PROPPENVOLL sind derzeit die wenigen Fahrradabteile der Schwarzwaldbahn in Richtung Süden. Entspannung ist laut Bahn nicht in Sicht.
PROPPENVOLL sind derzeit die wenigen Fahrradabteile der Schwarzwaldbahn in Richtung Süden. Entspannung ist laut Bahn nicht in Sicht. | Foto: Huse

Schwarzwaldbahn: Wenig Platz

Für Radler wird es eng im Zug

Radreisende haben es in Rastatt derzeit besonders schwer: Haben sie im Schweiße ihres Angesichts die Treppen zum Bahnsteig erklommen, stehen sie unter schweigenden Lautsprechern und fehlerhaften Anzeigentafeln. Und kommt ihr Zug dann doch noch, sind die beiden Fahrradabteile nicht selten derart überfüllt, dass die Radwanderung endet, noch bevor sie begonnen hat.

Da ging es einfach rund

Frustrierend, und nur in Teilen zu ändern. „Theoretisch müssten die Ansagen und die Anzeigentafeln natürlich aktuell sein“, räumt ein Sprecher der Bahn ein. Allerdings machten die Wetterkapriolen dies in jüngster Zeit schwierig. So führten am Freitag vor zwei Wochen eine Zugpanne in Donaueschingen und ein Blitzeinschlag neben den Gleisen zwischen Konstanz und Radolfzell dazu, dass einen halben Tag lang keine Schwarzwaldbahn mehr nach Rastatt kam. Was allerdings nur im Internet zu erfahren war – die Tafeln verkündeten fleißig weiter einfahrende Züge, der Zugausfall wurde per Ansage erst lange nach dem eigentlichen Abfahr-Termin bekannt gegeben. „Da ging es einfach rund“, bedauert der Bahnsprecher, „Infos sind untergegangen. Das sollte natürlich nicht passieren.“

Zu wenig Radabteile Richtung Süden

Doch auch wenn die Züge wie angekündigt auftauchen, gibt es immer wieder Probleme. Bereits in Karlsruhe sind die Fahrradabteile proppenvoll, wer in Rastatt mit dem Drahtesel zusteigen will, steht im Flur oder am Ende gar noch auf dem Bahnsteig. „Früher gab es im Sommer mehr Radabteile“, klagt eine Radlerin, die noch einen Platz ergattert hat. „Drei, manchmal auch vier.“ Sie vermutet, dass das Wetter zu wechselhaft sei und die Bahn deshalb nicht mehr Radabteile einplane.
„Nein“, wiegelt der Bahnsprecher ab. So funktioniere das nicht. „Der berühmte Waggon mehr“ existiere nicht. „Das ist logistisch einfach nicht möglich.“ Zwar könne ein solcher zusätzlicher Waggon einmal Entlastung bringen, doch bleibe er ja im System und fahre möglicherweise zu Zeiten, in denen kaum jemand unterwegs sei, ungenutzt zurück. Zudem sei die Bahn durch einen Vertrag mit dem Land Baden-Württemberg dazu verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Sitzplätze und Plätze für Räder bereitzustellen. „Und an diesen Vertrag halten wir uns auch.“
Reine Sitzwagen seien schon mal zusätzlich eingeplant worden, Fahrradwagen dagegen nicht. Der Bahnsprecher betont: „Wir haben nur eine bestimmte Anzahl an solchen Wagen. Die stehen ja nicht irgendwo ungenutzt rum. Das wäre viel zu teuer.“

Problem ist bekannt

Unbekannt ist der Bahn das Problem allerdings nicht. Um 9 Uhr fällt die Bezahlgrenze für Räder, entsprechend stürzen sich Radwanderer gerne auf diesen Zug. Der Bahnsprecher spricht von einer „bequemen Zeit“ und appelliert an die Reisenden, auf frühere oder spätere Züge umzusteigen. „Da entspannt sich die Situation oft automatisch.“ Mehr Fahrradwagen wird es jedenfalls nicht geben. „Wir haben 43 Wagen auf der Schwarzwaldbahn. Und alles was da ist, rollt auch.“