RUND UM DIE VERSCHIEDENEN ASPEKTE DER SPRACHE dreht sich das neue Programm von Entertainer Jürgen von der Lippe, der am 18. November zu Gast in der Badner Halle sein wird.
RUND UM DIE VERSCHIEDENEN ASPEKTE DER SPRACHE dreht sich das neue Programm von Entertainer Jürgen von der Lippe, der am 18. November zu Gast in der Badner Halle sein wird. | Foto: dpa

Jürgen von der Lippe kommt in die Badner Halle

„Das ist mein bisher bestes Programm“

Jürgen von der Lippe steht am 18. November in der Rastatter Badner Halle auf der Bühne. Der Berliner macht seit 43 Jahren Comedy. In den 90er Jahren verschaffte ihm vor allem seine Show „Geld oder Liebe“ große Bekanntheit. Der 68-Jährige singt, spielt Theater und schreibt Bücher. In Rastatt wird er sein neues Solo-Comedy-Programm „Wie soll ich sagen…“ präsentieren. Unsere Mitarbeiterin Verena Schneider sprach mit dem Komiker wenige Minuten bevor er in Hannover die Bühne betrat. Sie unterhielten sich über den langen Weg zum fertigen Bühnenprogramm, die vielen Tourneehelfer und natürlich seine Hawaiihemden.

Herr von der Lippe, Sie gehen gleich auf die Bühne. Was machen Sie sonst direkt vor einer Show außer Interviews geben?

von der Lippe: Kommt drauf an – im Moment bin ich damit beschäftigt, den Umbruch für mein nächstes Buch zu korrigieren.

Sie sind gerade mit Ihrem Programm „Wie soll ich sagen…“ auf Tournee und haben dabei am 18. November auch einen Auftritt in Rastatt. Was erwartet die Zuhörer in der Badner Halle?

von der Lippe: Ich denke schon, dass es mein bisher bestes Programm ist. Die Zuschauer dürfen sich auf zweieinhalb Stunden mit sehr hoher Gag-Dichte freuen. Das Programm trägt ja einen doppeldeutigen Titel. Aber der Titel ist ja immer nur der Aufhänger für ein paar Hundert Gags. Es wird um die verschiedenen Aspekte von Sprache gehen und vieles mehr.

Nun stehen Sie ja meist alleine auf der Bühne. Wer ist im Hintergrund noch an einer solchen Show beteiligt?

von der Lippe: Also die meisten Leute sind mit der Technik beschäftigt. Dann ist mein Tourleiter dabei. Er bereitet vor jeder Show die Bühne vor. Ich brauche ja einen ganzen Haufen Zeug, zum Beispiel die verschiedenen Instrument, die ich bediene. Mit einem Regisseur arbeite ich übrigens nicht zusammen, weil ich mich ganz gerne auf das Publikum und mein Bauchgefühl verlasse.

Und wie sieht Ihre Vorarbeit aus, bis Sie mit einem fertigen Programm auf der Bühne stehen?

von der Lippe: Ich bin ja immer mit mehreren Schreibprojekten gleichzeitig befasst. Das nächste Programm entsteht normalerweise während der drei Jahre, in denen ich das alte Programm spiele. Die Premiere ist dann immer sehr nervenaufreibend, weil man weiß, dass man Hänger haben wird und nicht alles glatt läuft. Es dauert sowieso erfahrungsgemäß immer ein paar Monate bis das nötige Zutrauen zu dem Programm da ist und dann fängt die gestalterische Feinarbeit an. Im Grunde feilt man bis zum letzten Tag an dem Programm.

Sie stehen seit 43 Jahren auf der Bühne – meist mit Hawaiihemd. Man könnte meinen, in Ihrem Schrank hängen mehrere Hundert davon. Stimmt das?

von der Lippe: Das hat sich irgendwann mal aus meiner Weigerung, im Fernsehen Anzüge zu tragen, ergeben. Natürlich haben sich die Kostümbildnerinnen nicht mit normalen Hemden zufriedengegeben. Das war damals kein Genieblitz mit dem Plan, als Hawaiihemden-Tragender in die Kulturgeschichte einzugehen. Früher waren die Dinger ja sogar schwer zu besorgen, heute kann man die Hawaiihemden schnell und günstig im Internet bestellen.

Was wäre denn aus Ihnen geworden, wenn Sie kein Komiker geworden wären?

von der Lippe: Ich habe damals in Aachen ganz normal auf Lehramt studiert und nebenbei Deutschunterricht für ausländische Studenten gegeben. Das hat mir großen Spaß gemacht. Das hätte ich mir auch gut als Beruf vorstellen können. Doch als ich nach Berlin gegangen bin, stellte sich heraus, dass meine Fächerkombination dort nicht lehramtsfähig war. Na ja, und damals konnte ich vom Journalismus und der Singerei schon sehr gut leben. Das hatte sich also längst zu einem auskömmlichen Beruf gemausert. Und den fand ich so herrlich, dass ich ihn weiter gemacht habe.