Unfallträchtig ist die schmale und topografisch problematische Strecke der L 623 bei Karlsbad.
Unfallträchtig ist die schmale und topografisch problematische Strecke der L 623 bei Karlsbad. | Foto: Gemeinde Karlsbad

Autobahnzubringer für Karlsbad

„Höchste Eisenbahn aus Sicht der Polizei“

Heute ist ein wichtiger Tag für Karlsbad und die Region: Nach vielen Jahren des von allen Seiten betrachteten Problems Autobahnzubringer (L 623) zwischen Langensteinbach und Autobahn 8 startet heute die Erörterung der Einwendungen und Stellungnahmen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens. Auch die Polizei sieht aus Sicherheitsaspekten die Sanierung der unfallträchtigen Strecke als Meilenstein an.
Schon nach dem Start des Planfeststellungsverfahrens durch das Regierungspräsidium Karlsruhe im September 2015 wurde angenommen, dass wohl mit Einsprüchen gerechnet werden muss. Inwieweit dies der Fall ist, wird sich jetzt zeigen. Unter anderem kommen nichtöffentlich Radverkehrsmanagement, Landwirtschaft und Belange der Grundbesitzer im Bereich zur Sprache.

Langwierige Verhandlungen zu Autobahnzubringer mit Grundstücksbesitzern

Langwierige Verhandlungen der Gemeinde mit den Grundstückseigentümern links und rechts der „Ausbaustrecke“ Autobahnzubringer hatten sich zuletzt noch hingezogen – dabei ging es natürlich auch um die finanzielle Abfindung für abzutretende Flächen. Die Rechnung, kein Planfeststellungsverfahren starten zu müssen, ging nicht auf. Letztlich traten nicht alle Verhandlungspartner die Flächen ab. Wie lange sich der Verhandlungsmarathon hinzog verdeutlicht, dass schon im Dezember 2013 der damalige Bürgermeister Rudi Knodel dem Gemeinderat verkündete: es fehlen noch vier Grundstücke. „Wir haben alle“, verkündete jetzt Bürgermeister Jens Timm. Der letzte Kaufvertrag werde gerade gemacht. Das nimmt auch Druck von der heutigen Verhandlung. „Alles ist auf dem Weg, ich rechne mit einer guten Erörterung.“

Straße entspricht nicht den Standards

Welche Relevanz die Sanierung der Landesstraße 623 hat, verdeutlicht der seit langem mit dem Thema befasste Leiter des Referats Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe. „Das Projekt ist aus unserer Sicht ganz wichtig, mit einer Sanierung der Fahrbahndecken ist es nicht getan“, sagt Joachim Zwirner. Es gehe um die ganze Topografie, weshalb eine Neutrassierung und Begradigung der Strecke nötig sei. Die hohe Verkehrsbelastung spreche ohnehin für sich. Allein in den vergangenen drei Jahren habe man neun schwere Unfälle verzeichnet, mit neun Leicht- und vier Schwerverletzten. Durch Kuppen verdeckte Kurven, Die Zahl der Klein- und Kleinstunfälle sei zudem immens auf der „viel zu schmalen“ Straße – bis hin zu Berührungen von Fahrzeugen bei denen die Außenspiegel abgerissen werden. „Diese Straße entspricht längst nicht mehr den heutigen Standards. Es ist aus Sicht der Polizei höchste Eisenbahn“, betont der Erste Polizeihauptkommissar.
Jens Timm hofft auf eine zügige Umsetzung und dass 2016 das Geld für die Landesstraße vom Land zur Verfügung gestellt wird und idealerweise im Frühjahr/Sommer mit den Arbeiten begonnen werden kann, um dann im Sommer/Herbst 2018 einen neuen Autobahnzubringer zu haben. Die Wegeführung während der Sanierung sei indes noch mit dem Regierungspräsidium abzustimmen.