Stark frequentiert ist die Kreuzung beim Karlsruher Tor.
Stark frequentiert ist die Kreuzung beim Karlsruher Tor. | Foto: Vetter

Neuer Kreisel für Rastatt

An der Franzbrücke geht’s bald rund

Die Kreuzung beim Karlsruher Tor soll in einen Kreisverkehr umgebaut werden. Der Verkehrsausschuss billigte das Projekt der Stadtverwaltung, dessen Bau frühestens ab dem Jahr 2018 starten könnte. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch verwies darauf, dass die Kreuzung mit fast so vielen Fahrzeugen belastet sei wie die Stadtdurchfahrt der Bundesstraße – dies führe immer wieder zu langen Staus.
„Wir denken schon lange über einen Kreisel nach, jetzt wird die Zeit langsam reif dafür“, erklärte Tiefbauchef Jürgen Matheis. Bisher sei unklar gewesen, ob ein Kreisel an die Stelle passt – nun sei klar: Mit dem Erwerb eines kleinen Geländeteils der Brauerei Franz kann er gebaut werden. Die Brauerei sei zu einem Verkauf bereit.
Das Ingenieurbüro Brenner-Plan hat einen Vorentwurf erstellt. Planer Malte Novak sprach sich klar für einen Kreisel mit zwei Bypässen aus. Das heißt: Neben dem Kreisel gibt es je eine direkte Abbiegespur von der Franzbrücke nach rechts in die Rauentaler Straße sowie aus der Rauentaler Straße nach rechts in die Ludwigsfeste in Richtung Bahnhofstraße. Nicht mehr möglich wäre mit dem Kreisel das Linksabbiegen aus der Bismarckstraße heraus in Richtung Franzbrücke. Dies liegt daran, dass an dieser Stelle keine Ampel mehr stehen dürfte, weil diese einen Rückstau in den Kreisel verursachen würde.
In einer Verkehrszählung kam Novak auf rund 14.000 Fahrzeuge, die täglich die Kreuzung durchfahren. Zum Vergleich: Die Stadtdurchfahrt der Bundesstraße nutzen beim Hilberthof rund 18.000 Fahrzeuge pro Tag. Die Zeitersparnis an diesem Knotenpunkt läge mit einem Kreisverkehr – je nach Richtung – um eine Minute, rechnete Novak vor. Vor allem würde es kaum noch Staus geben.

Vorteil für Radler

Ein weiterer Vorteil des Kreisels liege darin, dass die Zufahrten nur noch aus einer Spur pro Fahrtrichtung bestünden, die bisherigen Abbiegespuren entfielen. Damit wäre auf den Straßen, vor allem auf der Brücke, Platz für Radwege auf beiden Seiten. Bis zu 500 Radfahrer überqueren pro Tag die Franzbrücke, was insbesondere in der Spitzenzeit zwischen 16 und 17 Uhr, zu der sich allein mehr als 1.200 Autos über die Brücke schieben, nicht ungefährlich ist.
Rund um den Kreisel sind Gehwege geplant, die Überquerung ist dann freilich ohne Ampel möglich. An allen Überwegen geht es über Verkehrsinseln, so dass Fußgänger immer nur eine einzelne Fahrspur überwinden müssen.
Kerstin Uhlemann vom Tiefbauamt wies darauf hin, dass im Jahr 2018 die Franzbrücke ohnehin saniert werde, was eine Sperrung mit sich brächte. In diesem Zeitraum könnte dann auch der Kreisel gebaut werden, so dass sich die Verkehrsbeeinträchtigung in Grenzen hielte. Außerdem könnte die Stadt für das Projekt in einen neuen Fördertopf des Landes greifen, der gerade erst eingerichtet worden sei, so Uhlemann.
Rückfragen aus dem Ausschuss bezogen sich unter anderem auf den Durchmesser des Kreisels von 34 Metern. Dies sei für Schwerlastverkehr eher problematisch. Novak entgegnete, dass ein solcher Kreisel keineswegs zu den kleinen zähle und ihn ein Laster problemlos durchfahren könne. Ohnehin habe man an der Kreuzung nur sehr wenig Schwerlastverkehr ermittelt.
OB Pütsch betonte, dass es grundsätzlich sinnvoll sei, Ampelkreuzungen durch Kreisel zu ersetzen. Vor allem dürfe man bei solchen Planungen nicht nur den Autoverkehr im Blick haben.