ihre Gedanken und Wünsche hineinschleicht und aus fremden Köpfen Verborgenes zu Tage fördert.

Mit „Scholli“ im Schlepptau tritt Daniel Reinsberg im Kulturhaus Osterfeld auf. Der in Äthiopien geborene Wahlberliner leiht unter anderem einem rockenden Pinguin seine Stimme. Die Entertainerqualitäten des Bauchredners und Comedians dürften auch seiner bedeutenden Rolle als Conférencier der „Winterträume“ zugute kommen. Reinsberg wird den Boden bereiten für die Auftritte seiner Künstler-Kollegen. Und das sind neben der Zauberkünstlerin gleich drei Duos, eine Tuch-Akrobatin, ein Kunstrad-Artist und ein Jongleur.

Jonglage-Künstler und Kunst-Radler

Das „Winterträume“-Publikum hat sich in vergangenen Jahren schon an mancher Jonglage-Kunst schwindelig geguckt. Der barfüßige Donial Kalex will ihm dennoch etwas neues zeigen. Bei seinem Act fliegen nicht nur Hände und Bälle. Der Mann mobilisiert auch seinen Gehapparat und schmeißt den Bällen Füße hinterher.
Der Kunstradler Max Poulin gibt den Möchtegern Jerry, der der Welt zeigen will, was für ein Wonneproppen er ist mit seinem schrägen Aussehen und den Tattoos. Das Rad ist seine Spielwiese zum Austoben. Dabei ist es die Kombi aus Kunst und Komik, die seine Nummer zum artistischen Leckerbissen macht.
Im belgisch-französischen Doppel kommt das Duo Andre Leo daher: Die Männer drehen rasant am Rad oder vielmehr im Rad bei einer kreisrunden Verfolgungsjagd über die Manege.

Die Termine:
Samstag, 17. Dezember (20 Uhr Premiere), 18. Dezember (15 und 20 Uhr), 20. Dezember (20 Uhr), 21. Dezember (20 Uhr), 22. Dezember (20 Uhr), 26. Dezember (20 Uhr), 27. Dezember (15 und 20 Uhr), 28. Dezember (15 und 20 Uhr), 29. Dezember (20 Uhr), 30. Dezember (15 und 20 Uhr), am 31. Dezember (15 und 20 Uhr); weiter geht’s am 2. Januar (15 und 20 Uhr), 3. Januar (15 und 20 Uhr), 4. Januar (15 und 20 Uhr), 5. Januar (20 Uhr), 6. Januar (15 Uhr und 20 Uhr) sowie am 7. Januar (15 Uhr).
Am 31. Dezember wird im Kulturhaus-Restaurant Comedia ein Silvestermenü serviert ab 17.30 Uhr. Tischreservierungen unter der Telefonnummer (0 72 31) 13 94 60

Hand- und Tuchartisten

Für die eher klassische Spielart der Luftakrobatik steht das kanadische Duo Hand 2 Stand mit Louis-Marc Bruneau und Camille Tremblay. Doch haben die beiden Handstandartisten neue Techniken entwickelt. Und so erscheinen die gezeigten Figuren mal eng ineinander verwoben oder als eigene Gebilde in Parallelwelten.
Kunst am Vertikaltuch hat bei den „Winterträumen“ schon Tradition. Elisabeth Schmidt begeistert mit dieser Nummer auf nationalen wie internationalen Manegen und das liegt nicht nur an ihrer Ausstrahlung und der ausgefallenen Technik. Ihre kontrollierten Abstürze bereiten dem Publikum immer wieder Schrecksekunden, bevor es sich entspannt der Bewunderung hingeben kann.
Mit einem doppelten Luftring schreibt das Duo Azelle die Geschichte einer Freundschaft, bei der Raum und Zeit aufgehoben zu sein scheinen. Rosalie Beauchamp hat den doppelten Luftring für den Auftritt mit ihrem Partner Erin Drumheller selbst entwickelt.

Karten fürs Varieté gibt es im Kulturhaus Osterfeld, Telefon (0 72 31) 31 82 15, sowie an vielen weiteren Vorverkaufsstellen; beispielsweise in der Remchinger Kulturhalle, Telefon (0 72 32) 36 96 10, im Musikhaus Schlaile in Karlsruhe auf der Kaiserstraße, Telefonnummer (07 21) 2 30 00, in Bretten bei der Tourist-Info, Melanchthonstraße 3 (0 72 52) 58 37 10.